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Feste und Feiern zum Erntedank

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Feste und Feiern zum Erntedank

Das Erntedankfest ist eines der ältesten Feste überhaupt. Schon die alten Römer feierten in der Erntezeit ein Fest zu Ehren Ceres, der Göttin des Getreides. Das Fest hieß Cerelia daher kommt übrigens auch das englische Wort für cereals, also Cornflakes und ähnliche Produkte.

Die Griechen feiert ein Fest zu Ehren der Göttin Demeter, die Ägypter kannten das Min-Fest, die Juden das Sukkoth und die Chinesen das Chung Ch´ui. Das Erntedankfest hatte früher eine besonders große Bedeutung. Über 80 Prozent aller Menschen lebten auf und vom Land. Im Winter waren sie von der eingebrachten Ernte abhängig. Deshalb dankten sie am Ende der Erntezeit für das Gedeihen lassen der Früchte.


Zwei Termine, ein Anlass

Das kirchliche Erntedankfest wird etwa seit 1770 gefeiert. In der evangelischen Kirche feiert man Erntedank am ersten Sonntag nach Michaelis (29. September). In der katholischen Kirche gibt es keinen festgelegten Termin, meistens ist es aber der erste Sonntag im Oktober.


Gottesdienst für die gute Ernte

Zum Erntedankfest sind die Kirchen und Altäre mit den Früchten des Feldes und des Gartens geschmückt, die nach dem Gottesdienst verschenkt werden. Eine Erntekrone wird an den Altar gebracht. Die Krone ist aus Ähren geflochten und mit Feldfrüchten geschmückt. Im Gottesdienst wird Gott für die gute Ernte gedankt.


Festessen und Erntebier

In manchen Gemeinden werden Erntefeste mit Festessen und Tanz gefeiert, in ländlichen Gegenden gibt es manchmal Jahrmärkte. Es gibt auch den Brauch Strohpuppen auf dem Feld zu verbrennen. Die Erntefeste sind in früheren Jahrhunderten durch die Gutsherren entstanden, die alle Mägde und Knechte, zum Beispiel mit Erntebier und einem festlichen Essen bewirteten.


Erntepuppen als Opfergabe

In einigen Landstrichen wird aus den letzten Strohgarben eine Erntepuppe hergestellt, die als Opfergabe auf dem Feld bleibt. Heute sieht man noch manchmal solche Puppen auf dem Feld, die sind dann meisten aus Strohballen gefertigt. Anderswo glaubte man, dass der Geist des Getreides in der Puppe steckt. Deshalb wurde sie nach dem Fest wieder mit nach Hause genommen und dort bis zum nächsten Erntedankfest aufbewahrt.


Thanksgiving die amerikanische Variante

Auch in Amerika feiert man das Erntedankfest, dort heißt es Thanksgiving. Dieser Feiertag ist einer der wichtigsten des Jahres. Er geht zurück ins Jahr 1621, als die Pilgrims, die Pilgerväter, die mit der Besiedlung Neu Englands begannen, die erste und sehr erfolgreiche Ernte feierten. Es gibt sehr traditionelle Thanksgiving Gerichte, der Truthahn ist dabei das Hauptgericht. Es gibt ungezählte Varianten des Rezeptes. Im Prinzip sieht es so aus: Truthahn mit Preiselbeeren, Kürbiskuchen, süßen Kartoffeln und Mais in Käserahm.


Danke für die Gaben

So unterschiedlich das Brauchtum in den verschiedenen Regionen und Ländern auch ist, eines ist überall gleich: Am Erntedankfest bedanken sich die Menschen bei Gott für die Erde und ihre Früchte und für die Fülle an Früchten und Nahrungsmitteln, die es bei uns gibt.

Text: sw / 1.10.03 / Fotos: PhotoDisc Agriculture.

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