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Die Suppenschildkröte

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Die Suppenschildkröte

Schildkröten gehören zu den ältesten lebenden Reptilien. Das lateinische Wort "reptilis" bedeutet "kriechen" und so wird die Wirbeltierklasse der Reptilien auch als Kriechtiere bezeichnet. Die ersten Schildkröten gab es vor etwa 200 Millionen Jahren. Im Verlauf dieser unvorstellbar langen Zeit haben sich die Schildkröten kaum verändert und die heutigen Exemplare ähneln noch immer denen, die zur Zeit der Dinosaurier lebten. Aber mittlerweile zählt die Suppenschildkröte, lateinisch Chelonia mydas genannt, zu den gefährdeten Tieren!

Gut gepanzert



Das auffälligste Merkmal der Schildkröten ist ihr harter Panzer, der sie vor Feinden, aber auch wechselnden Umwelteinflüssen schützt. Der Panzer schützt die Weichteile und Gliedmaßen des Tieres. Suppenschildkröten, die normalerweise zwischen 65 und 180 Kilogramm wiegen können, sind hauptsächlich bräunlich-grün gefärbt. Der Kopf und die Beine, die zu Flossen umgebildet sind, sind grünlich.

Stromlinienförmig, mit glattem Panzer aus nebeneinander liegenden Platten und kräftigen Flossen sind diese Schildkröten ideal ans Wasser angepasst und sehr gute Schwimmer. Um zu überleben, benötigen sie Atemluft und so müssen sie immer wieder auftauchen um Luft zu holen. Wegen der weißen Maserung und dem weißen Bauchpanzer wird die Suppenschildkröte auch Weiße Seeschildkröte genannt.

Jungtiere ernähren sich von Quallen, Weichtieren, Schwämmen sowie Kalamaren. Erwachsene Tiere bevorzugen vegetarische Nahrung wie Seegras, Mangrovenwurzeln und Blätter. Sie zermahlen die Nahrung mit ihren scharfen Kiefern, denn Schildkröten haben keine Zähne. 

Wo Suppenschildkröten leben

Die Suppenschildkröte ist weltweit in tropischen, subtropischen und gemäßigten Gewässern wie das Mittelmeer zu finden. Eigentlich sind die Tiere Einzelgänger, die sich nur zur Paarung zusammentun.

Es gibt Schildkröten, die nur an Land, im Süß- oder Salzwasser leben. Aber egal, ob es sich um Wasser- oder Landschildkröten handelt: alle Schildkröten legen ihre Eier an Land ab. Und so wandern auch die Meeresschildkröten an einsame Strände um sich fortzupflanzen. 

Langstreckenschwimmer!

Die Suppenschildkröten können ein Alter von 40 bis 50 Jahre erreichen. Mit zehn bis 15 Jahren werden sie geschlechtsreif. Die Paarung findet im seichten Wasser statt. Dann gehen die Weibchen an Land um im Strand verschiedene Gelege abzulegen. Dabei suchen sie zumeist den Strand auf, an dem sie selbst geboren wurden. Dort  legen sie 100 bis 150 Eier in tiefe Mulden ab. Um an diesen Ort zu gelangen, legen die Suppenschildkröten oft riesige Strecken im Meer zurück! So gibt es Suppenschildkröten, die vor der Küste Brasiliens ihre Nahrung suchen und ihre Eier auf Ascension Island im Ostatlantik ablegen. Hin und zurück ist das eine Strecke von ungefähr 4.500 Kilometern!

Wichtige Brutgebiete der Suppenschildkröten sind unter anderem die türkische Mittelmeerküste, das Rocas-Atoll im Südatlantik oder die nordwestlichen Hawaii-Inseln.

Die Jungtiere schlüpfen nach sechs bis acht Wochen. Und dann beginnt eine gefährliche Zeit, denn sie müssen das Meerwasser erreichen um zu überleben. Doch bevor sie abtauchen können, werden sie häufig von Krebsen, Möwen und anderen Seevögeln verspeist. Auch Waschbären, Füchse oder Kojoten zählen zu ihren Feinden. Im Meer zählen die jungen Schildkröten zur Nahrung von Raubfischen wie der Makrele oder Meeressäugern wie dem Großen Tümmler.

Aus Meeresschildkröten werden eine Menge Produkte hergestellt, die aber alle nicht lebensnotwendig für den Menschen sind: Kämme, Brillengestelle, Kosmetik, Handtaschen, Fleisch und Suppe sowie Schildkröten als Präparat.  

Gefährdet!



Noch eine viel größere Gefahr geht jedoch vom Menschen aus, denn Suppenschildkröten wurden lange wegen ihres Fleisches und ihrer Eier gejagt. Die berühmte Schildkrötensuppe galt lange als Delikatesse. Seit 1988 steht die Suppenschildkröte durch das Washingtoner Artenschutz-Abkommen unter internationalem Schutz. Aber auch bei der Eiablage und beim Brüten werden die Schildkröten häufig gestört und finden so immer seltener geeignete Nistplätze. Tierschützer versuchen deshalb die Strände zu bewachen, an denen die Eier abgelegt werden, um so den Nachwuchs zu schützen.


Wenn euch das Thema interessiert, empfehlen wir euch WAS IST WAS Band 20 "Reptilien und Amphibien" und WAS IST WAS Band 56 "Ausgestorbene und bedrohte Tiere".

-ab-18.05.2009 / Text, Fotos: Zeichnung: WAS IST WAS 20 Reptilien und Amphibien, Photo Disc, Digital Vision.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt