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Mungo Park erforscht Afrika

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Mungo Park erforscht Afrika

Im Jahr 1795 war der innere afrikanische Kontinent noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Der 23jährige schottische Arzt Mungo Park wollte dies ändern und brach zu seiner ersten Afrika-Expedition auf. Er konnte beweisen, daß die beiden großen Ströme Niger und Nil nicht zusammenhängen.

Mungo Park wurde am 11. September 1771 als siebtes von 13 Kindern einer Bauernfamilie in Schottland geboren. Seine Eltern besaßen nicht viel Geld, aber das Einkommen aus der Farm reichte aus, um den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen.


Ein wißbegieriger junger Mann

Obwohl die gläubigen Eltern für ihren Sohn einen Beruf als Geistlicher geplant hatten, studierte er lieber Medizin und Botanik. Zusammen mit seinem Schwager James Dickson unternahm Mungo Park botanische Wanderungen durch die Schottischen Highlands.

Dickson war ein anerkannter Fachmann der Botanik und hatte sich als Samenhändler in London einen Namen gemacht. Durch Dickson lernte Mungo Park auch Sir Joseph Banks, den Präsidenten der Royal Society, kennen.

Die Reise nach Sumatra

Auf die Empfehlung von Joseph Banks hin wurde Mungo Park Assistenzarzt auf einem Schiff der Ostindien-Kompanie, das 1793 nach Sumatra, aufbrach.

An Bord eignete er sich Grundkenntnisse in der Astronomie an und lernte die Bestimmung der geographischen Breite und Länge mit Hilfe der Sterne. Die Reise dauerte ein ganzes Jahr. Als er nach England zurückkehrte brachte er acht bis dahin unbekannte Fische mit und hielt darüber einen Vortrag vor der anerkannten Linnean Society.  

Der Weg nach Afrika

Wild und unerschlossen lagen weite Teile des afrikanischen Kontinents noch Anfang des 19. Jahrhunderts. Durch seine medizinischen Kenntnisse und Reiseerfahrungen qualifiziert, bewarb sich Park bei der der Britischen Afrikagesellschaft (African Association).

Seine Beziehungen zu Joseph Banks erwiesen sich nun als Sprungbrett, um seine Abenteuerlust ausleben zu können. Durch Banks Empfehlung erhielt Mungo Park den Auftrag, dort das größte geographische Geheimnis seiner Zeit zu lösen: die Nigerfrage.

Die geheimnisvollen Ströme Afrikas

Die Lebensadern des afrikanischen Kontinents waren damals noch vollkommen unerforscht. Man kannte weder den Lauf des Nil, noch des Kongo oder eben des Niger. Dieser war damals noch eine Legende. Weder die Quelle noch der Lauf, noch die Mündung waren bekannt.

Nur der antike griechische Historiker und Geograph Herodot hatte den Strom erwähnt. Im Mittelalter hatten die arabischen Reisenden Leo Africanus und Ibn Battuta von ihm berichtet. In Europa verfolgten Gelehrte dagegen die Theorie, dass der legendäre Niger nichts anderes als der Nil war und dass dieser den kompletten Kontinent durchzog.

Mungo Parks erste Afrikareise

Am 22. Mai 1795 ging Mungo Park in Portsmouth an Bord des Handelsschiffes "Endeavour". Im Juni erreichte das Schiff die Westküste Afrikas. Von dort aus fuhr der Abenteurer den Gambia-Fluss 150 Kilometer hoch zur Handelsstation Pisania.

Dahinter lag undurchdringlicher Dschungel. Kein Europäer hatte diese Welt bislang erforscht. Nur arabische Händler kamen von dort, handelten mit Elfenbein, Goldstaub und Sklaven.

In Pisania erkrankte Park an einem Fieber - wahrscheinlich Malaria. Erst im November hatte er sich davon wieder erholt. Die Zeit der Ruhe nutzte er zum Erlernen der  Mandingo-Sprache der Einheimischen.

Im Reich der Sklavenhändler

Ende November brach Park zusammen mit zwei afrikanischen Dienern sowie einem Pferd und zwei Eseln ins Landesinnere auf.
Auf der bekannten Route der arabischen Sklavenkarawanen zog er durch die kleinen Reiche Wuli, Bondu und Kajaaga.

Am 7. März 1796 wurde Park von dem muslimischen Herrscher Ali festgenommen und verschleppt. Einen Diener verkauften die Muslime als Sklaven, dem anderen gelang es, mit Aufzeichnungen von Mungo Park nach Gambia zurück zu kehren. Erst am 2. Juli schaffte es Mungo Park mit einem Pferd zu fliehen.

Drei Wochen später - am 21. Juli sah er vermutlich als erster Europäer den Niger.

Am 16. September 1796 traf Park in dem Dorf Kamalia in Manding ein. Dort blieb er sieben Monate. Erst am 19. April 1797 verließ er mit einer Karawane den Ort und war am 10. Juni wieder in Pisania. London erreichte er am 24. Dezember 1797.

Ein anerkannter Forscher

Parks Rückkehr war für seine Zeitgenossen eine Sensation. Immerhin waren vor ihm drei Expeditionen gescheitert. Aus seinen Erkenntnissen wurden Landkarten gefertigt, sein Buch Reise in das Innere von Afrika 179597 verkaufte sich wie heute ein Bestseller.

Park blieb nicht in London, sondern zog zurück nach Schottland. Dort heiratete er eine alte Freundin und ließ sich in Peebles als Landarzt nieder.
Einige Jahre lebte er in ruhiger Beschaulichkeit, doch eine innere Unruhe ließ ihn nicht los. Obwohl er den Oberlauf des Niger erhellt und unerforschtes Gebiet durchreist hatte, blieb er Fluß geheimnisvoll. Noch immer wusste niemand, wohin der Strom floss.

Eine Reise in den Tod

Mungo Park war dem Zauber Afrikas verfallen: Gegen viele Warnungen unternahm er 1805 eine zweite Reise. Er wollte in die geheimnisvolle Stadt Timbuktu, doch er sollte sie nie erreichen. Im Alter von nicht einmal 35 Jahren ist er wahrscheinlich im Niger ertrunken. Über seinen Verbleib rankten sich jahrzehntelang zahlreiche Legenden.

Seine Aufzeichnungen gelangten noch in die Heimat, eindrucksvolle Berichte voller Abenteuer und Detailinformationen über ein Gebiet mitten in Afrika, das Anfang des 19. Jahrhunderts nur aus den Erzählungen einheimischer Händler bekannt war.

Die Mündung des Nigers wurde 1830 von den Gebrüdern Richard und John Lander entdeckt.


 
Mehr über Entdecker und ihre Reisen erfahrt ihr im WAS IST WAS Band 5 Entdecker und ihre Reisen. 

Text: RR, Stand: 21. 5. 2010, Bilder aus "Reisen in Central-Afrika" 1859, Karte zu Mungo Parks Reisen: Jens Nachtigall (GDFL).


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