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Rote Hand: Eine Aktion gegen Kinder als Soldaten

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Rote Hand: Eine Aktion gegen Kinder als Soldaten

Am 12. Februar wird in verschiedenen Ländern der Welt der Red Hand Day begangen. Er erinnert an die vielen Kindersoldaten auf der Welt. Mit der "Aktion Rote Hand" soll ein Zeichen gegen den Missbrauch von Kindern in Kriegen gesetzt werden.

Etwa 250.000 Kinder sind gezwungen, Waffen in die Hand zu nehmen und zu töten. Sie werden zu Mördern gegen ihren Willen. Sie werden in die riskantesten Situationen gebracht, die jedem Erwachsenen zu gefährlich wären. Um dies zu verhindern, trat am 12. Februar 2002 das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention in Kraft, nach dem Kinder unter 18 Jahren nicht Soldat werden dürfen. Am gleichen Tag wurde der erste Red Hand Day begangen. Durchgeführt wird der Red Hand Day von der "Aktion weißes Friedensband", die im Februar 2003 gegen den Irakkrieg gegründet wurde.

Rote - Hand - Transparente

Du möchtest den Red Hand Day ebenfalls unterstützen? Das geht ganz einfach. Ihr könnt Transparente mit euren roten Händen bedrucken und diese als Solidarität mit den Kindersoldaten z.B. an der Fassade eurer Schule aufhängen. Materialien bekommt ihr über www.friedensband.de! Oder ihr beteiligt euch an der Unterschriftenaktion, die wir euch am Ende dieses Artikels erklären. 

 
Was sind eigentlich Kindersoldaten?

Als Kindersoldaten bezeichnet man alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, die zu einer Regierungsarmee oder anderen bewaffneten Gruppe gehören. Dabei ist es egal, ob sie aktuell in einem Konflikt kämpfen oder nicht. Die meisten Kindersoldaten gibt es in den afrikanischen Ländern Uganda, Burundi, Kongo und anderen. Aber auch in Russland, Kolumbien und einigen Ländern in Asien und im Mittleren Osten werden Kinder in bewaffneten Konflikten eingesetzt.

Wie lebt ein Kindersoldat?

Die meisten Kindersoldaten sind nicht freiwillig bei der Armee. Häufig wurden sie verschleppt und dazu gezwungen, andere Menschen umzubringen. In manchen Regionen sehen Kinder und Jugendliche ihre einzige Chance zum Überleben darin, sich den Kämpfern anzuschließen, da sie hier wenigstens etwas zu essen bekommen.

Soldat zu sein bedeutet für die Kinder, dass sie nicht mehr leben dürfen wie ein Kind, nicht mehr spielen und in die Schule gehen können, sondern mit grausamen Methoden zum Morden gezwungen werden. Um sie gefügig zu machen, werden den Kindern Alkohol und Drogen verabreicht. Da die militärischen Führer die Kinder als minderwertigere Kämpfer betrachten, setzen sie diese häufig für besonders gefährliche Aufgaben ein, z. B. als Minensucher, Spione oder Lockvögel.  Viele Kindersoldaten kommen ums Leben oder werden körperlich und seelisch schwer verletzt.

Auch die übrigen Kinder der Krisenregionen leiden unter der Gefahr, von den Bewaffneten verschleppt zu werden. In Uganda beispielsweise flüchten Kinder aus ländlichen Gebieten jeden Abend in die Städte der Umgebung, wo sie in öffentlichen Gebäuden schlafen um nicht nachts aus ihren Dörfern gekidnappt zu werden. Sie müssen dafür stundenlange Fußmärsche hinter sich bringen und verpassen deshalb häufig die Schule. Viele Schulen stehen deshalb ganz leer, weil die Kinder nicht mehr kommen können.

Gibt es auch Kindersoldatinnen?

Mädchen sind sogar besonders gefährdet. Einerseits werden auch sie zum Kämpfen gezwungen wenngleich seltener als die Jungen, vor allem leiden sie jedoch unter sexueller Ausbeutung. Sie werden vergewaltigt oder mit Soldaten zwangsverheiratet. Sie stecken sich daher leicht mit Aids oder anderen Geschlechtskrankheiten an und werden, wenn sie Kinder bekommen, mit diesen häufig im Stich gelassen.

Nach der Armee

Kindern, denen es gelingt, aus der Armee auszubrechen oder die entlassen werden, brauchen therapeutische Hilfe, um das zu verarbeiten was sie erlebt haben. Sie müssen nachholen, was sie an Schulbildung verpasst haben. Sie müssen wieder lernen, sich in ihrer Familie oder einer anderen sozialen Gemeinschaft einzupassen. Versöhnung ist nötig. Schließlich haben diese Kinder viele Menschen umgebracht oder verletzt. Bisher waren sie gefürchtet, weil sie so grausam waren. Organisationen wie UNICEF oder das Kinderhilfswerk bieten in manchen Regionen ihre Hilfe an.

In Deutschland finden Kindersoldaten kaum eine neue Bleibe, da es hier nicht als Asylgrund gilt, wenn man als Kind zum Morden gezwungen wurde. Wenn Kinder aus diesem Grund hierher fliehen wollen, werden sie in der Regel ausgewiesen!

Kleine Waffen für kleine Soldaten

Kleine Waffen wie Pistolen, Gewehre und kleine Raketen können auch schon Kinder bedienen. Sie sind billig und werden massenweise in Bürgerkriegen verwendet. Deshalb fordert die Rote Hand Aktion 2007 Politiker dazu auf, Gesetze zu machen, die die Herstellung solcher Waffen verbieten. Auch in Europa werden Kleinwaffen hergestellt und z. B. in Kriegsgebiete in Afrika verkauft.

Mit einer Unterschriftenaktion zum Red Hand Day 2007 soll die Bundeskanzlerin, Angela Merkel dazu aufgefordert werden, sich für europaweite Gesetze stark zu machen, die Kleinwaffen verbieten. Um 16 Uhr werden in Berlin die Unterschriftenlisten an das Bundeskanzleramt übergeben. Alle Berliner sind dazu herzlich eingeladen. Ihr könnt schon um 13 Uhr an den Reichstag kommen und dort die letzten Unterschriften sammeln.

Die Internetseite der Roten Hand findet ihr hier.

Text: Roland Rosenbauer/Nic/lm, 9. 2. 2014, Bilder: friedensband.de

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