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Die Volksrepublik China

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Die Volksrepublik China

Am 1.10.1949 rief der kommunistische Parteichef Mao Zedong in Peking die "Volksrepublik China" aus. Mit dieser Staatsgründung ging ein langer Bürgerkrieg zu Ende.

China gehört zu den ältesten Zivilisationen der Menschheitsgeschichte. Schriftliche Aufzeichnungen über die chinesische Kultur reichen über 3.500 Jahre zurück. Laut Überlieferung sollen die ersten Dynastien schon vor 5.000 bis 6.000 Jahren gelebt haben. Historische Belege dafür gibt es allerdings nicht.


Die Kaiserzeit

Über Jahrtausende hinweg regierten in China die Dynastien der großen Kaiser. Das begann mit der Qin-Dynastie (221207 v. Chr.) und endete mit der Qing-Dynastie (1644 - 1911). Dazwischen regierten andere Herrscher mit ihren Familien. In den über 2000 Jahren des chinesischen Kaiserreichs wechselten sich Zeiten relativer Stabilität mit Einfällen nomadischer Völker aus dem Norden und heftigen Verwerfungen zwischen den Dynastien ab. Zwischendurch kam es dadurch auch zu teils lang andauernden Teilungen des Reiches. In der traditionellen chinesischen Geschichtsschreibung spielen die Zeiten der Teilung aber nur eine untergeordnete Rolle. 1759 erreichte das Chinesische Reich mit 11,5 Millionen Quadratkilometern die maximale Ausdehnung in seiner gesamten Geschichte und war somit deutlich größer als heute.


Vom Kaiserreich zur Kolonie

Im 19. Jahrhundert verloren die chinesischen Kaiser ihr Gesicht. Schuld waren andere Großmächte wie England und Rußland. England wollte die chinesische Wirtschaft in den entstehenden Weltmarkt integrieren. China schaffte es nicht, sich gegen die Freihandelspolitik der westlichen Mächte zu wehren und versuchte eine Politik der offenen Tür. Dadurch wurde die chinesische Wirtschaft so stark geschädigt, dass sie zusammenbrach, Massenarmut war die Folge. China geriet mehr und mehr auf das Niveau einer Kolonie.


Das 20. Jahrhundert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag die Qing-Dynastie in Trümmern. Der letzte Kaiser Pu Yi war erst fünf Jahre alt, als der Revolutionär Sun Yatsenam 1. Januar 1912 die Republik China ausrief. Einen Monat später wurde der kindliche Kaiser zur Abdankung gezwungen. Es folgte eine Zeit des Umbruchs an deren Ende die heutige Wirtschaftsmacht China steht.


Bürgerkrieg

Nach der Abdankung des Kaisers war das Land zunächst instabil. Bis 1927 gab es viele lokale Konflikte, in denen Revolutionäre und Generäle versuchten, die Herrschaft über das Riesenreich zu erringen. Dann brach der chinesische Bürgerkrieg aus, in dem die nationalistische Kuomintang unter General Chiang Kai-shek und die Kommunistische Partei Chinas unter Mao Zedong um die politische Führung Chinas kämpften. Der Bürgerkrieg begann nach dem Nordfeldzug Chiangs 1927 und endete mit der Flucht der Kuomintang 1949 nach Taiwan.


Im Blickpunkt der Großmächte

Der Verlauf des chinesischen Bürgerkrieges wurde wesentlich von ausländischen Mächten beeinflusst und gelenkt. Vor allem die beiden Weltmächte, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion, hatten großes Interesse an der Entwicklung des Konflikts während die Amerikaner eine friedliche Beilegung und den Erhalt der Kuomintang-Regierung erreichen wollten, ging es den Sowjets um eine Verbreitung des Kommunismus in China. 1949 wurde die nationalchinesische Kuomintang-Regierung von Chiang Kai-shek abgelöst. Der chinesische Bürgerkrieg forderte über eine Million Todesopfer und führte zur bislang schon mehr als ein halbes Jahrhundert andauernden Spaltung Chinas in die sozialistische Volksrepublik China, die das gesamte Festland umfasst, sowie die heute demokratische Republik China der früheren Kuomintang auf der Insel Taiwan.


Gründung der Volksrepublik

Am 1.10.1949 rief der kommunistische Parteichef Mao Zedong in Peking die "Volksrepublik China" aus. Die neue Regierung formte einen Staat nach dem ideologischen Vorbild des Leninismus, folgte jedoch nicht den Strukturen der Sowjetunion. Die Wiederherstellung der Volkswirtschaft in den ersten drei Jahren  der Volksrepublik China bescherten der kommunistischen Führung Popularität. Die Landwirtschaft wurde gefördert und neu aufgebaut, so dass China sich selbst versorgen konnte.

Rückschläge

1958 verkündete Mao Zedong ein neues Wirtschaftsprogramm, den so genannten "Großen Sprung nach vorn". Auf dem Land sollten neben landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften tausende industrieller Produktionsbetriebe errichtet werden. Der Plan scheiterte jedoch, denn der erzeugte Stahl war nur von minderer Qualität und so endete das Chaos der Umstrukturierung in einer Hungersnot.


Kulturrevolution

Diese Katastrophe schadete dem Ansehen Maos und nützte dessen Weggefährten Deng Xiaping, der diese Art der Politik durchaus kritisierte. Er und Staatspräsident Liu Shaogi leiten in dieser Zeit wirtschaftliche Reformen ein. Mao merkte, dass er zunehmend unter Druck geriet und inszenierte die so genannte Kulturevolution um seine Machtposition zu erhalten.
1966 entmachtete Mao Deng Xiaoping. Allerdings entglitt ihm diese Kulturrevolution immer mehr und stürzte China in bürgerkriegsähnliche Zustände. Der Volkszorn der einfachen Menschen richtete sich nun gegen eine gebildete Mittelklasse, wie Ärzte oder Lehrer. Schließlich musste sogar die Armee eingesetzt werden. Endgültig beendet wurde diese Kulturrevolution schließlich mit dem Tod Maos, 1976. Sie kostete Millionen von Menschen das Leben und zerstörte die damalige Bildungsschicht fast vollkommen.


Kommunismus nach Mao

Nach dem Tod Maos wurde Deng Xiaoping wieder rehabilitiert und machte sich sofort wieder daran, die höchsten politischen Ämter zurückzuerobern. In dieser Phase wurden die Beziehungen zum Westen weiter verbessert, die Volksrepublik China wurde international anerkannt.
Mehr über Deng Xiaoping erfährst du in dem unten angehängten Artikel, wenn du auf den entsprechenden Link klickst.

Die neue Wirtschaftsmacht China


Rechts: Chinas Staatschef Hu Jintao im Jahr 2002.

Deng Xiaoping führte China in die "sozialistischen Marktwirtschaft", Reichtum galt nun als schick. An der Küste wurden versuchsweise Sonderwirtschaftszonen eingerichtet. Die Volkskommunen wurden aufgelöst, und Bauern war es erlaubt, auf eigene Rechnung zu wirtschaften. Seitdem gehört Chinas Wirtschaft zu den am schnellsten wachsenden der Welt.



Mehr über die chinesische Geschichte gibt es im WAS IST WAS Band 109 Das alte China.

Text: RR, Stand 30. 9. 2009, Bilder: PD China; Hu Jintao: Helene Stikkel: pd

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