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Samuel Ruiz Garcia - ein Kämpfer für die Armen

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Samuel Ruiz Garcia - ein Kämpfer für die Armen

Bischof Samuel Ruiz Garcia hat am 16. September den Internationalen Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg erhalten. Damit ehrt die Jury seinen Einsatz für die Belange der Indios in Mexiko. Der 76-Jährige zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der katholischen Kirche in Lateinamerika.

Samuel Ruiz Garcia wurde 1924 im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato als Sohn von Mestizen geboren. Nach Beendigung seiner theologischen Studien an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und anschließender Promotion in Theologie und Bibelwissenschaften empfing er 1949 dort auch seine Priesterweihe.

1960 wurde Samuel Ruiz Carcia Bischof der im Indio-Gebiet gelegenen südmexikanischen Diözese San Cristobal de Las Casas und damit einer der Nachfolger des berühmten Dominikanerbischofs Bartholome de Las Casas, der bereits im 16. Jahrhundert für die Rechte der Ureinwohner eintrat.

Auch Bischof Ruiz engagierte sich für die Rechte dieser unterdrückten und ausgebeuteten Volksgruppe. Damit zog er sich den Zorn und Hass der Großgrundbesitzer zu, die ihn den "roten Bischof" oder "Vaterlandsverräter" nannten. Er bekam Morddrohungen. Im Jahre 1994 tauchten sogar Fahndungsphotos mit dem Bild des Bischofs auf Stromkästen und Hauswänden auf.

Als sich 1994 die Indios in Chiapas zu einer Rebellion erhoben, verurteilte er eindringlich die Gewalt, äußerte aber auch Verständnis für die Verzweiflung der in der "Nationalen Zapatistischen Befreiungsarmee" organisierten Ureinwohner. Für Ruiz Garcia war es selbstverständlich, sich als Vermittler zwischen Regierung und aufständischen Indios zur Verfügung zu stellen. Ende 1994 trat er sogar in einen Hungerstreik, um die festgefahrenen Verhandlungen wieder in Gang zu bringen
Auch von einer Amtsenthebung durch den Vatikan war zeitweilig die Rede, was angesichts des Rückhalts, den der Bischof in der Bevölkerung nach wie vor genießt, schwierig geworden wäre: Über 20.000 Bauern protestierten in einem Brief an Papst Johannes Paul II. gegen die drohende Absetzung des Bischofs.

Nach 40 Jahren an der Spitze des Bistums San Cristobal de las Casas ist Bischof Samuel Ruiz Garcia in den Ruhestand getreten, doch sein Einsatz für die Menschenrechte geht weiter.

(RR - 17. 9. 2001)

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