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Ebbe und Flut und das Wattenmeer

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Ebbe und Flut und das Wattenmeer

Eine platte Schlickfläche, durchzogen von Prielen, garniert mit spaghetti-artigen Häufchen so soll das pralle Leben aussehen? Wer im schleswig-holsteinischen Wattenmeer Augen und Ohren offen hält, wird genau dies feststellen. Bei Ebbe blubbert und knistert der Boden: Auf einem Quadratmeter Watt leben bis zu zwei Millionen Organismen. Ohne die Gezeiten gäbe es kein Wattenmeer. Hier erfahrt ihr, warum die Gezeiten vom Mond abhängig sind.

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Der 1. Flutberg liegt direkt dem Mond zugewandt, der 2. Flutberg genau gegenüber. Die Erde "eiert" um den gemeinsamen Schwerpunkt (rot) des Systems Erde-Mond. Diese Bewegung führt auf der mondabgewandten Seite zu einem Überwiegen der Fliehkraft gegenüber der dort schwächeren Anziehungskraft des Mondes.

Erde und Mond


Ebbe und Flut entstehen durch das Zusammenspiel von Erde und Mond. Beide drehen sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt, der noch im Inneren der Erde liegt, aber nicht mit dem Drehpunkt der Erde zusammenfällt. In den Weltmeeren gibt es dadurch seit ihrem Bestehen zwei Flutberge: auf der mondzugewandten Seite der Erde entsteht er durch die Anziehungskraft des Mondes, auf der mondabgewandten Seite durch die Fliehkraft des sich drehenden Erde-Mond-Systems. Beide Flutberge sind etwa einen halben Meter hoch.

Tidenunterschiede in der Nordsee

Die Erde dreht sich bei ihrer täglichen Rotation in 24 Stunden unter diesen beiden Flutbergen hinweg. Dadurch gibt es zweimal täglich Hochwasser und zweimal täglich Niedrigwasser. Den Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser nennt man Tidenhub.

Bei Ebbe kann man tolle Wattwanderungen machen.

Die relativ großen Tidenunterschiede in der relativ kleinen Nordsee sind Fernwirkungen aus dem Atlantischen Ozean: die atlantische Flutwelle schwappt vom Osten her durch den Ärmelkanal und zwischen Schottland und Norwegen vorbei in die Deutsche Bucht. Auf Borkum ist daher das Hochwasser etwa sechs Stunden eher als in Brunsbüttel. Der Wasseraustausch der großen Ozeane mit der Ostsee dagegen ist durch Skagerrak und Kattegat nur gering - deshalb machen sich die Gezeiten an der schleswig-holsteinischen Ostküste kaum bemerkbar.


 Links: Stehen Sonne und Mond rechtwinklig zueinander, heben sich ihre Anziehungskräfte teilweise auf. Die Flutberge sind niedrig (Nippfluten).
Rechts: Wenn Erde, Sonne und Mond in einer Linie stehen, also bei Neumond und Vollmond, verstärken sich die Kräfte von Sonne und Mond. Wir haben hohe Flutbergs (Springfluten).

Spring- und Nipptide

Die Sonne hat an dem Ebbe-Flut-Geschehen nur einen 10-Prozent-Anteil: Stehen Sonne, Erde und Mond in einer Achse, also zu Neumond und Vollmond, so bewirken die relativ schwachen Anziehungskräfte der weit entfernten Sonne eine leicht Erhöhung der Flutberge. Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser beträgt dann 3,30 Meter. Dies nennt man Springtide. Wenn die Anziehungskräfte von Sonne und Mond dagegen im ersten und letzten Mondviertel senkrecht zueinander stehen, verflachen die Gezeitenwellen zur Nipptide und der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser beträgt dann 3,0 Meter.



Man erlebt an der Nordsee und im Watt das Gefühl von endloser Weite...

Ebbe (ablaufendes Wasser) und Flut (auflaufendes Wasser) sind übrigens Vorgänge, während Hoch- und Niedrigwasser die dazwischen liegenden Zeitpunkte bezeichnet.



Was man bei Ebbe und Flut erleben kann:


Überall im Nationalpark gehen Urlauber mit Kescher und Lupe barfuss auf Wattwanderung oder liegen mit dem Fernglas am Deich auf der Lauer. Es ist unglabulich spannend, sich die Vielfalt der Tiere und Pflanzen im Watt genauer anzusehen. Doch um Ebbe und Flut, Vogelzug und Wetter und viele weitere Phänomene zu verstehen, braucht es manchmal mehr als scharfe Sinne. Deshalb gibt es zahlreiche Info-Stationen. Am spannendsten ist aber auf jeden Fall ein Ausflug mit einem der vielen professionellen Wattführer und Nationalpark-Ranger. Sie öffnen Gästen und Einheimischen die Augen und Ohren für die Geheimnisse der Landschaft.Die platte braune Schlickfläche wird zum lebensprallen Dschungel, Salzwiesen, Priele und Strand zu einer Experimentierzone der Naturgewalten und jede Hallig zu einem eigenen kleinen Kosmos voller versteckter Überraschungen.

Tipps für Wanderungen im Watt:

Gute Ausgangspunkte für geführte und individuelle Wanderungen im Watt, am Strand und durch das Deichvorland sind die Informationszentren des Nationalparkamts, der Schutzstation Wattenmeer, des Vereins Jordsand und des Naturschutzbunds Deutschland (NABU). Das ganze Jahr über, vor allem jedoch zwischen April und Oktober, starten regelmäßig allgemeine und themenspezifische Touren.

Was man hier alles machen kann:

So läuft man von der Badestelle Lüttmoorsiel im Beltringharder Koog aus durchs Watt zur Hallig Nordstrandischmoor, nascht auf einer Salzwiesenführung auf der Hamburger Hallig den Queller und aromatische Kräuter, beobachtet das Licht der Leuchtfeuer und die Sterne am Abendhimmel auf einer nächtlichen Strandwanderung in St. Peter-Ording, holt Taschenkrebs, Seestern & Co. auf einer Seetierfangfahrt an die Meeresoberfläche oder lauscht auf Sylt im Sonnenuntergang Märchen, Mythen und Sagen aus der Zeit der alten Friesen.

Ein besonderes Abenteuer sind die Wanderungen weit hinaus ins Watt zur Hallig Süderoog, zum Japsand zwischen Hallig Hooge und Amrum, zum Blauortsand oder zum Priel "Ossengoot" vor Büsum.

Weitere Infos:
Nordsee-Tourismus GmbH
Postfach 16 11
Nordsee-Hotline: (01805) 066 077 (0,14 /Min) oder beim
Nordsee-Tourismus-Service,
im Nationalpark Wattenmeer oder
über die Veranstaltungen im Nationalpark unter www.nordsee-naturerlebnis.de



-ab-26.03.2007 Text: Nationalpark-Service, Fotos: NPA/Archiv/Stock, Illustrationen: WAS IST WAS 21 "Mond".

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt