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Napoleons Russlandfeldzug

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Napoleons Russlandfeldzug

Nach der vernichtenden Niederlage seiner Truppen traf Napoleon am 19. Dezember 1812 in Paris ein. Der Krieg mit Russland war der bedeutsamste Schritt zu seinem Niedergang. 1812 waren die Ressourcen Frankreichs durch die vielen Kriege völlig aufgebraucht.

Ende des 18. Jahrhunderts war die Welt im Umbruch. Die alten Monarchien mussten neuen Strukturen weichen. Am deutlichsten sichtbar wurde dieser Vorgang in der Französischen Revolution.

In den zehn Jahren zwischen dem Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 bis zum Beginn der Herrschaft Napoleons am 9. November 1799 vollzog sich in Frankreich der Übergang von der frühen Neuzeit zur Moderne. Diese Zeit stellt einen der wichtigsten Einschnitte in der europäischen Geschichte dar.
 
 
Die Koalitionskriege


Mit Ausnahme des ersten wurden diese Konflikte auch Napoleonische Kriege genannt. Sie dauerten von 1792 bis 1815. Mit der ersten Koalition (1792-1797) versuchten Österreich und Preußen, die Französische Revolution rückgängig zu machen und vor allem deren Auswirkungen auf die Königshäuser einzudämmen.

Weitere wichtige Mächte Europas schlossen sich an. Erst das Königreich Piemont-Sardinien, und nach der Enthauptung des französischen Königs Ludwig XVI. auch Großbritannien, Spanien, die Niederlande und Neapel.

Den Krieg gegen die Koalition hatte allerdings Frankreich mit der Kriegserklärung vom 20.04.1792 begonnen. Zwischen 1795 und 1797 wurden mit Ausnahme Großbritanniens mit allen Beteiligten Friedensverträge geschlossen.

Ab 1799 herrschte Napoleon Bonaparte in Frankreich. Großbritannien blieb Kriegsgegner, und Napoleon konnte das Weltreich während seiner ganzen Herrschaft nicht besiegen. In wechselnden Koalitionen europäischer Mächte wurden weitere Kriege gegen die französische Republik beziehungsweise Napoleon Bonaparte geführt.

1806 verbündeten sich Preußen, das Kurfürstentum Sachsen und Russland gegen Frankreich. Diese vierte Koalition endete 1807 und hielt nicht einmal ein Jahr. Am 14 Juni 1807, in der Schlacht bei Friedland, schlug eine 80.000 Mann starke Armee unter Napoleons Führung ein 60.000 Mann starkes russisch-preußisches Heer.

Der russische Zar Alexander I. und Napoleon schlossen am 7. Juli 1807 den Frieden von Tilsit. Später unterlief Russland das Vertragswerk, indem es neutralen Schiffen erlaubte, britische Waren in seinen Häfen zu löschen. Die daraus entstandenen Spannungen mit Frankreich lösten 1812 Napoleons Russlandfeldzug aus.
 
 
Der sechste Koalitionskrieg
 

Unter dem Begriff sechster Koalitionskrieg (18121814) werden der Russlandfeldzug und die Befreiungskriege zusammengefasst.

Mit mehr als 600.000 Soldaten, darunter preußische 60.000, österreichische 30.000 sowie rheinbündische Truppen, überschritt Napoleon am 23. Juni 1812 die Memel. Dies war die größte Armee, die es in Europa jemals gegeben hatte. Nur Schweden hatte sich unter dem neuen Kronprinzen und ehemaligen französischen General Bernadotte abseits gehalten und war ein Bündnis mit Russland eingegangen.

Napoleon wollte eine schnelle Entscheidungsschlacht herbeiführen, die den Krieg bald beenden und Friedensverhandlungen einleiten sollte. Doch die russischen Truppen wichen betont langsam in die Weiten des Landes zurück und hinterließen verbrannte Erde. Deshalb konnten die Eroberer sich nicht aus den Erzeugnissen des Landes versorgen, wie Napoleon es bisher bei anderen Feldzügen erfolgreich praktiziert hatte.

Als die Truppe nach nicht einmal zwei Monaten am 17. August 1812 Smolensk erreichte, zählte sie nur noch 160.000 Mann.


Die Schlacht von Borodino am 7. September brachte hohe Verluste auf beiden Seiten, aber keine Entscheidung. Insgesamt 60.000 Menschen hatten hier ihr Leben verloren. Am 14. September wurde Moskau genommen.

Nach dem Einmarsch wurde die Stadt - vermutlich von den Russen selbst - in Brand gesetzt. Die Soldaten der französischen Grande Armée litten unter Hunger, Krankheiten, Schnee und Kälte.

Alexander I. weigerte sich, Verhandlungen mit Napoleon aufzunehmen. Am 18. Oktober gab Napoléon den Befehl zum Abmarsch. In den kalten Nächten erfroren tausende Pferde, was die Schwächung der Kavallerie, das Zurücklassen und Sprengen der Kanonen und der Versorgungswagen zur Folge hatte. Fehlender Nachschub, Krankheiten sowie ständige Angriffe der russischen Kosaken setzten den französischen Truppen schwer zu.


In der Schlacht an der Beresina wurde Napoleons Grande Armée endgültig zerschlagen. Napoleon musste sich mit seinem Heer zurückziehen; 275.000 Tote und 200.000 Gefangene der großen Armee Napoleons waren zu beklagen.

Nur 20.000 französische Soldaten übertraten im Dezember 1812 lebendig die preußische Grenze. Der Befehlshaber des preußischen Hilfskorps, Yorck von Wartenburg, trennte sich von der Grande Armée und schloss in der Konvention von Tauroggen eigenmächtig einen Waffenstillstand mit dem Zaren.
 

Napoleons Niedergang

Nach der vernichtenden Niederlage seiner Truppen in Russland traf Napoleon am 19. Dezember 1812 in Paris ein. Während seine Soldaten noch auf dem Heimweg nach Frankreich waren, hatte der Kaiser sich beeilt - aus Sorge wegen eines möglichen Putsches gegen ihn -, schnellstmöglich zurück in die Hauptstadt zu gelangen. In Deutschland führte die Niederlage Napoleons zu einem Aufschwung der nationalen Bewegung.

Unmittelbar nach seiner Rückkehr begann Napoleon damit, eine neue Armee auszubilden. Mit einer unerfahrenen Truppe ohne Kavallerie marschierte Bonaparte nach Deutschland. Tatsächlich siegte er bei Lützen am 2. Mai 1813 und bei Großgörschen und Bautzen am 20. und 21. Mai.

Doch die reorganisierte preußische Armee hatte sich in einen ernst zu nehmenden Gegner gewandelt, der den Franzosen hohe Verluste beibrachte. In der Schlacht bei Großbeeren verhinderten die Verbündeten die Besetzung Berlins durch die Franzosen. In der Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. Oktober bis zum 19. Oktober 1813 fügten die verbündeten österreichischen, preußischen, russischen und schwedischen Truppen Bonaparte die kriegsentscheidende Niederlage zu.

Napoleon musste sich nach Frankreich zurückziehen. Am 31. März 1814 nahmen die alliierten Truppen Paris ein. Napoleon dankte am 6. April ab und wurde auf die Insel Elba verbannt.

Noch mehr Napoleon

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Text : RR 17. 12. 2007
Bilder: Napoléon auf dem Rückzug von Moskau, Gemälde von Adolf Northern, Lizenz: GNU-FDL

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