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Nero - ein Kaiser regiert mit Mord und Intrigen

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Nero - ein Kaiser regiert mit Mord und Intrigen

Nero ist einer der umstrittensten Herrscher des alten Roms. Lange galt er als der selbstverliebte Wahnsinnige, der die Christen verfolgte und Rom anzündete. Doch dieses Bild ist nicht vollständig. Denn Nero war auch das Opfer seiner herrschsüchtigen Mutter. Die ersten Jahre seiner Regentschaft werden heute als die wohl besten für das römische Volk angesehen und er förderte die Künste, die Wissenschaft und das Theater - dennoch war sein Leben von Intrigen, Morden und Herrschsucht geprägt - wie in einem Krimi.

Neros Mutter

Julia Agrippina, auch Agrippina die Jüngere genannt, war die Schwester des Kaisers Caligula. In erster Ehe war sie mit Gnaeus Domitius Ahenobarbus verheiratet. Aus dieser Ehe stammte ihr einziger Sohn, Lucius Domitius Ahenobarbus, später Nero genannt. Im Jahr 49 heiratete Agrippina ihren eigenen Onkel, Kaiser Claudius. Dieser hatte einen leiblichen Sohn, den kränkelnden Britannicus, der aber bei der späteren Thronfolge einfach übergangen wurde.

Wie Nero an die Macht kam

Nero wurde am 15. Dezember 37 nach Chr. geboren. Agrippina versuchte mit allen Mitteln ihren Sohn zum Herrscher über das römische Reich zu machen. Zu diesem Zweck bot sie ihm auch eine umfassende Bildung. Nero wurde von den besten Lehrern in Latein, Mathematik und Literatur unterrichtet. Einer seiner wichtigsten Erzieher war der berühmte Denker Seneca. Als Nero 16 Jahre alt war, heiratete er die 12jährige Octavia, auf Betreiben seiner Mutter.

Ohne den extremen Ehrgeiz seiner höchst umstrittenen Mutter Julia Agrippina, wäre er wahrscheinlich nie Kaiser geworden. Schon auf seinem Weg auf den Kaiserstuhl waren Morde und Verrat nötig. Nero wurde nach dem Tod von Claudius im Jahr 54, am 13. Oktober, als Nachfolger auf dem Thron des Kaisers des Römischen Reiches ausgerufen. Er bestand die Prüfung der Prätorianer, der Angehörigen der Leibwache des Herrschers und der strengen Senatoren ohne Probleme. Allgemein waren zunächst alle begeistert von Nero als neuem Herrscher.

Gerüchte

Es ist nicht bewiesen, dass Agrippina Claudius ermorden ließ. Allerdings gibt es die Behauptung, Agrippina habe ihren Onkel und vierten Mann, Kaiser Claudius, mit einem Pilzgericht vergiftet. Sicher ist auf jeden Fall, dass sie zunächst die Politik des Reiches bestimmte. Großen Einfluss auf Nero hatte auch Seneca.

Ein Jahr lang hielt sich Nero als achtsamer Regent, der sich den Traditionen verpflichtet fühlte und den Senat und seine Entscheidungen achtete. Nero war begeistert von Griechenland und dem Hellinismus. Das missfiel dem reichen römischen Adel, denn sie hatten Angst, sie müssten auf Standesvorteile verzichten.

Politik - Macht - Intrigen

Bald schon begannen persönliche Intrigen und Morde die Regentschaft zu bestimmen. Im Jahre 55 starb Neros Stiefbruder Britannicus. Ob der Kaiser ihn töten ließ oder Britannicus an seiner Erkrankung starb, ist nicht geklärt. Von seiner Frau Octavia ließ sich Nero scheiden und schickte sie in die Verbannung. Gleichzeitig hatte er immer wieder Geliebte.

Über diese Beziehungen stritt er mit Agrippina so heftig, dass er seine Mutter aus dem Weg räumen wollte. Erst verbannte er sie, schließlich ließ er sie im März 59 ermorden. Immer mehr verwandelte sich Nero in einen eitlen Herrscher, der den Senat entmachtete und tat wonach ihm der Sinn stand. Die Herrschaft geriet immer mehr außer Kontrolle.

Nero war bis 68 auf dem Thron. Doch statt zu regieren, widmete er sich seinen Vergnügen. Er liebte die Kunst, das Schauspiel, vor allem die großen Inszenierungen und so inszenierte er sich auch immer wieder selbst mit großen Auftritten vor seinem Volk. Häufig wird seine Selbstverliebtheit erwähnt.

Wegen seiner grausamen Taten, seiner Selbstverliebtheit und dem Hang zum Größenwahnsinn wird Nero auch als verrückt beschrieben, doch ist dies anhand der historischen Quellen nicht zu belegen.

Rom brennt

Im Jahr 64 erlebte Rom einen der katastrophalsten Brände seiner Geschichte. Der Brand brach in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli in einem Laden des Circus Maximus aus. Durch den heftigen Wind angefacht, verbreitete er sich sehr schnell im ganzen Circus. Drei der vierzehn Stadtteile Roms wurden vollkommen zerstört. Der Brand hatte zwei Drittel der Stadt vernichtet, das Feuer wütete sechs Tage und sieben Nächte.

Nero wurde erst viel später verdächtigt, selbst Brandstifter engagiert zu haben um den Brand zu legen. In den damaligen Quellen wurde oft von fahrlässiger Brandstiftung gesprochen. Allerdings vertrat er die wahnwitzige Idee, "sein" Rom auch nach seinen Vorstellungen neu aufbauen zu lassen. Prächtiger und prunkvoller als je zuvor. So ließ er nach dem Brand auch gleich eine riesige Palastanlage errichten.

Christen als Sündenböcke

Den Verdacht, er habe das Feuer legen lassen, lenkte Nero um: Er wählte die Christen als Sündenbock. Öffentlich machte man Jagd auf die damals noch kleine Glaubensgruppe. Christen wurden öffentlich verbrannt, erschlagen oder in der Arena den wilden Tieren vorgeworfen.

Neros Ende

Im Jahr 65 wurde eine Verschwörung des Senats mit dem Ziel Nero zu töten aufgedeckt. Für den Senat war Nero nicht mehr tragbar. Daraufhin ließ Nero die Verschwörer entweder komplett enteignen oder er zwang sie, sich umzubringen. Auch Seneca war unter den Verschwörern und brachte sich um.

Nero kümmerte sich immer weniger um Politik. 66 nach Chr. Er reiste durch Griechenland, machte bei der Olympiade mit und lebte in Luxus. Die Steuern erdrückten manche Teile des Reiches, das vor dem Ruin stand. Immer mehr Präfekten und Verwalter sowie die königliche Garde wehrten sich gegen Nero. Sie wagten einen Aufstand gegen den Herrscher. Schließlich ergriff der Senat die Chance, legte einen Nachfolger fest und erklärte Nero zum Staatsfeind. Nero floh aus der Stadt und brachte sich am 9. Juni 68, aus Angst vor seinen Verfolgern selbst um.

-ab-13.10.04 Text

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