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Tenno Mutsuhito, Kaiser von Japan

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Tenno Mutsuhito, Kaiser von Japan

Vor 140 Jahren begann in Japan die sogenannte Meiji-Zeit. Kaiser Mutsuhito entmachtete die bis dahin faktisch regierenden Shogune und machte aus dem damaligen Fischerdorf Edo die heutige Kaiserstadt Tokio. Mehr über diesen Herrscher auf dem Chrysanthementhron erfahrt ihr hier ...

Mutsuhito wurde am 3. November 1852 in Kyoto geboren. Seine Mutter war die Konkubine Nakayama Yoshiko, sein Vater war Komei, der 121. Kaiser von Japan. Konkubine ist übrigens kein japanischer Titel. Damit bezeichnet man ein oder mehrere nicht verheimlichte Geliebte, meist eines Herrschers.


Kaiser Komei, oder Komei-tenno auf japanisch, starb im Jahr 1867. Wenige Tage nach dessen Tod wurde Mutsuhito Kaiser von Japan. Tenno oder sumeragi bedeutet Himmlischer Herrscher. Manchmal liest man auch Mikado als Titel des japanischen Kaisers.


Das Ende des Shogunats


Das Kaiserliche Siegel Japans stellt eine stilisierte Chrysantheme mit 16 Blütenblättern dar. Daher stammt die Bezeichnung "Chrysanthementhron" für den Kaiserlichen Thron Japans.



Am 3. Februar 1867 nahm Mutsuhito als Kaiser von Japan auf dem Chrysanthementhron platz. Unter seiner Herrschaft erlebte das japanische Kaiserhaus wieder einen Aufschwung, den schon sein Vater in die Wege geleitet hatte. Schon Kaiser Komei hatte damit begonnen, die Macht der Shogune einzuschränken.


Shogune waren Mitglieder der Kriegerkaste der Samurai. Sie übernahmen für den Kaiser die Ausübung der Macht in den einzelnen Landesteilen. Nach und nach wuchs ihre Macht immer mehr. Von 1192 an wurde Japan von Shogunen verschiedener Familien kontrolliert und regiert. Von 1603 bis 1868 herrschte die längste Friedensperiode in Japan, die sogenannte Edo-Zeit. Edo war der Name eines kleinen Fischerdorfs, bevor Shogun Ieyasu es 1603 zu seinem Verwaltungszentrum machte.


Boote einer fremden Welt


Diese Zeit der Abschottung (sakoku) war im 19. Jahrhundert zu Ende. Besonders die Landung des US Navy Commodores Matthew Perry erzwang nach 200 Jahren eine Öffnung des japanischen Reiches. Vorher gab es unter anderem strikte Ausreiseverbote für Japaner und hohe Hürden für einreisende Ausländer.


Kaiser Komei, Vater von Mutsuhito, begann zunächst unfreiwillig mit der Öffnung des Reichs nach außen. Es wird vermutet, dass sein früher Tod im Alter von 35 Jahren damit zu tun hat. Konservative, nationalistische Anhänger waren gegen den Kontakt mit den als barbarisch angesehenen Ausländern.


Ära der erleuchteten Herrschaft


Kaiser Mutsuhito setzte diese Öffnung fort. Seine Regierungszeit wird heute als Meiji-Restauration bezeichnet. Meiji bedeutet erleuchtete Herrschaft und ist die offizielle Bezeichnung für die Regierungszeit (nengo) von Mutsuhito. Die Samurai wurden von einer mehr westlich orientierten Oberklasse abgelöst. Das führte zur so genannten Satsuma-Rebellion im Jahr 1877, als ein letzter Aufstand gegen den Kaiser und seine Truppen geprobt wurde. Der Film Der letzte Samurai handelt von dieser Schlacht.


Das alte Feudalsystem wurde schließlich abgeschafft, öffentliche Schulen wurden eingeführt, ebenso wie der gregorianische Kalender. 1889 führte Kaiser Mutsuhito eine Verfassung ein, die bis zum zweiten Weltkrieg in Kraft blieb, und verlegte den Kaisersitz von Kyoto nach Tokyo (östliche Hauptstadt).


In der Meiji-Zeit haben auch moderne japanische Großkonzerne wie Mitsubishi, Kawasaki ihre Wurzeln. Die Bevölkerung Japans verdoppelte sich von 1867 bis 1912 von 25 auf gut 50 Millionen Einwohner. Kaiser Mutsuhito starb am 30. Juli 1912 in Tokyo. Seither wird er nach dem Motto seiner Regierungszeit Meiji-tenno genannt. Ihm zu Ehren erbauten größtenteils Freiwillige den Meiji-Schrein in Harajuku in Tokio.


Text: -jj- 2.1.2008 // Bilder: Meiji-tenno PD;

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