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Der Turmfalke: Im Rüttelflug zum "Vogel des Jahres"

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Der Turmfalke: Im Rüttelflug zum "Vogel des Jahres"

Er gilt mit 350.000 Brutpaaren als der häufigste Greifvogel Europas und der Rüttelflug ist sein Markenzeichen: Der Turmfalke. Jetzt wurde der 35 cm große Jäger vom NABU und vom Landesbund für Vogelschutz zum Vogel des Jahres 2007 gekürt. Im Gegensatz zu seinem Kollegen dem Wanderfalken steht der Turmfalke zwar nicht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten, dennoch gehen die Bestandszahlen langsam, aber stetig zurück.

In den letzten 30 Jahren ist in Deutschland schon ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. In Baden-Württemberg ist die Zahl der Turmfalkenpaare bereits über die Hälfte zurückgegangen, in Sachsen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehr als 20 Prozent Turmfalken weniger. Für Naturschützer ein Alarmzeichen und Grund genug, ihn zum Vogel des Jahres zu wählen. Denn seine Prognose für die Zukunft ist alles andere als positiv.


  
Durch die Landwirtschaft bedroht


Das liegt unter anderem daran, dass der Turmfalke - wie andere Greifvogelarten auch immer schlechtere Lebensbedingungen bei uns vorfindet. Unter anderem wird er durch den Einsatz von Pflanzen- und Insektenschutzmitteln in der Landwirtschaft bedroht. Als Endglied in der Nahrungskette ist er dazu verurteilt, teilweise vergiftete Beutetiere zu sich zu nehmen. Eine naturfreundliche Landwirtschaft mit breiten Ackerrändern ist deshalb eine wichtige Schutzmaßnahme für alle Greifvögel.  

Kaum Nistplätze und Jagdreviere

Darüber hinaus fehlt es dem eleganten Jäger zunehmend an Nistplätzen und Jagdrevieren. Freie Flächen verschwinden durch den Neubau von Häusern und Straßen weiter aus dem Landschaftsbild, das immer eintöniger wird. Hecken, einzelne Bäume und Pfähle - von Falken gerne als Ansitz zur Jagd genutzt - gibt es nur noch selten. Außerdem bestehen kaum noch Rückzugsmöglichkeiten in baufälligen Gebäuden. Viele Kirchtürme und andere begehrte Nistplätze der Turmfalken, werden aus Angst vor Verunreinigung absichtlich von außen abgesperrt.    



Der typische Rüttelflug

Wenn du einmal bei einem Spaziergang über die Wiesen streifst, solltest du die Augen offen halten. Denn nicht selten erlebt man Turmfalken in Aktion. Man kann sie leicht an ihrem charakteristischen Rüttelflug erkennen. Dabei halten sie mit heftigen Flügelschlägen und breit gefächertem Schwanz in der Luft stehend nach Mäusen, Eidechsen und Insekten Ausschau, die sie dann im Stoßflug geschickt erbeuten.

Noch 50.000 Brutpaare bei uns

Mit der Wahl des Turmfalken hat das Gremium des NABU und des Landesbund für Vogelschutz 2007 Bezug auf den aller ersten Jahresvogel überhaupt genommen. 1971 war die Wahl auf den Wanderfalken gefallen. Dieses Jahr nimmt sein kleiner Verwandter diesen Ehrenplatz ein. Und es bleibt zu hoffen, dass sein Bestand momentan 50.000 Brutpaare in Deutschland auf Dauer stabilisiert werden kann.

Nic 21.2.2007 / Foto: NABU 

   

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