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Die Völkerwanderung

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Die Völkerwanderung

Der römische Erdkreis stürzt. Mit diesem Ausruf kommentierte Kirchenvater Hieronymus 396 das buchstäblich weltbewegende Ereignis der europäischen Völkerwanderung. In der KAH Bonn läuft dazu bis Dezember eine Ausstellung mit mehr als 1000 Schmuckstücken, Waffen und Münzen.

Als Völkerwanderung bezeichnet man den Zug vor allem germanischer Volksstämme im 2. bis 6. Jahrhundert n.Chr. Ausgelöst wurde dies hauptsächlich durch den Einfall der Hunnen aus Westen in die Gegend nördlich des Schwarzen Meeres.

Das versetzte die dort lebenden Volksstämme in Angst und Schrecken und ließ sie jahrzehntelang auf eine teils tausende Kilometer lange Wanderschaft gehen. Auf der Karte sind die Wanderungsbewegungen der verschiedenen Stämme zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert dargestellt.

Diesem Ereignis widmet die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik eine große Sonderausstellung, die noch bis 7. Dezember zu sehen ist. Die Ausstellung folgt in ihrem Aufbau dem zeitlichen Ablauf der Ereignisse. Begonnen wird mit der Vorgeschichte der Völkerwanderung, der Auseinandersetzung der Römer mit den Barbaren.


Vom 1. Jahrhundert vor Christus bis ins 1. Jahrhundert danach begrenzten die von den Römern so genannten Barbaren, die jenseits von Rhein und Donau leben, die Ausbreitung des Römischen Reiches. Auch wollten die Barbaren teilhaben an den Schätzen und Errungenschaften des Reichs.


Der Helm ist ein oströmischer Import aus dem 6. Jahrhundert.

Gegen Ende des 3. Jahrhunderts begaben sich Germanen vermehrt auf Plünderungszüge und machten reiche Beute, wie die so genannten Barbarenschätze aus dem Rhein zeigen. Doch neben all den kriegerischen Auseinandersetzungen gab es auch friedlichen Austausch zwischen den so unterschiedlichen Gesellschaften. Der Einfall der Hunnen schließlich führte zu großen Wanderungen verschiedenster, aber hauptsächlich germanischer Stämme.


Um Konflikten vorzubeugen, versuchte Rom, sich durch Gold das Wohlwollen und Stillhalten der in Bewegung befindlichen Menschenmassen zu erkaufen. Beweis dafür sind die reichhaltig und prunkvoll ausgestatteten Kriegergräber, die das Geltungsbedürfnis der barbarischen Herrscher dokumentieren.


Die Völkerwanderung verändert den Kontinent grundlegend. Der mal friedliche , mal kriegerische Austausch und Kontakt der Kulturen, sowie die Verbreitung des Christentums führt nach dem Niedergang Roms zu neuen Reichsbildungen. Den Abschluss der Ausstellung bildet die erste Niederschrift der Stammesgesetze der Saalfranken durch den Merowingerkönig Chlodwig I., der sich dadurch als Erbe der römischen Kaiser und Gesetzgeber präsentiert.


Eine gotische Adlerfibel, das ist eine Klammer, mit der Kleidung zusammengehalten wurde.



Ein Ende fand die Völkerwanderung durch die Langobarden. Ihnen widmet das Rheinische Landesmuseum Bonn ebenfalls eine Ausstellung, die vom 22. August 2008 bis zum 11. Januar 2009 zu sehen ist. Eine umfangreiche Mitmachausstellung für Kinder lädt speziell euch dazu ein, das Leben dieses Volkes zu entdecken.


Die Langbärte, wie der Name übersetzt heißt, zogen von der Niederelbe im 1. Jahrhundert bis nach Italien im 6. Jahrhundert und hatten in den bewegten Zeiten der Völkerwanderung eine herausragende Stellung inne.


Hier erfahrt ihr mehr über die Ausstellungen:


KAH Bonn - Rom und die Barbaren


RLM Bonn - Ende der Völkerwanderung




Wenn dich die Zeit der Völkerwanderung interessiert, dann wirf doch auch einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 67: Die Völkerwanderung


Text: -jj- 22.8.2008//Bilder: Wanderungen Sansculotte/GFDL; Adlerfibel: Luis Garcia/GFDL; Spangenhelm David Monniaux/GFDL

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt