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Telefonseelsorge: Eine Nummer gegen Kummer

Berühmte Personen

Telefonseelsorge: Eine Nummer gegen Kummer

Manchmal hat man Sorgen und Probleme, die man nicht mal seinen Eltern oder seinen besten Freunden erzählen möchte. Dann kann man per Telefon auf echte Beratungsprofis zurückgreifen. Die von den Kirchen eingerichtete Telefonseelsorge gibt es jetzt schon seit 1956. Und seit 1997 ist jeder Anruf für die Hilfesuchenden sogar kostenlos.


  Ehrenamtliche Berater 

Unter 0800/1110111 oder 0800/1110222 (Österreich: 147, Schweiz: 143 für Erwachsene, 147 speziell für Kinder und Jugendliche) erreicht ihr rund um die Uhr einen der vielen ehrenamtlichen Berater. Das heißt, die Männer und Frauen, die bei der Telefonseelsorge arbeiten, bekommen für ihre Arbeit kein Geld. Sie möchten einfach etwas Gutes tun, anderen Menschen helfen und Rat anbieten. Für den Anrufer besteht keinerlei Risiko, weil die Beratung anonym und vertraulich ist. Er muss weder Namen, noch Adresse, noch Wohnort preisgeben.

Immer ein offenes Ohr

Die Mitarbeiter werden in speziellen Schulungen auf ihre schwierige Aufgabe vorbereitet. Sie kennen die Anrufer zwar nicht persönlich, dafür haben sie immer wieder mit ähnlichen Problemen zu tun. Auf jeden Fall sitzen dort sehr verständnisvolle Zuhörer, die euch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Egal, ob ihr Stress in der Schule oder der Familie habt. Ob ihr mit Essproblemen oder Liebeskummer kämpft. Oder wenn ihr von euren Mitschülern fertiggemacht werdet.

Kompetent und anonym

Als Außenstehende können die Berater der Telefonseelsorge eure Sorgen oder Ängste ganz objektiv betrachten. Auf jeden Fall könnt ihr euch sicher sein, dass sie euch egal, um was es geht keine Vorwürfe machen oder euch zu einer Entscheidung oder Handlung drängen wollen. In vielen Fällen können die Mitarbeiter euch auch an andere Stellen weiter vermitteln, die sich mit ganz speziellen Problemen beschäftigen. Z.B. wenn ein Mädchen ungewollt schwanger wird, bei Drogenmissbrauch oder Mobbing in der Schule.

1956 in Berlin gegründet

Als die Telefonseelsorge im Oktober 1956 in Berlin ihren Dienst aufnahm, hieß sie noch Ärztliche Lebensmüdenberatung. In Berlin gab es damals die höchste Selbstmordrate in der ganzen Bundesrepublik. Schon ein Jahr später folgten die Standorte Kassel und Frankfurt. Inzwischen ist die Telefonseelsorge auf 105 Stellen mit 7.000 Mitarbeitern angewachsen. 20 bis 30 Millionen Euro lassen sich die Evangelische und Katholische Kirche das Projekt, das sie gemeinsam ins Leben gerufen haben, jedes Jahr kosten.

Beratung auch per Internet

Seit Ende der 90er Jahre wenden sich auch immer mehr Kinder und Jugendliche an die Telefonseelsorge. Das hat wohl auch damit zu tun, dass fast jeder ein Handy besitzt. Und wer sich nicht traut, über seine Probleme zu sprechen - das ist nach Erfahrung der Berater vor allem das männliche Geschlecht - hat auch die Möglichkeit übers Internet mit der www.telefonseelsorge.de Kontakt aufzunehmen. Hier kann man sich sowohl im Chat einklinken als auch per e-Mail beraten lassen.

Sprecht darüber

Wenn ihr wirklich nicht mehr alleine mit euren Problemen klar kommt, dann sprecht auf jeden Fall mit jemandem darüber. Ob das jetzt ein guter Freund ist, ein Vertrauenslehrer, der Schulpsychologe oder eben ein Mitarbeiter der Telefonseelsorge. Es ist keine Schande, sondern viel mehr sehr mutig, sich von jemandem helfen zu lassen!    

Noch mehr Beratungsstellen - im Internet und per Telefon:


- www.nummergegenkummer.de Telefonische Beratung für Kinder und Jugendliche am Kinder- und Jugendtelefon Mo-Sa zwischen 14 - 20 Uhr unter der 0800 111 0 333 kostenlos in Deutschland über Festnetz und Handy anrufen, anonym und vertraulich.

Nic 13.9.2006, akt. 26.9.2012 / Foto: Diamond, Vol. 1, CD 2  Communication

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