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Guimarães: Mit ganzem Herzen Kulturhauptstadt 2012

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Guimarães: Mit ganzem Herzen Kulturhauptstadt 2012

Portugal ist stolz auf Guimarães. Die Stadt im Norden des Landes einst Sitz der portugiesischen Könige wurde zur Kulturhauptstadt des Jahres 2012 gewählt. Diese Ehre teilt sich Guimarães mit dem slowenischen Maribor.


Abbildung: Die Klosterburg von Guimarães - hier wurde Portugals erster König gekrönt
Guimarães einst Regierungssitz der Könige Portugals - ist die europäische  Kulturhauptstadt 2012. Gemeinsam mit dem slowenischen Maribor tritt sie damit die Nachfolge von Turk (Finnland) und Tallinn (Estland) an. Es ist eine Ehre, aber auch eine große finanzielle Last. Zwar erhält die Stadt für die Veranstaltungen 2012 Zuschüsse von der EU, einen großen Teil muss sie jedoch selbst bezahlen. 25 Millionen Euro hat die Stadt dafür vorgesehen und das ist für so eine kleine Stadt natürlich ein riesiger Betrag.  

Europa hat gewählt

 
 
Seit 1985 wählt Europa jedes Jahr zwei Kulturhauptstädte. Damit möchte man den Städten zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen, ihnen mehr Touristen verschaffen und kulturelle Projekte in den Bereichen Kunst, Theater, Musik und Architektur fördern. Vergeben wird der Titel immer nach dem gleichen Muster. Ein altes und ein neues EU-Mitglied darf jeweils einen Titelträger vorschlagen.

Aufschwung dringend nötig


Guimarães hat den Aufschwung dringend nötig. Früher verdienten die Menschen hier ihr Geld in der Schuh- und Textilindustrie. Seit aber in China billig produziert wird, mussten viele Firmen schließen. Heute liegt die Arbeitslosigkeit bei 14 Prozent. Deswegen setzen die Menschen große Hoffnung in das Projekt Kulturhauptstadt 2012. 

Abbildung: Das Rathaus von Guimarães 


Die "Wiege der Nation"


Warum die Wahl auf Guimarães gefallen ist? Das Universitätsstädtchen mit nur 52.000 Einwohnern spielt in der Geschichte des Landes eine entscheidende Rolle. Jedes Mädchen und jeder Junge in Portugal weiß, dass Guimarães die "Wiege der Nation" ist. "Hier wurde Portugal geboren", prangt in großen Buchstaben auf der Wehrmauer, die schon im Mittelalter einen Schutzwall gegen die Angriffe der Spanier bildete.

Erster Sitz der portugiesischen Könige

Das Nationalheiligtum Portugals ist die uralte Klosterburg von Guimarães. Hier ließ sich Afonso Henriques, ein Sohn des Herzogs Heinrich von Burgund, zum ersten König Portugals krönen. 1139 hatte er die Mauren besiegt und sich von den Spaniern losgesagt. Kastilien, so nannte sich Spanien damals, erkannten das unabhängige Königreich 1143 vertraglich an.
 
Abbildung: Die portugiesische Flagge weist auf den ersten König Portugals zurück. Die fünf blauen Schilde stehen für die fünf maurischen Könige, die Alfonso I. damals noch Herzog - in der Schlacht von 1139 besiegt hatte.  



Innenstadt ist Weltkulturerbe

 
Als der Regierungssitz nur wenig später nach Lissabon verlegt wurde, verfiel die Burg. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie umfassend restauriert und damit zum Wallfahrtsort der Nation gemacht. Heute ist sie eine der am besten erhaltenen Festungsanlagen des Landes. Auch die Altstadt kann sich sehen lassen. Der fast lückenlos erhaltene mittelalterliche Stadtkern mit prachtvollen Kirchen, Klöstern, Plätzen und gekachelten Herrenhäusern gehört seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
 

1,5 Millionen Touristen erwartet

Trotz seiner historischen Bedeutung stand Guimarães lange im Schatten der knapp 60 Kilometer entfernt liegenden Hafenstadt Porto. Viele Touristen haben auf Rundreisen lieber dort einen Stopp eingelegt. Das soll sich jetzt ändern. Bis zu 1,5 Millionen Besucher aus Deutschland, Japan, Italien, Spanien, Brasilien und den USA möchten die Veranstalter mit ihrem vielfältigen Kulturprogramm in den portugiesischen Norden locken.

Bürger mit dem Herzen dabei


 
Über das Jahr 2012 verteilt locken 600 Veranstaltungen und 200 Workshops an 20 verschiedenen Austragungsorten der Stadt. Das Besondere: die Einwohner sind mit ganzem Herzen dabei und an vielen Projekten direkt beteiligt. Als Symbol prangen deshalb überall in der Stadt rote Herzen. Eine große Rolle im Festivalprogramm werden Architektur, Design und experimentelle Musik spielen.
Mehr erfahrt ihr auf der Website der Kulturhauptstadt. Lesefutter zu Europa gibt es in WAS IST WAS Band 113 "Europa".   
Nic 26.1.2012 / Fotos: pd  bzw. Genu-Lizenz für Freie Dokumentation, Auto: Nuno Tavares bzw. Creative Commons Lizenz, Autor: CTHOE 
http://www.wasistwas.de/aktuelles/artikel/link//b4de680c11/article/guimaraes-mit-ganzem-herzen-kulturhauptstadt-2012.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=1935

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