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Montenegro wieder unabhängig

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Montenegro wieder unabhängig

Montenegro war die kleinste Teilrepublik in Jugoslawien. Seit dem 4. Februar 2003 ist sie als selbständiger Staat Mitglied der Gemeinschaft Serbien und Montenegro. Am 21. Mai 2006 wurde eine Volksabstimmung abgehalten, in der die Mehrheit der Wahlberechtigten für die Unabhängigkeit votierten.

Montenegro ist ein relativ dünn besiedeltes Gebirgsland auf dem Balkan (Südosteuropa). Daher kommt auch der Landesname, der wörtlich übersetzt schwarzer Berg bedeutet. Der Begriff stammt aus dem Venezianischen. Die Berge gehören zum Dinarischen Gebirge und fallen zur Adria hin steil ab. Das Land grenzt an Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Albanien.


Wechselhafte Geschichte


Das Territorium des heutigen Montenegros kam mit der Reichsteilung des römischen Imperiums 395 zur italischen Präfektur der Provinz Illyrien. Kaiser Justinian I. gliederte das Gebiet im Jahr 535 wieder in das Oströmische Reich ein, wo es bis 1077 verblieb. Die Fürstentümer in der Region konnten bis ins 15. Jahrhundert hinein ihre Selbständigkeit behaupten. Erst das Vordringen der Osmanen setzte dem ein Ende. Die Türken kontrollierten die Küstenorte. Das Gebirge, in dem es keine größeren Siedlungen gab, wurde politisch nie richtig beherrscht.


Mit Ende des russisch-türkischen Krieges hatte 1878 das Osmanische Reich seine letzten Gebiete auf dem Balkan verloren. Da Deutschland auf dem Balkan keinerlei Interessen hatte, vermittelte Otto von Bismarck zwischen den Parteien. Der Berliner Friede vom 13. Juli 1878, erkannte Bulgarien als souveränen Staat an und erklärte die Fürstentümer Rumänien, Serbien und Montenegro für souverän. Bis 1918 blieb Montenegro ein eigenständiges Fürstentum mit der Hauptstadt Cetinje. Nach dem 1. Weltkrieg wurde es in das Königreich Jugoslawien eingegliedert. Auch in der Sozialistischen Bundesrepublik Jugoslawien war Montenegro von 1945 bis 1992 Teilrepublik. Nach dem Zerfall Jugoslawiens trat Montenegro in ein Bündnis mit Serbien ein.

Bevölkerung

Montenegro hat rund 621.000 Einwohner auf einer Gesamtfläche von 13.812 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 47 Einwohnern pro Quadratkilometer, was ein rein statistischer Wert ist, denn die meisten Menschen leben in den Städten, während das Hinterland nach wie vor sehr dünn besiedelt ist.

Die Frage, ob die Montenegriner ein eigenes Volk oder ein Teil des serbischen Volkes sind, ist in der Bevölkerung umstritten. 43 % sind Montenegriner, 32 % Serben und rund 25 % slawische Muslime, so genannte Bosniaken.
Die Amtssprache ist eine Variante des Serbischen.

Politik:

Im Gegensatz zu Serbien kommt in Montenegro die  Vergangenheitsbewältigung gut voran. Der jüngste Krieg in Jugoslawien wird aufgearbeitet und friedliche Beziehungen zu den Nachbarstaaten hergestellt. So hat sich das Land bei Kroatien wegen der Teilnahme am Krieg entschuldigt. Im Jahr 2005 wurden Entschädigungszahlungen für Plünderungen und Verwüstungen in Kroatien vereinbart.


Spitzenpolitiker der regierenden Partei DPS (Demokratische Partei der Sozialisten) plädierten seit langem für die Unabhängigkeit Montenegros. Bei einer sehr hohen Wahlbeteiligung von 86,3 Prozent wurde die notwendige 55%-Mehrheit am 21. Mai 2006 knapp überschritten. Der endgültige Zerfall Jugoslawiens wurde somit besiegelt, da auch der letzte verbliebene Staatenbund zerfiel. Das letzte, im Jahr 1993 abgehaltene Referendum war noch zugunsten eines Verbleibs bei Serbien ausgegangen.


Das montenegrinische Parlament muss jetzt innerhalb von 60 Tagen nach der offiziellen Verlautbarung des Ergebnisses die formelle Unabhängigkeitserklärung aussprechen.

RR 29. 5. 2006 Bilder: Wikipedia GNU Public Domain

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