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Minamoto no Yoritomoto der erste Shogun Japans

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Minamoto no Yoritomoto der erste Shogun Japans

Im Jahr 1192, also vor 815 Jahren, wird Minamoto no Yoritomo zum ersten Shogun Japans ernannt. Die große Samuraifamilie Minamoto gründet das erste Shogunat und läutet damit die Kamakura-Zeit ein. Doch was sind Shogune und Samurai und wie kam es dazu, dass eine Kriegerfamilie mehr Einfluss bekam als der Kaiser?

Was sind Samurai?

Bild links: Samurai in voller Bewaffnung (um 1860)

Nachdem im Kaiserreich Japan die Wehrpflicht abgeschafft wurde, verließ sich die Regierung immer stärker auf gut ausgebildete Krieger aus dem niedrigeren Landadel, um das Land zu verteidigen und ihr Herrschaftsgebiet auszudehnen. Diese Krieger nannte man Samurai (übersetzt Diener oder Begleiter).

Sie hatten eine ähnliche Position wie die Ritter in Europa. Ihre große Bedeutung erhielten sie, als sie im 9. Jahrhundert vom Hofadel, der viele Gebiete in der Provinz besaß, Land geliehen bekamen, das sie für den Grundherren verteidigen und verwalten sollten. So kamen einige Samuraifamilien zu großem Wohlstand und Einfluss in Japan.

Was ist ein Shogun?

Als Shogun bezeichnet man den Anführer aller Samuraifamilien. Der vollständige Titel heißt Seii Taishogun, was übersetzt so viel bedeutet wie Unterdrücker der Barbaren und großer General. Der Shogun ist mit dem europäischen Herzog zu vergleichen, aber im Lauf der Zeit wurde er sogar einflussreicher und mächtiger als der japanische Kaiser, der Tenno. Der Haushalt und der Verwaltungsapparat der Shogune wird als Shogunat oder bafuku (Zelt- oder Militärregierung) bezeichnet.

Der Weg zum ersten Shogun

Mitte des 12. Jahrhunderts erfüllten die beiden Samuraifamilien Taira und Minamoto Polizei- und Militäraufgaben. Diese Familien hatten durch ihren großen Landbesitz sehr viel Einfluss.

1156 kam es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Taira, die den aktuellen Kaiser unterstützten und den Minamoto, die auf Seiten des alten, abgedankten Tennos waren. Die Taira siegten, worauf der Anführer der Minamoto getötet wurde.

Die Minamoto wurden daraufhin ins Abseits gedrängt und vom neuen Regenten der Taira unterdrückt. Um sich aus dieser Situation zu befreien, starteten sie einen weiteren Angriff, der in den Schlacht von Uji endete.

Der Gempei-Krieg

Nachdem die Taira in der Schlacht von Uji 1180 gesiegt hatten, trat nun Minamoto no Yoritomo zum Kampf an. Ihm war es bis 1183 gelungen wieder einige japanische Gebiete für die Minamoto einzunehmen. Als die Armee seines Bruders Yoshitsune dann noch den erfolgreichen Taira-General Heiankyo besiegt hatte, konnten die Minamoto zum letzten Angriff blasen. In der Seeschlacht von Dan-no-Ura gelang es der zahlenmäßig überlegenen Minamoto-Flotte die Taira und den Kaiserhof entgültig zu besiegen. Damit war der fünfjährige Krieg beendet.

Das Kamakura-Shogunat

Bild rechts: Minamoto no Yoritomo

1192 wird Minamoto no Yoritomo wegen seiner militärischen Leistungen vom geschlagenen Tenno zum Shogun erklärt, obwohl er bei den wichtigen Schlachten immer seinen Bruder hatte kämpfen lassen. Da ihm als Shogun alle Samurai und Grundherren unterstanden, und er damit ein riesiges Land besaß, war er mächtiger als der Kaiser. Er richtete eine Militärherrschaft ein, in der die Samurai das Land verwalteten. Er regierte von Kamakura aus.

Nach Minamotos Tod fiel das Shogunat an den Clan der Hojo, dem seine Frau angehörte. Die Hojo vernichteten nun die kaiserliche Armee und kontrollierten somit die Rangfolge der nächsten Tennos. In der Folgezeit konnte das Reich zweimal erfolgreich gegen mongolische Invasionsversuche verteidigt werden.

Der Legende nach wurde die Flotte der Mongolen durch einen von Göttern gesandten Taifun, dem Kamikaze (Götterwind), zerstört. Dann wandten sich viele Samuraifamilien vom Shogun ab, weil sie für ihre Dienste im Krieg keine Belohnung in Form von Ländereien erhielten. Dies war aber gar nicht möglich, da bei der Verteidigung gegen die Mongolen keine Gebiete zum Reich hinzugekommen waren. Im Jahre 1333 konnte das Kamakura-Shogunat vom amtierenden Tenno gestürzt werden. Es bestand 141 Jahre lang.

Wenn dich die Geschichte der japanischen Ritter interessiert, dann wirf doch auch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 94: Samurai

08.08.2007; Text: Jan Wrede, Bilder: Wikipedia  

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