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Drama um gestrandete Wale

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Drama um gestrandete Wale

Tierschützer haben in Neuseeland 40 gestrandete Grindwale gerettet. 38 weitere Meeressäuger haben die Strandung nicht überlebt.

Immer wieder stranden Wale, manchmal gibt es sogar Massenstrandungen von Tiergruppen. Das passiert häufig an der Ostküste Nordamerikas, in Australien oder Neuseeland, wo die meisten Walstrandungen registriert wurden. Seit Ankunft der europäischen Siedler um 1840 sollen es mehr als 5000 Wale gewesen sein. Die größte bekannte Massenstrandung von Walen fand 1918 statt: Auf den Catham-Inseln starben damals rund 1000 Tiere. Geforscht wird nach den Ursachen, aber es kann mehrere Gründe haben, warum die Tiere stranden.

Walschule in der Falle

Wie das Umweltministerium mitteilte, schwamm eine Herde von insgesamt 77 Tieren bei Marsden Point an der östlichen Küste zu weit in flache Gewässer. Rund 70 freiwillige Helfer sowie 15 Umweltbeamte aus der Stadt Whangarei bemühten sich, die überlebenden Wale mit Hilfe von Booten auf das offene Meer zurück zu geleiten. Der flach abfallende Strand am Stadtrand war schon häufig zur tödliche Falle für Wale geworden. Warum die Meeressäuger immer wieder in für sie gefährlich niedrige Gewässer schwimmen, haben die Experten noch nicht herausgefunden.

Einen jungen Wal, der sich von der Gruppe entfernt hatte, mussten Fachleute einschläfern. Es bestand die Gefahr, dass das sterbende Tier andere Wale mit seinen Rufen wieder an den Strand zurück gelockt hätte. Wale, die in Schulen schwimmen, lassen sich von einem Leittier führen. Ist dieses Leittier schwach oder krank, kann es passieren, dass ihm seine Mitschwimmer ins seichte Wasser folgen - und dadurch stranden.

Schwierige Ursachenforschung

Auch an den Küsten Südost-Australiens stranden immer wieder Wale. Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass dort bestimmte Winde das Stranden verschulden. Diese West- und Südwinde rauben den Tieren die Orientierung und viel Kraft. Zudem verursacht der Wind einen Wasserstrom Richtung Küste. Diese Strömung enthält besonders viele leckere kleine Meerestiere. So folgen die erschöpften Wale ihrem Futter bis zur Küste.
 
Gerade sandige Unterwasserböschungen sind gefährlich. Die flachen Schlickbänke geben nur ein undeutliches Echo, sodass die Wale von ihrem Schallortungssystem nicht gewarnt werden.
 
Forscher nehmen an, dass manche Walarten, wie der Grindwal, sich ähnlich wie Zugvögel an den Linien des Erdmagnetfeldes orientieren. Darauf deuten Magnetitkristalle hin, die man in ihren Köpfen fand. Die Stärke des Erdmagnetfeldes schwankt kleinräumig; das Muster dieser Schwankungen bildet eine Art Landkarte, nach der sich die Wale orientieren. In der Nähe von Küsten können aber Störungen auftreten. Tiere, die nur die hohe See kennen, sind damit nicht vertraut und stranden im flachen Wasser.

Gefährlicher Lärm

Eine weiterer Grund kann der Lärm sein, der in den Meeren herrscht. Militärische Schiffe oder Forschungsschiffe mit Sonargeräten, zunehmender Schiffsverkehr, Bohrinseln oder Eisbrecher - wenn Tiere auf den enormen Lärm und starken Schalldruck stoßen, verlieren sie die Orientierung. Wasser leitet Schall noch besser als die Luft und bisher hat sich kaum jemand darum gekümmert, welchen Lärm Schiffsmotoren auf hoher See machen. So sind viele Experten davon überzeugt, dass der zunehmende Zivilisationslärm die Wale in Schwierigkeiten bringt.

Weitere Informationen dazu findest du im WAS IST WAS-Band 85: Wale.

Text: RR/WIW 13. 11. 2006 Bild: DS, Digital Stock

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