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Was feiern wir am 1. Mai?

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Was feiern wir am 1. Mai?

Der erste Mai ist in sehr vielen Ländern der Welt ein Feiertag. Anders als die meisten anderen Feiertage hat er jedoch keinen religiösen Hintergrund. Er wird auch Tag der Arbeit genannt. Das weist auf seinen Ursprung hin: die Arbeiterbewegung.

Mehr Rechte für Arbeiter

Am 1. Mai 1884 fand in Nordamerika ein Generalstreik statt. Die Arbeiter legten ihre Arbeit nieder und gingen auf die Straßen um für einen Achtstundentag zu demonstrieren. Zu dieser Zeit war es nämlich üblich, zehn Stunden pro Tag zu arbeiten, zwanzig Jahre davor sogar noch elf bis 13 Stunden. Die Arbeiter hatten noch wenig Rechte und - je nach Land verschieden - wenig oder keine soziale Absicherung bei Krankheit oder Unfall.

Weltweit auf die Straßen am 1. Mai

1889 fand in Paris ein internationaler Arbeiterkongress statt, auf dem beschlossen wurde, dass Arbeiter auf der ganzen Welt am 1. Mai des kommenden Jahre (1890) streiken sollten.

Das Datum wurde gewählt, da sich in den USA der 1. Mai als "Kampftag der Arbeiterschaft" bereits eingebürgert hatte. Das lag daran, dass damals der 1. Mai in Amerika ein Stichtag für den Abschluss von Verträgen war. Am "Moving Day" wurden also auch die Arbeitsbedingungen der Arbeiter festgelegt.

Demos und Streiks


Auch in Deutschland beteiligten sich am 1. Mai 1890 etwa 100.000 Arbeiterinnen und Arbeiter an den Streiks. Sie wollten den Neunstundentag durchsetzen. Damals waren solche Demonstrationen für die Beteiligten mit hohen Risiken verbunden. Viele Unternehmer hatten angedroht, streikende Arbeiter zu entlassen oder auf eine "Schwarze Liste" zu setzen. Die Namen auf den "Schwarzen Listen" wurden an weitere Unternehmer verteilt und diese weigerten sich dann, entsprechend notierte Arbeiter zu beschäftigen.

Tag der Arbeit in der Weimarer Republik

Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1919, wurde in der Weimarer Republik die Arbeitszeit auf acht Stunden täglich festgelegt und der 1. Mai zum Feiertag erklärt. Ein Grund dafür war, dass die SPD in der Regierung saß, jene Partei, die sich für die Interessen der Arbeiter einsetzte. Schon 1920 wurde der Maifeiertag jedoch nur noch in einigen wenigen Regionen Deutschlands begangen. Unter anderem deshalb, weil die Arbeiterbewegung sich nicht einigen konnte, wie der 1. Mai zu begehen wäre. So gab es verschiedene Flügel der Arbeiterbewegung: christliche Gewerkschaften, den sozialistischen und den kommunistischen Flügel.

Der 1. Mai wird umfunktioniert

Im Dritten Reich waren Gewerkschaften verboten. Den 1. Mai gab es zwar als sogenannten "Feiertag der nationalen Arbeit", er diente jedoch in erster Linie für politische Paraden der NSDAP. Das hatte nichts mehr zu tun mit den ursprünglichen Zielen des 1. Mai. Auch in der DDR war der 1. Mai Anlass für Militärparaden und politische Spektakel, die von der Regierung vorgeschrieben wurden.

Ein Tag frei am 1. Mai 

In der Bundesrepublik gab und gibt es bis heute am 1. Mai Aktionen und Kundgebungen der Gewerkschaften. 2008 stehen die Veranstaltungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter dem Motto "Gute Arbeit für Europa Gerechte Löhne, Soziale Sicherheit". Dabei geht es vor allem auch um die Themen Mindestlöhne, Altersarmut und Leiharbeit. Die zentrale Kundgebung findet in diesem Jahr in Trier statt, aber auch in vielen anderen Städten wird zur Maikundgebung aufgerufen.

Obwohl er in vielen Ländern der Welt Feiertag geblieben ist, verbinden die meisten Menschen mit dem 1. Mai vor allem Freizeit - und kaum mehr Arbeit!

Text: LM 30.04.04 /aktualisiert 10.4.2014, Fotos: DGB / außer Historisches Foto: Siemens Archiv.

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