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Gab es im alten Rom auch schon Musikinstrumente?

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Gab es im alten Rom auch schon Musikinstrumente?

Gab es im alten Rom schon Musikinstrumente? Dafür hat sich Melanie aus Neuötting interessiert.

Schon im alten Rom spielte die Musik eine große Rolle. Eine Vielzahl der Instrumente stammt übrigens von den Etruskern, die Mittelitalien bis ca. 390 v. Chr. beherrschten. Auch von den Griechen ließen man sich inspirieren.

Die Römer legten großen Wert darauf, dass jedes Musikinstrument auch einen bestimmten Zweck erfüllte. So war es z.B. üblich mit der Tuba, einer gerade Trompete aus der Etruskerzeit, Kulthandlungen zu begleiten. Später kam sie auch bei Staatsaktionen, Begräbnissen, Opferungen und Hinrichtungen zum Einsatz.

Das Lituus, ein Horn mit gekrümmtem Schallbecher, wurde wegen seines hellen Tones oft bei Reiterattacken geblasen. Mit dem Cornu hingegen, einem Horn mit Querstab zum Halten, wurden insbesondere bei Land- und Seeschlachten Signale gegeben. Die so genannte Bucina, eine gewundene Trompete mit abnehmbarem Mundstück, entwickelte sich vom ursprünglichen Hirteninstrument zum Kultinstrument von hohem Rang.

Das römische Instrument schlechthin war allerdings die Tibia. Bei den Etruskern noch ein Knocheninstrument, wurde diese Querflöte bei den Römern aus Holz, Metall oder Elfenbein hergestellt. Die Tibia wurde bei Beerdigungen eingesetzt, um die Geister der Verstorbenen an ihrer Rückkehr zu hindern.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Musik in der Römischen Republik sehr eng an den Mysterienkult gebunden war. Musik war dazu da, Dämonen abzuwehren und die Teilnehmer einer kultischen Handlung in Ekstase zu versetzen. Auch der Totenkult ist ohne Musik nicht denkbar. Bei jeder Aufbahrung, Totenklage und Leichenprozession waren die Tibia und die Kithara, ein zwölfseitiges Zupfinstrument, beteiligt. Bei Theateraufführungen war Musik ebenfalls ein Muss.

In der Kaiserzeit gewann dann die Unterhaltungsmusik an Bedeutung. Musiker untermalten große Schauwettkämpfe und Veranstaltungen im Amphitheater und wurden zu jedem gesellschaftlichen Anlass engagiert. Ein beliebtes Instrument in dieser Epoche war übrigens die Wasserorgel. Sogar einige Herrscher nahmen Musikunterricht, um dieses Instrument zu erlernen.

30.10.2002

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