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Die Frage der Woche: Wie entsteht ein Schneckenhaus?

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Die Frage der Woche: Wie entsteht ein Schneckenhaus?

Jeden Samstag beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Katja L.: Wie entsteht ein Schneckenhaus?

Gehäusetragende Weichtiere bevölkern die Erde schon mindestens seit der Kreide. Dieses Erdzeitalter begann vor 145,5 Millionen Jahren und endete vor 65,5 Millionen Jahren. Schnecken & Co. waren also bereits da, als die Dinosaurier ihre Blütezeit hatten.

Schutz vor Feinden und Verletzungen

Das konstante Bestehen der Art legt den Schluss nahe, dass ihr Häuschen beim Überleben hilfreich oder zumindest nicht von Nachteil war. Doch wie entsteht die Schale, die Schnecken und ihre Verwandten vor Feinden tarnt, vor dem Austrocknen bewahrt und ihre empfindlichen inneren Organe vor Verletzungen schützt?

 
Schnecken schlüpfen mit Häuschen 

Wenn Schnecken aus dem Ei schlüpfen, tragen sie bereits ein winzig kleines Gehäuse auf dem Rücken. Die feine Schale wird bereits im Embryonalstadium gebildet. Noch ist sie fast durchsichtig, sehr weich und kann Feinde nicht abhalten. Doch es dauert nur wenige Wochen ab Geburt bis das Schneckenhaus fertig ausgebildet ist.

Foto: Von der Mündung aus, also der hier sichtbaren Öffnung, legt die Schnecke Windung um Windung ihr Gehäuse an.



Baumeister und Architekt in einem

Um ihr Haus fest und stark zu machen, muss die frisch geschlüpfte Schnecke zügig kalkhaltige Nahrung zu sich nehmen. Zuerst steht die eigene Eierschale auf dem Speiseplan. Daraus stellen die Schnecken einen kalkhaltigen Brei her, den sie durch Drüsen auf dem eigenen Rücken ausscheiden. Gleichzeitig werden Eiweiße produziert, die den Kalk erstarren lassen. So verfahren Schnecken auch mit anderer Nahrung.


Häuschen wächst mit

Die Schnecke ist somit Baumeister ihres eigenen Hauses. Während sie selbst immer größer wird, sorgt sie dafür, dass auch ihr Haus in mehreren Schichten mitwächst. Durch den aus der Nahrung gefilterten, abgelagerten Kalk entsteht Windung um Windung, die nach hinten immer härter und dicker werden. Diese geniale Fähigkeit behält die Schnecke ihr Leben lang. Gibt es einmal Schäden am Häuschen, so reparieren sie kleine Löcher selbst mit Hilfe von Kalkabsonderungen.

Foto: Bei dieser Weinbergschnecke ist das Gehäuse fertig ausgewachsen.
  

 
In welche Richtung winden sich Schneckenhäuser? 

Es gibt unzählig viele verschiedene Schneckenhäuser, die sich in Farbe, Oberfläche und Muster stark unterschieden. Eine Gemeinsamkeit haben sie aber mit wenigen Ausnahmen - alle. Schneckenhäuser sind fast immer rechtsherum gewunden. Das heißt, dass die Gehäusemündung auf der rechten Seite liegt, wenn man die Schale so hält, dass die Spitze nach oben schaut  und man in die Mündung hineinschauen kann.

Foto: Schneckenhäuser gibt es in allen Farben und Formen. Die abgebildete, gelb-braun gemusterte nennt man Hain-Bänderschnecke.



Kennst Du den Schneckenkönig?

Warum das so ist, können auch Wissenschaftler nicht sagen. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: So kommt auf zehn Millionen Weinbergschnecken etwa eine mit linksherum gewundenem Gehäuse. Möglicherweise ist diese Andersartigkeit durch einen Gendefekt entstanden. Solche Schnecken nennt man Schneckenkönig. Bei ihnen sind im Gegensatz zu normalen Schnecken auch die Organe spiegelbildlich angeordnet. Bei Sammlern sind diese Exoten heiß begehrt.

Nic 28.6.2012 / Fotos: GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Autor: Mussklprozz , Creative Commons Lizenz, Autor: Fothema, GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Autor: Erbsensuppe

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