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Die islamische Revolution im Iran

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Die islamische Revolution im Iran

Vor 30 Jahren kam es im Iran zur so genannten islamischen Revolution. Am 16. Januar 1979 floh der bis dahin regierende Schah Reza Pahlavi aus dem Iran. Ihm folgte der so genannte Revolutionsführer Ajatollah Chomeini als Staatsoberhaupt und machte Iran zu einem islamischen Gottesstaat.

Im April 1951 wurde im Iran Mohammed Mossadegh von Mohammed Schah Pahlavi zum Ministerpräsidenten ernannt und vom Parlament mit überwältigender Mehrheit bestätigt. Die erste Amtshandlung des neuen Ministerpräsidenten war die Verstaatlichung der Ölfelder.


Gewinne für das eigene Volk


Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Ölfelder von der britisch geführten Anglo-Iranian Oil Company ausgebeutet. Verträge sicherten diesem Konzern 80 Prozent des Gewinns, für den Iran blieben nur 20. Mossadegh wollte, dass die Ressourcen des Landes auch hauptsächlich der eigenen Bevölkerung zu Gute kamen.


Es kam zu Auseinandersetzungen vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag und Großbritannien blockierte mit Kriegsschiffen im Persischen Golf Ölexporte aus dem Iran. Im weiteren Verlauf stürzten die Geheimdienste der USA und Großbritanniens in der Operation Ajax 1953 Mossadegh und brachten schließlich Mohammed Schah Pahlavi wieder an die Macht.


Gewalt gegen Gegner


In den Folgejahren griff der Schah mit Hilfe seines Geheimdienstes SAVAK hart und brutal gegen politische Gegner durch. Folter und Hinrichtungen waren an der Tagesordnung. Zu den politischen Gegnern gehörten linke Gruppierungen, die mit Demonstrationen und Streiks mehr Einfluss für das Volk erreichen wollten.


Weitere Gegner des Schahs waren die Anhänger des zu einer Gefängnisstrafe verurteilten ehemaligen Ministerpräsidenten Mossadegh und die islamisch-religiös ausgerichtete Hezbollah. Deren Führer war der Ajatollah Chomeini. Sie strebte einen Gottesstaat nach islamischem Recht an.


Besonders Chomeini hatte viele Anhänger und als er inhaftiert wurde, kam es zu großen Protesten die mit Gewalt niedergeschlagen wurden. Chomeini konnte nach Paris ins Exil gehen. In den folgenden Jahren kam es zu vielen Demonstrationen, die oft mit Gewalt aufgelöst wurden. 1979 war der Widerstand gegen den Schah so groß geworden, dass er schließlich am 16. Januar 1979 aus dem Iran floh.


Chomeini und der Gottesstaat


Nun war Ajatollah Chomeini Staatsoberhaupt und führte seinerseits ein brutales Regime. Religiöse Vorschriften wurden als Gesetz betrachtet und die Todesstrafe wurde oft und erbarmungslos angewendet.


Chomeini wollte die islamische Revolution im Iran auch in andere islamische Nachbarländer exportieren. Die Führer der Nachbarstaaten waren davon nicht begeistert. Unter anderem deswegen traf sich auch damals Donald Rumsfeld, heute Verteidigungsminister unter Präsident George Bush, mit Saddam Hussein und sagte ihm Unterstützung beim Kampf gegen Ajatollah Chomeini zu. Saddam führte von 1980 bis 1988 gegen Iran den so genannten Iran-Irak-Krieg.


Der Schah und die deutsche Studentenbewegung


Schah Pahlavi war einer der Auslöser der deutschen Studentenbewegung. Er war im Juni 1967 auf Staatsbesuch in Deutschland. Dagegen protestierten bundesweit viele Menschen, darunter auch sehr viele Studenten.


Der Schah wurde dabei von Geheimdienstmitarbeitern begleitet. Sie wurden als Jubelperser bezeichnet, und griffen die demonstrierenden Menschen mit Holzlatten an. Die anwesende Polizei stoppte diese Angriffe nicht, sondern verfolgte ihrerseits die Demonstranten.


Während dieser Auseinandersetzungen wurde in Berlin der Student Benno Ohnesorg in einer Seitenstraße unter ungeklärten Umständen vom Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen, der später freigesprochen wurde. Dies war mit ein Grund für die Gründung der terroristischen Rote Armee Fraktion.


Die Spur der Geschichte führt von diesen Vorfällen bis in die Gegenwart, man denke an die Golfkriege der USA gegen ihren einstigen Verbündeten Saddam Hussein und die Entlassung des ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar vor einigen Wochen. Aus der Anglo-Iranian Oil Company wurde übrigens das Unternehmen BP.

Erklärungen


Schah: In Persien seit dem Altertum bis 1979 der Titel des regierenden Herrschers. Davon leitet sich auch der Begriff Schach und Schachmatt ab. Schachmatt bedeutet Der König ist tot.


Ajatollah: Das ist ein hoher religiöser Titel aus dem schiitischen Islam. Die Schiiten glauben, dass nur ein Verwandter des Propheten Mohammed dessen rechtmäßiger Nachfolger sein kann. Die Schiiten sind in der Minderheit, der Großteil der Muslime ist sunnitisch und glaubt daran, dass politische und religiöse Führung in der Person eines Kalifen vereint ist, der nicht unbedingt ein Verwandter des Propheten Mohammed sein muss. Schiiten und Sunniten bekämpfen sich oft.


Text: -jj- 14.1.2009 // Bilder: Pfauenthron: Houshyar/PD; Schah: MSgt. Denham (USAF)/PD; Chomeini: www.sajed.ir / GFDL; Mossadegh PD

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