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Ölkrise 1973

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Ölkrise 1973

Stellt euch vor: Ihr setzt euch Sonntagabend vor den Fernseher und schaut die Nachrichten. Statt dem gewohnten Bild von kilometerlangen Staus auf den deutschen Autobahnen, seht ihr gähnende Leere auf der Piste. Egal, ob zwei-, vier- oder sechsspurig alle Autobahnen sind leer. Einfach nix los.

Autofreier Sonntag

Genau vor 35 Jahren war solch ein Tag. Damals, am Sonntag dem 25. November 1973, galt in Deutschland ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge auch autofreier Sonntag genannt. Dazu wurden die Tempobeschränkungen mit 80 Stundenkilometern auf Landstraßen und 100 auf Autobahnen eingeführt. Die Ursache für diese - von der Regierung beschlossenen - Maßnahmen waren die Ölkrise und die Konflikte im Nahen Osten. Und plötzlich betrafen die Konflikte zwischen arabischer Welt und Israel auch jeden einzelnen in Europa.....

Wie entstand die Ölkrise

Mit dieser Ölkrise - der absichtlichen Verknappung des Öls - setzten die arabischen Mitglieder der OPEC, das ist Abkürzung für Organisation der erdölexportierenden Länder, die ölkaufenden Länder unter Druck.

Sie verringerten die Menge des täglich geförderten Öls. Je weniger Öl gefördert wird, desto weniger kann gekauft werden. Je weniger Öl es zu verkaufen gibt, desto teurer wird es. Käufer sind hauptsächlich westliche Industrienationen. Die arabischen Länder wollten auf diese Länder Druck ausüben. Sie wollten so lange wenig Öl produzieren, bis diese Länder Probleme mit ihrer Energieversorgung bekamen. Bis zum Beispiel in Deutschland, Frankreich oder Holland nicht mehr genug Öl da war, um die Schulen zu heizen oder in den Fabriken normal zu produzieren.

Die arabischen Länder wollten auf diese Weise erreichen, dass die betroffenen Länder die israelische Regierung beeinflussten. Die Araber wollten, dass Israel sich aus den 1967 im Sechs-Tage-Krieg eroberten Gebieten zurückzieht.

Der Sechs-Tage (1967) und der Jom Kippur-Krieg (1973)

Immer wieder war es zu Auseinandersetzungen arabischer Länder und der Israeli im Nahen Osten gekommen. So auch im so genannten Sechs-Tage Krieg, der vom 05. 10. Juni 1967 dauerte. Israel konnte in diesem Krieg den Gazastreifen, die Halbinsel Sinai bis zum Suezkanal, Westjordanien einschließlich der Altstadt von Jerusalem und die Golanhöhen, die Teile Syriens waren, besetzen. Die arabischen Länder wollten diese Gebiete wieder zurück bekommen. Die Wut und die Angriffe verschärften sich.

Schließlich überfielen ägyptische und syrische Truppen 1973 Israel am jüdischen Feiertag Jom Kippur (Versöhnungstag). Syrien erreichte auf den Golanhöhen, Ägypten auf der Sinaihalbinsel anfängliche Erfolge. Allerdings unterstütze die USA Israel mit erheblichem militärischen Mitteln und schließlich konnte Israel den Kriegsverlauf wenden. Die arabischen Länder versuchten nun mit ihren eingeschränkten Erdöllieferungen die westlichen Industriestaaten zu einer Änderung ihrer Nahostpolitik zu bewegen.

Folgen für die europäischen Abnehmerländer

Am 25. Oktober 1973 begangen die OPEC Staaten einen Lieferboykott gegen Israel freundliche Länder. Sie drosselten ab dem 05. November die Ölförderung um 25 Prozent. Als erstes westliches Erdöl- Abnehmerland verhängten daraufhin die Niederlande am 04. November ein Fahrverbot. Auch in Großbritannien wurde die dortige wirtschaftliche Krise durch den Lieferboykott verschärft. Am 7. Januar 1974 wurde sogar die Drei-Tage Arbeitswoche erlassen, um die Energieversorgung aufrecht zu erhalten.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Preis von leichtem Heizöl sechs mal teurer. War er Ende 1972 bei zwölf Pfennig pro Liter, stieg er 1974 auf 70 Pfennig pro Liter. Gleichzeitig steigerten die OPEC-Staaten ihre Einnahmen von 14, 3 Milliarden US-Dollar 1972 auf 90,5 Milliarden 1974. Um sich nicht finanziell zu ruinieren und nicht völlig abhängig zu werden, reagierten die europäischen Länder mit Energiesparmaßnahmen. Außerdem wurden nun die einheimischen Ölquellen, wie zum Beispiel in der Nordsee, gefördert. Langfristig wurde nach von Dritten unabhängigen Energiequellen gefahndet. Man entschied sich, trotz heftigen Widerstand aus der Bevölkerung, für die Förderung der Kernenergie.

Mehr zum Thema "Energie" erfahrt ihr in WAS IST WAS Band 3 "Energie".

-ab/rr-25.11.03 akt. 2008 Text / Fotos: Photodisc "Environmental concerns".

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