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Die Vogel-Kirsche Baum des Jahres 2010

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Die Vogel-Kirsche Baum des Jahres 2010

Seit 1989 ernennt die Dr. Silvius Wodarz Stiftung Menschen für Bäume eine einheimische Baumart zum Baum des Jahres. Am 22. Oktober diesen Jahres wurde der Vogel-Kirsche dieser Titel für das Jahr 2010 zuteil. Dieser Baum ist der Vorläufer der heute gezüchteten Kirsche und bietet während der Blüte einen prächtigen Anblick.

Die Vogel-Kirsche trägt den wissenschaftlichen Namen Prunus avium und gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie wird auch Süß-Kirsche genannt. Aus der Wildform wurden vom Menschen zwei Kulturformen gezüchtet, die sich meist nur in Blatt- und Fruchtgröße unterscheiden.

In Frühjahr ein besonders schöner Anblick: Baum des Jahres 2010, die Vogel-Kirsche.

Wo findet man die Vogel-Kirsche?

Die Vogel-Kirsche ist in Europa und bis nach Mittelasien hinein zu finden. Eigentlich benötigt der Baum ein gewisses Maß an Wärme, jedoch können Vogel-Kirschen als vom Menschen eingeführte Kulturformen auch in Norwegen und Schweden angetroffen werden. Sogar bis nach Nordafrika und Nordamerika hat der Mensch sie bislang verbreitet. In den Alpen wachsen die Bäume bis auf eine Höhe von 1700, im asiatischen Kaukasus-Gebirge sogar bis auf 2000 Metern.

Als Wildform wächst die Vogel-Kirsche gern an Waldrändern von Mischwäldern, wo sie eine gute Mischung aus Licht und Schatten abbekommt. Da sie sich relativ schnell und effektiv fortpflanzen kann, kommt es mitunter vor, dass sie andere Bäume verdrängt und sich kleine Vogel-Kirsch-Wäldchen bilden.

Woran erkennt man eine Vogel-Kirsche?

Vogel-Kirschen werden in der Regel zwischen 15 und 20 Metern hoch. Die Baumkrone hat die für Kirschen typische breite, kegelförmige Form, die sich bei frei stehenden Exemplaren besonders gut ausprägen kann. Die Rinde ist rot-braun, glänzend und mit rostfarbenen Ringen versehen. Die grünen Blätter haben eine ovale Form und laufen vorne spitz zu. Im April und Mai gibt die Vogel-Kirsche ein besonders schönes Bild ab, denn in dieser Zeit trägt sie bis zu einer Million kleine weiße Blüten.

Ältere Exemplare der Vogelkirsche können bis zu einer Million Blüten tragen.



Diese messen zirka drei Zentimeter im Durchmesser und sind zu mehreren an Dolden angeordnet. Im Juli sind dann die Früchte, die Kirschen reif, die ebenfalls an Dolden sitzen. Sie sind schwarz-rot und schmecken in der Wildform süßlich-bitter. In den Früchten ist der Samen enthalten, der dadurch verbreitet wird, dass Vögel die Kirschen essen und den Samen an anderer Stelle wieder ausscheiden. Daher hat die Vogel-Kirsche ihren Namen.

Wegen der leckeren Kirschen verbreitete sich die kultivierte Vogel-Kirsche auf mehreren Kontinenten.

Durch den Menschen kultiviert.

Schon Jahrhunderte vor Christus sind die Menschen in Kleinasien auf den Geschmack der Früchte der Vogel-Kirsche gekommen. Sie begannen, die Bäume zu kultivieren, also gezielt anzubauen. Als Kulturpflanze wurde sie daraufhin über das römische Reich nach Europa verbreitet. Zwar gab es die Wildform auch schon vorher bei uns, doch niemand war bis dahin auf die Idee gekommen, die Vogel-Kirsche zu züchten. Doch seither hat man durch gezielte Züchtung zwei Unterarten gewonnen, deren Früchte größer sind und süßer schmecken. Heute trifft man die Vogel-Kirsche oft in Obstgärten an, wo sie in langen Reihen stehen und auf die Ernte warten.

Nützling oder Schädling?

Neben den leckeren Früchten hat die Vogel-Kirsche noch einen anderen Nutzen für den Menschen. Kirschholz gilt als sehr edles Holz und wird wegen seiner feinen Maserung als Furnier verarbeitet. Zur Furnierherstellung wird der Stamm in sehr dünne Blätter zerschnitten, auf denen die Maserung erhalten bleibt. Diese verwendet man, um Möbel veredeln. Auch bei der Innenausstattung von Autos wird mitunter Kirschholz verwendet.
 

In Wäldern wird die Vogelkirsche heute nicht mehr angepflanzt, weil sie zu ökologischen Problemen führen kann.



Allerdings hat die Vogelkirsche vor allem bei Forstwirten einen eher schlechten Ruf. Weil sie sich so schnell verbreitet, verdrängt sie viele andere Pflanzenarten in einem Wald. Für den Förster wird es nun schwierig, den Mischwald zu erhalten. Die Vogel-Kirsche lässt sich kaum wieder zurückdrängen und sollte deshalb heutzutage nicht mehr im Wald angepflanzt werden.

14.11.2009 // Text: Jan Wrede; Bilder: Vorschau & Kirschen: Commons (GNU 1.2, cc-by-sa 2.5, 3.0), Baum blühend: Konrad Lackerbeck (cc-by-sa 2.5), Blüten: Yves6 (GNU 1.2, cc-by-sa 2.0, 2.5, 3.0), Baum nicht blühend: Prazak (GNU 1.2, cc-by-sa 2.0, 2.5, 3.0)

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