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Der deutsche Tierschutz wird 170

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Der deutsche Tierschutz wird 170

Heutzutage gibt es zig Tierschutzorganisationen, die alle die verschiedensten Verbrechen anprangern und durch Spendenaktionen oder Öffentlichkeitsarbeit versuchen, die missliche Lage vieler Tiere zu verbessern. In Deutschland gibt es zum Beispiel die Tierschutzpartei oder den Deutschen Tierschutzbund, der vor 170 Jahren von Albert Knapp gegründet wurde.

Der Vater des Tierschutzes

Albert Knapp wurde am 25. Juli 1789 in Tübingen geboren. Anstatt die Schulbank zu drücken, verbrachte er seine Zeit lieber in der Natur. 1814 trat er dem evangelischen Seminar bei, um Pfarrer zu werden. Schon damals begeisterte er sich für Theologie, Philosophie und Literatur. Er schrieb Gedichte, in denen er sich an seinen Vorbildern Shakespeare, Gottlieb Kloppstock, Johann Wolfgang von Goethe aber auch der Bibel orientierte. 1816 begann er schließlich mit seinem Theologiestudium an der Universität Tübingen.

Als Pfarrer wehrte er sich gegen den allzu einseitigen Pietismus in der evangelischen Kirche, das heißt, gegen übersteigerte Frömmigkeit. Er setzte sich auch immer wieder für Tiere ein und kreidete an, dass es zu seiner Zeit noch kein Gesetz gegen Tierquälerei gegeben hatte. Ein solcher Paragraph wurde erst 1871 ins Reichsstrafgesetzbuch aufgenommen. Dabei stand jedoch nicht das Tier im Mittelpunkt, sondern der Mensch. Er sollte nicht durch solche Anblicke gestört werden. Das steht dem heutigen Tierschutzgedanken entgegen, der besagt, dass Tiere genauso Leid verspüren wie Menschen.

Am 7. Juni 1837 gründete Albert Knapp den ersten deutschen Tierschutzverein. Weitere folgten, so dass sich 1881 eine Dachorganisation aus Tierschutzvereinen und Tierheimen bildete. Diese Dachorganisation nannte sich Deutscher Tierschutzbund und existiert heute immer noch in fast unveränderter Form. Nur die Mitgliederzahlen sind gestiegen.

Nach eigenen Angaben hat der Deutsche Tierschutzbund e.V. heutzutage über 800.000 Mitglieder, das heißt, auf etwa hundert Bürger kommt in Deutschland ein Mitglied des Tierschutzbundes. Knapp starb am 18. Juni 1864 in Stuttgart im Alter von 65 Jahren. Mittlerweile gibt es 700 Tierschutzvereine, die etwa 500 Tierheime betreiben. Jedes Jahr versorgen sie dort 300 000 Hunde, Katzen, Kaninchen und Vögel. Zunehmend müssen sie sich auch um größere Tiere, etwa Pferde, oder Exoten wie Schlangen und Echsen kümmern.

Warum Tierschutz?

Doch was waren seine Motive? Er lehnte das Weltbild des Philosophen Descartes ab, das besagt, der Mensch könne das Tier jederzeit zu seinem Nutzen gebrauchen, wie einen Alltagsgegenstand. Auch die christliche Kirche sah das Tier als dem Menschen untergeordnet an und rechtfertigte dies durch eine Passage aus der Schöpfungsgeschichte.

Albert Knapp berief sich ebenso auf die Bibel, genauer gesagt auf den Römerbrief 8, Vers 18-23. Dort bezeichnet Paulus die gesamte Schöpfung als heilsfähig, das heißt, vor Gott gleichgestellt. Daraus folgerte Knapp, dass für Menschen und Tiere die selben ethischen Grundsätze gelten müssen.

Spenden helfen Tieren

Falls ihr auch Tieren helfen möchtet, so geht das leicht über Spenden an Tierschutzorganisationen. Allerdings solltet ihr euch vorher gut überlegen, an wen ihr das Geld spendet, damit es an die richtigen Stellen geht. Informiert euch ausführlich über die Organisation, für die ihr spenden wollt oder deren Mitglied ihr werden wollt.

Zögert nicht, die Vereine direkt zu kontaktieren und bei offenen Fragen nachzuhaken, immerhin ist es euer Geld. Warum spenden so wichtig ist, sieht man am Beispiel des Deutschen Tierschutzbundes, denn sie finanzieren sich ausschließlich dadurch. Obwohl die Helfer dort ehrenamtlich arbeiten, muss deren Unterhalt gewährleistet sein.

Abzuraten ist von der Beteiligung an Spendenaktionen, die etwa in der Fußgängerzone stattfinden. Werdet ihr von Mitgliedern einer Organisation angesprochen und möchtet spenden, dann sammelt zuhause noch einmal Informationen, bevor ihr voreilig handelt.

Solltet ihr zur Eile gedrängt oder gar eingeschüchtert werden, ist das ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass die Spendenaktion nicht seriös ist. Denkt immer daran: es ist euer Geld, und es sollte daher auch an die Stelle fließen, die ihr vorgesehen habt.

Über den Deutschen Tierschutzbund e.V. könnt ihr auf http://www.tierschutzbund.de/ mehr erfahren. Die deutsche Seite des IFAW (International Fund of Animal Welfare) findet ihr auf http://www.ifaw.org/ifaw/general/default.aspx?splash&oid=18960.

Text: th - 6.6.2007; Bild: Portrait: PD; Logo: mit freundlicher Genehmigung Deutscher Tierschutzbund e.V.; Tanzbär: PD;

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