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Der Gartenrotschwanz Vogel des Jahres 2011

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Der Gartenrotschwanz Vogel des Jahres 2011

Der Gartenrotschwanz ist ein Singvogel, der in ganz Europa und bis nach Mittelasien verbreitet ist. Sein Gesang erfüllt im Sommer die deutschen Gärten. Im Winter zieht er in einer langen Reise nach Afrika. Die NABU bestimmte ihn zum Vogel des Jahres 2011.

Links ein weiblicher, rechts ein männlicher Gartenrotschwanz.

Wie sieht der Gartenrotschwanz aus?


Der Gartenrotschwanz gehört zur Familie der Fliegenschnäpper und ist damit ein Singvogel. Er trägt den lateinischen Namen Phoenicurus Phoenicurus. Wie alle Singvögel wird er nicht allzu groß. Er erreicht eine Körperlänge von bis zu 15 Zentimetern und wiegt maximal 20 Gramm.


Das Federkleid des Männchens ist sehr kontrastreich gefärbt. Der Kopf und die Kehle sind bis auf einen weißen Streifen über den Augen schwarz. Der Rücken ist grau. Die Brust und der Schwanz sind auffällig rostrot gefärbt, wodurch der Gartenrotschwanz zu seinem Namen kam. Das Weibchen ist unauffällig rot-bräunlich gefärbt.


Insekten sind die Lieblingsnahrung des Gartenrotschwanzes.



Wo lebt der Gartenrotschwanz?


Der Vogel des Jahres 2011 ist in fast ganz Europa zu finden. Sein Verbreitungsgebiet reicht im Osten sogar bis nach Sibirien und Mittelasien. Er bewohnt am liebsten trockenen Laub- und Mischwälder. Wichtig für den Gartenrotschwanz sind lockere Sträuche in seinem Lebensraum, denn dort findet er seine Nahrung.


Der Singvogel ernährt sich bevorzugt von Insekten, deren Larven und anderen Kleintieren, wie Spinnen oder Tausendfüßern. Diese findet er entweder am Boden oder in Sträuchern in seinem Revier.


Im Sommer lebt der Gartenrotschwanz in Europa und Asien (orange). Im Winter zieht er nach Afrika (blau).

Die weite Wanderung


Als Zugvogel macht sich der Gartenrotschwanz jedes Jahr im Herbst auf eine beschwerliche Wanderung nach Süden. Wenn es ihm bei uns zu kalt wird, sucht er die warmen Savannen Afrikas auf, um dort zu überwintern. Dabei muss der kleine Singvogel zuerst die Alpen, dann das Mittelmeer und schließlich die Sahara überqueren, bevor er seine Winterdomizil erreicht.


Besonders der Flug über die Sahara die größte Wüste der Welt ist sehr anstrengend. Hier gibt es nur wenige Möglichkeiten für den Gartenrotschwanz etwas zu trinken.


Nachwuchs geplant?


Der Gartenrotschwanz sucht sich jedes Jahr im Frühling, wenn er aus Afrika zurückkehrt, ein Revier mit guten Nistplätzen und geht dann auf Brautschau. Das Nest wird am liebsten in Höhlen gebaut. Zum Beispiel alte Spechthöhlen, Felsspalten oder Nischen an Häusern werden gerne benutzt.


Das Gelege des Gartenrotschwanzes mit den türkisfarbenen Eiern.



In ein Nest werden meist 6-7 grün-blaue Eier gelegt. Nach zirka zwölf bis 14 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungen. Diese müssen bis August fliegen lernen, denn bald darauf bricht schon wieder der Herbst herein. Dann müssen alle Gartenrotschwänze bereit sein für die lange Reise nach Süden.


Bestand geht zurück


Seit den 1980er Jahren geht der Bestand des Gartenrotschwanzes in Europa zurück. Der Hauptgrund ist der verstärkte Einsatz von Insektiziden, wodurch die Hauptnahrung der Vögel vergiftet wird. Außerdem breitet sich die Wüste in Afrika immer weiter aus, sodass die Gartenrotschwänze größere Strecken zurücklegen müssen, was viele nicht schaffen.


Dennoch ist der Gartenrotschwanz bei uns immer noch ein häufiger Gast in den deutschen Gärten.






31.01.2011 // Text: Jan Wrede; Bilder: Zaun: Thomas Kraft (cc-by-sa 2.5); Männchen & Weibchen: Henrike Mühlichen (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0); Beute: Monique Bogaerts (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0); Eier: Robert Zanon (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0), Karte: Donkey shot (cc-by-sa 3.0)

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt