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NATO - Militär für den Frieden?

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NATO - Militär für den Frieden?

NATO steht für North Atlantic Treaty Organization, übersetzt heißt das so viel wie Organisation des Nordatlantikpaktes. Nach dem zweiten Weltkrieg wollten die Unterzeichnerstaaten ein militärisches Verteidigungsbündnis schaffen. Es sollte eine Wertegemeinschaft westlicher Demokratien zum Schutz vor der Sowjetunion sein.

Denn nach dem zweiten Weltkrieg kam es zwischen den USA und der Sowjetunion zu Spannungen. 1946/47 hatten Russland und Amerika widerstreitende Interessen in der Türkei, Iran und Griechenland. Sowohl die UdSSR als auch die USA hatten dort Ziele und Pläne, die denen der jeweils anderen widersprachen. Die Ziele und Pläne bezogen sich auf Bodenschätze und die politische Ausrichtung der betroffenen Länder. Man bezeichnet eine solche Situation auch als geostrategischen Interessenskonflikt.

Der Eiserne Vorhang teilt Europa

Diese Auseinandersetzung wird heute als Beginn des so genannten Kalten Krieges verstanden. Kalter Krieg deswegen, weil er nicht wie ein echter Krieg mit Waffen offen ausgetragen wurde.

Russland geriet allerdings schon vorher über die Aufteilung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg noch in weiteren Streit mit den anderen Siegermächten wie Frankreich und Großbritannien. Es bestand ein großes Misstrauen gegenüber Russland. Der britische Premierminister Winston Churchill sprach schon am 5. März 1946 von einem Eisernen Vorhang, der von Stettin bis Triest über Europa niedergegangen sei.


Winston Churchill



Als Antwort auf die empfundene Bedrohung durch Russland gründeten 12 Staaten am 4. April 1949 die NATO. Die NATO-Staaten der ersten Stunde waren USA, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen und Portugal. Das Hauptquartier der NATO liegt in Brüssel.

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Unterzeichnung des NATO-Vertrages in Paris 1949; mit freundlicher Genehmigung des Dt. Bundestages

Der NATO-Vertrag sieht vor, dass sich die Mitgliedsstaaten im Falle eines Angriffs militärisch Beistand leisten. Ein Angriff auf ein Mitglied wird als Angriff auf alle anderen verstanden. Allerdings besteht keine automatische militärische Beistandspflicht, jedes Land kann sich also mehr oder weniger aussuchen, wie es seinen Beistandspflichten nachkommen will. Etwa durch die Bereitstellung von Sanitätern oder anderen notwendigen nichtmilitärischen Maßnahmen.

Die NATO setzt sich aus verschiedenen Abteilungen zusammen. Das oberste so genannte Gremium ist der Nordatlantikrat. Dort sitzen die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten. Dann gibt es noch die Nordatlantische Versammlung, in der insgesamt 188 Parlamentarier aus den Mitgliedsstaaten sitzen. Das höchste militärische Gremium der NATO ist der Militärausschuss. Dort sitzen die Stabschefs aller Mitgliedsstaaten. Stabschefs sind hochrangige Militärs. Vorsitzender des Militärausschusses ist seit Juli 2002 der deutsche General Harald Kujat.

Kalter Krieg sonniger Frieden?

Nach dem Ende des kalten Krieges, also zu Beginn der 90er Jahre, fiel mit der Berliner Mauer und der Sowjetunion auch der ursprüngliche Grund für das Militärbündnis weg. Die vermeintliche Bedrohung aus dem Osten gab es in der Form nicht mehr. Mit den Londoner und Pariser Erklärungen von 1990 bot die NATO den ehemaligen Gegnern eine Zusammenarbeit an.

Denn die ehemaligen Gegner hatten sich in meist friedlich verlaufenden Revolutionen von den sozialistischen Diktaturen befreit. Um dieser Zusammenarbeit der ehemaligen Gegner eine offizielle Basis zu geben wurde Ende 1991 der Euro-Atlantische Partnerschaftsrat gegründet.

Der Ernstfall

Die Anschläge vom 11.9. 2001 in New York und Washington wurden als Angriff auf die Allianz ausgelegt. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat die NATO den so genannten Bündnisfall nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrages ausgerufen. Deshalb gab es die politischen Streitigkeiten in Deutschland, ob und wie den Amerikanern zu helfen sei. Im Rahmen dieses Bündnisfalls wurden die deutschen Soldaten nach Afghanistan geschickt.

Allerdings war die NATO auch schon vorher im Einsatz. Denn ihre grundlegende Ausrichtung ist die Sicherheit und Aufrechterhaltung von Sicherheit im europäischen Raum. So war die NATO auch im Rahmen des Jugoslawienkriegs im Einsatz.

1995 war die SFOR (Stabilisation Force = Stabilisierungskraft) in Bosnien und Herzegovina eingesetzt, mit dabei waren 1700 deutsche Soldaten. Auch der KFOR-Einsatz (Kosovo Force) 1999 lief unter dem Kommando der NATO (4700 deutsche Soldaten), ebenso wie die Operation Essential Harvest (Unverzichtbare Ernte). Dabei wurden albanische Extremisten entwaffnet.

Die Zukunft der NATO

Mittlerweile sind 28 Staaten Mitglieder der NATO. Zu den zwölf Gründungsmitgliedern kamen 1999 Polen, Tschechien und Ungarn hinzu. Die letzte Erweiterung fand am 29. März 2004 statt. Dabei kamen Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien hinzu. Albanien und Kroatien traten 2008 dem Bündnis bei.

Auch in Zukunft wird die NATO ein wichtiges Bündnis für die Sicherung von Frieden und Stabilität in Europa spielen, und der weltweite Terror stellt das Bündnis vor neue Aufgaben. Auch die vermehrten humanitären Einsätze in Krisengebieten machen den Wandel der NATO von einem rein defensiven Bündnis hin zu aktiver Friedensgestaltung deutlich.

Ob die Menschen jemals so weit sein werden, dass es kein Kriegsgerät mehr zur Sicherung des Friedens braucht?

Noch mehr Infos findet ihr im angehängten Artikel

-JJ- 02.04.04

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