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Wer war Herzogin Anna Amalia?

Berühmte Personen

Wer war Herzogin Anna Amalia?

Vor 270 Jahren ist die Herzogin Anna Amalia geboren. Aber wer ist eigentlich Anna Amalia? Wieso wurde Weimar im 18. Jahrhundert wichtig? Was hat Goethe in Weimar gemacht? Und was bezeichnet man als die Weimarer Klassik? Hier die Antworten:



Wer war Herzogin Anna Amalia?


Anna Amalia wurde am 24. Oktober 1739 als Tochter von Karl I., Herzog von Braunschweig und seiner Gattin Philippine Charlotte von Preußen, einer Schwester Friedrich des Großen, in Wolfenbüttel geboren. Mit 16 Jahren heiratete sie Ernst August II. Konstantin von Sachsen-Weimar-Eisenach. Sie bekam zwei Söhne. Als ihr Mann 1758 starb, übernahm sie mit 18 Jahren die Regentschaft für ihren noch unmündigen Sohn, Erbprinz Karl-August.

Regieren und Musik


Neben den vielen und anstrengenden Regierungsgeschäften widmete sich Anna Amalia den Künsten, vor allem der Musik. Sie lernte Komposition und Klavier spielen. Als ihr Sohn volljährig wurde, übergab sie ihm die Regierung und setzte sich mit allen Mitteln dafür ein Weimar zu einem kulturellen Mittelpunkt zu entwickeln. Sie gründete das Deutsche Schauspiel und zahlreiche Museen. Namhafte Künstler, Schriftsteller und Musiker kamen nach Weimar um hier zu arbeiten und sich auszutauschen.

Weimarer Klassik


Dank Anna Amalia und ihrem Sohn trafen sich die wichtigsten Künstler, Dichter und Denker in Weimar. Das geistige und literarische Leben in der Stadt zum ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert war vor allem auch durch Schiller und Goethe geprägt. Aber auch Humboldt, Hölderlin, Jean Paul, Heinrich von Kleist , Wieland und Herder besuchten Weimar. Ihre Werke, Schriften, Theaterstücke und Romane spiegeln ihre Denkart. Die in dieser Zeit entstandene Kunst, Literatur und auch die philosophischen und politischen Gedanken des damaligen Weimarer Lebens bezeichnet man als "Weimarer Klassik".

Heute trifft man auch immer wieder auf die "Stiftung Weimarer Klassik". Sie kümmert sich zum einen um die historischen Gebäude der Zeit, wie etwa die Anna Amalia Bibliothek oder die Parks sowie die Archive Schillers und Goethes. Und sie hilft und bemüht sich um eine Erforschung der damaligen Zeit.

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek


1691 hatte Herzog Wilhelm Ernst eine Bibliothek am Hof begründet. 1766 veranlasste Anna Amalia den Umzug der Büchersammlung in das Grüne Schloss. Auch ihr Sohn förderte als Herzog die Bibliothek weiter. 1797 beauftragte er Johann Wolfgang von Goethe mit der Aufsicht der Bibliothek.

Goethes Bibliothek


Goethe leitete die Bibliothek bis zu seinem Tod 1832 und machte sie zu einer der wichtigsten Bibliotheken in ganz Deutschland. Mit der Auswahl die Goethe traf, beeinflusste er auch den Kunst- und Kulturgeschmack der damaligen Zeit.

Heute ist die Bibliothek für alle wichtig, die über Literatur und Kultur der Zeit forschen. In diesen Büchern steckt ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes. Eine Million Bände standen in den Regalen der Bibliothek, darunter mit 13.000 Bänden die größte Faust-Sammlung der Welt, sowie eine bedeutende Shakespeare-Sammlung von ca. 10.000 Bänden. Der Hauptbestandteil widmet sich der deutschen Literatur der Klassik zwischen 1750 und 1850. Außerdem wurden in der Bibliothek auch einmalige und wertvolle Partituren, Notenblätter und Manuskripte archiviert.

Baumaßnahmen: Anna Amalia Bibliothek

Im 19. Jahrhundert wurde die Bibliothek erweitert, aber sie wurde nie richtig instand gesetzt. Die Bauschäden summierten sich und es wurde immer enger, so dass Bücher und Mauskripte zum Teil aufgestapelt unter dem Dach gelagert wurden.

Im Mai 2002 wurde dann endlich mit dem notwenigen und 23 Millionen Euro teuren Ausbau begonnen. Zwei unterirdische Magazine sollten ab Februar 2005 rund 1,4 Millionen Büchern Platz bieten. Anfang August konnten die ersten Bücher schon umziehen. Doch dann kam der 02. September.

Am Abend des 2. September 2004 ist im Historischen Gebäude der Herzogin Anna Amalia Bibliothek ein Feuer mit verheerenden Folgen ausgebrochen. Es hat das Gebäude und den wertvollen Buch- und Kunstbestand stark beschädigte. Erst nach drei Jahre nach diesem Brand und nach aufwändigen Restaurierungsarbeiten konnte das Historische Bibliotheksgebäude am 24. Oktober 2007, am Geburtstag seiner Namenspatronin, wiedereröffnet werden.

Zum Glück blieb ein Großteil der wertvollen Sammlung erhalten. Die mittelalterlichen Handschriften, Inkunabeln, Globen, Landkarten und vieles mehr können heute wieder besichtigt werden. Doch immer noch benötigt die die Bibliothek Spenden - mehr dazu unter folgendem Link:

Hilfe für Anna Amalia Bibliothek

Aktualisiert: Christine Spindler, 23.10.2009, Porträt von Anna Amalia ist ein Gemälde von J. E. Heinsius/pd
-ab-22.10.04 Text / Fotos Flyer zur Spendenaktion der Anna Amalia Bibliothek

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt