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17. Juni: Nationalfeiertag in Island

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17. Juni: Nationalfeiertag in Island

Jahrhunderte lang wurden die Isländer von den Dänen unterdrückt. Erst 1944 befreite sich der zweitgrößte Inselstaat Europas von der Fremdherrschaft . Island wurde zur Republik ausgerufen und ist seitdem ein freier, souveräner Staat. Der 17. Juni gilt als historisches Datum und ist gleichzeitig Nationalfeiertag.

Obwohl man bereits in der Antike wusste, dass es ein Land Thule hoch im Norden gibt, wurde das Eiland sehr spät besiedelt. Als erste Bewohner gelten keltische Mönche, die Anfang des 9. Jahrhunderts nach Island kamen. Von da ab sprach es sich herum, dass im Nordatlantik eine Insel existiert, die zwar karg und unwirtlich, aber dennoch bewohnbar sein soll.

Landnahme durch die Wikinger

Die eigentliche Besiedlung noch heute von den Isländern stolz Landnahme genannt erfolgte zwischen 870 und 874 durch den Wikinger Ingólfur Arnarson und seine Mannen. Der Norweger war es auch, der mit seinem Gefolge die Bucht besiedelte, in der heute Islands Hauptstadt Reykjavik (übersetzt: Bucht des Rauches) liegt.

Alles, was wir heute über die Zeit der Landnahme wissen, stammt aus Quellen des 13. Jahrhunderts. Auch wenn die Aufzeichnungen nur noch in Abschriften existieren, weiß man, dass die Ausbreitung der Wikinger in Island rasant erfolgte. Von insgesamt 457 Siedlerclans ist in den Chroniken die Rede.

Insel aus Feuer und Eis

Den Wikinger gefiel es in Island nicht zuletzt deshalb so gut, weil das Land aus Feuer und Eis geradewegs aus ihrer Mythologie entsprungen zu sein schien. Mit seinen aktiven Vulkanen und turmhohen Gletschern, kahlen Steinwüsten und fruchtbaren Tälern, schneebedeckten Bergen und geschmolzener Lava passte die Insel perfekt zur Götter- und Sagenwelt der rauen Seefahrernation.

Die Edda: Buch der Sagen und Mythen

Obwohl Island um das Jahr 1000 christianisiert wurde, bewahrten sich die heidnischen Erinnerungen bis heute. Im 12. Jahrhundert schrieb Snorri Sturluson alles, was er über den Glauben und die Götter seiner Vorfahren wusste, in der Edda nieder, einer berühmten Gedichte- und Heldenliedersammlung. Sie gilt noch heute als wichtigstes Schriftstück isländischer Geschichte.

Ältestes Parlament der Welt

Island ist bis heute eng mit seiner Vergangenheit verbunden geblieben. Eine berühmte Touristenattraktion ist beispielsweise das Lavafeld von Thingvellir. Dort hielten die Isländer seit 930 ihre Volksversammlungen ab. Das so genannte Althing, das gleichzeitig als Gericht fungierte, gilt als erstes demokratisches Parlament der Welt.

An dieser historischen Stätte wurde am 17. Juni 1944 nach fast 700 Jahren Fremdherrschaft die Republik Island ausgerufen. Die Geschichte des freien Island hatte 1264 ein Ende gefunden. 1380 bis 1918 wurde der Inselstaat von den Dänen regiert und unterdrückt. Es waren dunkle Jahre, gezeichnet von Armut , Seuchen, Naturkatastrophen und Hungersnöten.

Neuer Nationalstolz

Erst mit der Tausendjahrfeier zur Landnahme 1874 fanden die Isländer zu ihrem alten Nationalstolz zurück. Die Dänen machten nach und nach mehr Zugeständnisse und entließen Island damit schrittweise in die Souveränität. 1918 wurde der Inselstaat unabhängig, stand aber weiterhin unter dänischer Flagge. Island war demnach in einer so genannten Personalunion mit Dänemark verbunden, d.h. beide Staaten hatten ein gemeinsames Staatsoberhaupt, den dänischen König. 1944 kapselte sich Island dann endgültig als eigene Republik ab.

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17.06.2004 / Foto und Text: Nic

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