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Stalin: Mit eisernem Willen zur Macht

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Stalin: Mit eisernem Willen zur Macht

Kein Politiker des 20. Jahrhunderts hat der Sowjetunion so deutlich seinen Stempel aufgedrückt wie Josef Stalin. Wie sein Zeitgenosse Adolf Hitler ging auch der russische Diktator über Leichen. Als er am 3. April 1922 als Generalsekretär der KPdSU an die Macht kam, konnte niemand ahnen, dass sein Einfluss bis Ende der 80er fortwirken würde.

Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili wie Stalin eigentlich hieß kam am 21. Dezember 1879 in Georgien als Sohn eines Schuhmachers zur Welt.
Sein Vater war alkoholabhängig und starb, als der Junge 15 Jahre alt war. Auch mit Josefs physischer Verfassung stand es nicht zum Besten. Da er als Kind an Pocken erkrankt war, blieb sein Gesicht sein Leben lang entstellt. Sein linker Arm blieb aufgrund einer Blutvergiftung verkrüppelt.

Früher Rebell

Nach dem Tod des Vaters besuchte der junge George das orthodox-theologische Priesterseminar in Tiflis. Er galt als ausgezeichneter Schüler. Obwohl er frühzeitig begann, gegen die religiösen Verbote und Vorschriften des Instituts zu rebellieren. Das brachte ihm bei den Priestern und Mönchen, die den Unterricht abhielten, sowie bei seinen Mitschülern den Spitznamen Koba (der Unbeugsame) ein. Den Namen Stalin (der Stählerne) legte er sich 1913 selbst zu.

Arbeit im Untergrund

Noch im Priesterseminar kam Stalin mit kommunistischen Schriften in Berührung. Unter anderem von Karl Marx. Begeistert tritt er 1898 der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) bei und wird ein Jahr später wegen seiner politischen Aktivitäten vom Unterricht ausgeschlossen. Fortan versucht er sich als politischer Agitator, verbreitet illegale Propaganda und setzt sich für Massendemos und Revolutionen ein. Nach Spaltung der SDAPR schlägt er sich auf die Seite der Bolschewiken unter Wladimir I. Lenin, kommt jedoch wegen krimineller Machenschaften mehrfach in Haft.

Der über Leichen geht

1917 gelingt es Stalin, ins Zentralkomitee der Bolschewiki gewählt zu werden. Dort schließt er sich durch geschicktes Taktieren offenbar ganz den Ideen Lenins an und wird 1922 zum Generalsekretär der Partei ernannt. Obwohl Lenins in seinem Testament von 1924 die Absetzung des Emporkömmlings empfiehlt, verpflichten ihn seine Genossen, weiterzuarbeiten. Bis 1929 schaltet Stalin sämtliche Gegner innerhalb der Partei aus. Allen voran seinen Hauptkonkurrenten Trotzki. 1929 ist der Weg frei, seine Idee einer totalitären Diktatur mit ausgeprägtem Personenkult und einer gewaltorientierten Innen- und Außenpolitik durchzusetzen.

Säuberungsaktionen

In den darauffolgenden Jahren versucht Stalin sein Land in so genannten Fünf-Jahres-Plänen wirtschaftlich zu modernisieren und zu einem Industriestaat zu machen. Das geschieht vor allem durch brutal durchgeführte Zwangskollektivierung. Den Bauern wurde ihr Land weggenommen, die Landbevölkerung umgesiedelt. Anstelle des Privateigentums setzte Stalin die gemeinschaftliche Nutzung von Äckern und Industrieanlagen. Auch innenpolitisch räumte Stalin auf. Im Zuge einer umfassenden Säuberungsaktion in Partei und Armee wurden vor allem zwischen 1935 und 1938 zahlreiche Politiker und fast alle Generäle exekutiert.

Einer gegen alle

Aus dem drohenden Weltkrieg wollte Stalin die Sowjetunion heraushalten. Deshalb schloss er mit Hitler im Frühjar 1939 den so genannten Nicht-Angriffs-Pakt, in dem bereits die Aufteilung Polens geregelt wurde. Als die deutschen Truppen dennoch zehn Monate später in Russland einfielen, übernahm Stalin 1941 selbst den Oberbefehl über die Rote Armee. Nach anfänglichen Erfolgen der Deutschen sind Hitlers Truppen im Winter 1942/43 bei Stalingrad am Ende. Stalin schlägt sich auf die Seite der Alliierten, verspielt jedoch die guten Beziehungen indem er Churchill als Kriegsbrandstifter brandmarkt.

Mit Glasnost gegen Stalin

In der Nachkriegszeit verschärft sich der Ost-West-Konflikt immer mehr, was schließlich zum Kalten Krieg führt. Nach dem Tod Stalins am 5. März 1953 beginnt sein Nachfolger Chruschtschow mit der Entstalinisierung. In einer Rede auf dem Parteitag von 1956 distanziert er sich von einigen Verfehlungen der Stalinzeit, die er jedoch allein Stalin anlastet, ohne die Herrschaft der KPdSU in Frage zu stellen. Auch der Versuch, totalitäre Strukturen zu beseitigen, stößt in allen Ländern des Ostblocks auf Widerstand. Erst durch Gorbatschows und seine in Richtung Westen offene Glasnost-Politik wird die endgültige Wende eingeleitet.

Nic 02.04.02, Foto: Library of Congress, PD; Briefmarke: gemeinfrei.

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