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Gab es in der Ritterzeit auch schon Schulen, in denen man etwas anderes als kämpfen, reiten oder nähen gelernt hat?

Berühmte Personen

Gab es in der Ritterzeit auch schon Schulen, in denen man etwas anderes als kämpfen, reiten oder nähen gelernt hat?

Wenn ja, was haben die Menschen damals beigebracht bekommen? Wo haben sie gelernt und gab es Unterschiede je nachdem aus welchem sozialen Stand sie stammten? Nicoletta aus Brühl möchte diese Fage gern beantwortet haben.

Die meisten Leute besuchten im Mittelalter nie eine Schule. Viele Menschen haben in ihrem Leben auch nie nur ein einziges Buch gesehen. Der Buchdruck wurde erst 1450 erfunden. Bis dahin waren Bücher sehr kostbar, denn sie wurden mit der Hand geschrieben und gezeichnet. Diese Kunst der Buchmalerei beherrschten vor allem die Mönche und Nonnen, die auch lesen und schreiben lernten und lehrten. Zunächst nur in Latein, das war die Sprache der Gelehrten. Ab 1500 gab es dann auch die ersten Verlage, die Bücher druckten und so wurden die Bücher billiger.

Während die Kinder von Bauern und einfachen Leuten das lernten, was sie für ihr Leben benötigten, also die Feldarbeit, das Versorgen der Tiere und des Haushalts und die Mädchen eben auch spinnen, weben oder kochen, bekamen die adeligen Kinder auch Unterricht in Latein. Manche Eltern schickten ihre Kinder in Klosterschulen. Dort lernten sie von den Mönchen und Gelehrten. Das Wissen lag im christlichen Europa zunächst in den Händen der Kirchenvertreter. Auf dem Lehrplan stand damals Latein und das Wissen und die Künste der alten Griechen und Römer. Bis zum 12. Jahrhundert gab es fast nur Klosterschulen.

Fürsten und reiche Städte wollen bald die Bildung fördern. Je stärker der Handel auch mit anderen Ländern wuchs, desto wichtiger war es, sich verständigen zu können und gebildetete Bürger und Mitarbeiter zu haben. Auch die Stadtverwaltung wollte gut ausgebildete und fähige Beamte in ihren Reihen. Schließlich werden in Italien die ersten Universitäten gegründet. Es folgen weitere Mittelmeerländer, aber auch Schweden und Dänemark und Deutschland. Köln und Heidelberg ziehen bald große Gelehrte an. Hier gibt es nicht nur theologischen Unterricht, hier gibt es auch Jura und Medizin, Mathematik, Logik oder Rheotrik und Musiktheorie. Es werden Ärzte, Ratsherren, Beamte, Richter Advokaten, Musiker und Naturwissenschaftler ausgebildet.

Neben der universitären Ausbildung gilt aber auch das Erlernen eines Handwerkerberufs sehr viel. Egal ob Steinmetz, Fassmacher, Schlosser oder Schreiner - der Sohn lernet von seinem Vater das Handwerk, geht erst in die Lehre, wird dann Geselle und schließlich Meister - und hat damit einen angesehenen Stand erreicht.

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