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Wie konnte man die römischen Zahlen entziffern?

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Wie konnte man die römischen Zahlen entziffern?

MMC, XVI oder CLX - so können römische Ziffern aussehen. Aber woher wusste der Römer, welche Anzahl damit gemeint ist. Elina aus Schwerzenbach stellte uns diese Frage.

Die römischen Ziffern gehen auf eine Anpassung eines Kerbstocksystems an die geschriebene Sprache zurück. Das Kerbstocksystem diente dazu Schuldverhältnisse klar darzustellen: Ein geeignetes längliches Brettchen oder ein Stock wird mit Symbolen und Zahlen markiert. Anschließend wird der Stock so längs gespalten, dass Schuldner und Gläubiger je die Hälfte der eingeritzten Markierung auf ihrer Stockhälfte dokumentiert finden. Meist erhielt der Gläubiger die längere Hälfte des Stockes. Wieder zusammengefügt zeigt sich zweifelsfrei, ob die beiden Hälften zusammengehören und, ob eine Hälfte nachträglich manipuliert wurde. So wusste jeder auch nach einer längeren Zeit noch, wie viel Geld er noch bekam oder wie viele Kühe er zurückgeben musste. Dieses System wurde im alten Rom dann durch die römischen Zahlen ersetzt.

Bis vor 500 Jahren wurden auch in Deutschland noch die römischen Zahlzeichen verwendet. Heute sind sie zum Beispiel noch auf Zifferblättern von Uhren zu finden.
Lesen kann man diese Zeichen, wenn man weiß, dass die Buchstaben die Anfangsbuchstaben von Wörtern wie tausend ( = mille, daher M) oder hundert ( =centum, C) sind oder als Kürzel für bestimmte Wörter wie X für decem (= zehn) benutzt werden. Den Römern waren die Kürzel und ihre Bedeutung bekannt.

Es gibt folgende Zeichen:
M = 1000
D = 500
C = 100
L = 50
X = 10
V = 5
I = 1

Weitere Zahlen schreibt man durch Aneinandersetzen der oben genannten Zeichen. Dabei gilt die folgende Regel: Steht ein Zeichen rechts neben einem gleichen oder höheren, so wird sein Wert addiert. Steht ein Zeichen links neben einem höheren, so wird sein Wert subtrahiert. Dies gilt allerdings nur für einige Fälle. Im Gegensatz zum heutigen Zahlensystem war das römische nicht eindeutig. So wurde die Zahl 28 meist mit XXVIII oder seltener mit XXIIX abgekürzt. Die Null gab es im Römischen nicht.

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