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Die Gründung der Sowjetunion

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Die Gründung der Sowjetunion

Am 30.12.1922 wurde die Sowjetunion gegründet. Sie bestand bis 1991 und war der größte sozialistische Staat der Erde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die UdSSR, die "Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken", zur zweiten Weltmacht neben den USA. Wie die Sowjetunion entstand und wie sie zerfiel lest ihr hier.

Was war vor der Sowjetunion?


Bild: Zar Nikolaus II. regierte Russland von 1894-1917. 1918 wurden er und seine Familie ermordet.

Bis 1917 wurde Russland von Zaren als obersten Herrschern regiert. Nikolaus II. war faktisch der letzte Zar Russlands. Sein Bruder Michail II. folgte ihm zwar für nur einen Tag auf dem Thron, übte die Herrschaft jedoch nie aus. Nikolaus II. war ein sehr unbeliebter Zar, da es in seiner Regierungszeit zu einer Reihe von Problemen kam.


Er führte den Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905), der mit einer Niederlage für sein Land endete. Die russische Bevölkerung trat daraufhin in einen Generalstreik, den der Zar blutig niederschlagen ließ. Er wollte sich den Wünschen nach Erneuerung nicht beugen. Als dann noch der Erste Weltkrieg ausbrach, Russland unter Hungersnöten und Niederlagen litt, kam es zur Revolution.


Was passierte 1917?

So sah das Wappen der Sowjetunion aus.



Im Februar 1917 demonstrierten Frauen von Arbeitern und Soldaten im ganzen Land gegen die schrecklichen Lebensbedingungen. Der Zar schickte Soldaten, um die Demonstrationen gewaltsam zu beenden, doch diese weigerten sich, ihre Waffen unter anderem gegen ihre eigenen Frauen einzusetzen und schlugen sich auf die Seite der Demonstranten.


Der Zar wurde gezwungen, abzudanken und die Arbeiter setzten eine Übergangsregierung ein, die zunächst in einer Art demokratischem Parlament, der Duma bestand. Gleichzeitig existierten in vielen Städten Arbeiter- und Soldatenräte (Sowjets), also direkt vom Volk gewählte Vertreter. Da es der Übergangsregierung nicht gelang, die Geldentwertung und die Hungersnot abzuwenden, kam es im Oktober 1917 erneut zu einer Revolution.


Lenin war der Deckname von Wladimir Iljitsch Uljanow.

Diesmal wurde die Regierung von den marxistisch-kommunistischen Bolschewiki, einem Teil der Sozialistischen Partei, gestürzt. Ihr Anführer war Lenin. Dieser rief die Sozialistische Sowjetrepublik aus, die von einem Rat der Volkskommissare unter seiner Führung geleitet wurde. Danach kam es in Russland zu einem Bürgerkrieg der bis 1921 dauerte.


Wie entstand die Sowjetunion?


Die Flagge der Sowjetunion. Hammer und Sichel sind die Symbole für Arbeiter und Bauern und wurden im Kommunismus vielfach verwendet.

Auch in einigen Nachbarländern war es zu kommunistischen Revolutionen gekommen. So schlossen sich Russland, Weißrussland, die Ukraine und Transkaukasien am 30. Dezember 1922 zur Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, kurz UdSSR, zusammen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wurde dieser Staat auch Sowjetunion genannt.

Er umfasste nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auch Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Estland, Lettland, Litauen, Moldawien sowie Karelien, das war früher ein Land zwischen Finnland und Russland. Die Hauptstadt des neuen Reiches war von nun an Moskau.

Ein Reich in dem die Sonne nicht unterging

Geografische Ausdehnung der Sowjetunion.

Die UdSSR war mit 22,4 Millionen Quadratkilometern das flächenmäßig größte Land und bedeckte fast ein Sechstel der Erde. Von Ost nach West hatte sie eine Ausdehnung von fast 10.000 Kilometern, von Nord nach Süd waren es rund 5.000 Kilometer. Wenn man die Sowjetunion einmal von West nach Ost durchquerte fuhr man durch elf Zeitzonen, man musste die Uhr also elfmal umstellen.

Weil der größte Teil der Sowjetunion aus Russland bestand, werden die Begriffe gelegentlich gleichbedeutend verwendet, was jedoch nicht korrekt ist, wenngleich Russland immer der beherrschende Staat in der Union war.


Stalin regierte die Sowjetunion von 1922-1953 und brachte vielen Millionen Menschen den Tod.

Über die meiste Zeit ihrer Existenz wurde die Sowjetunion faktisch wie eine Diktatur regiert. Zwar gab es demokratische Elemente wie Räte beziehungsweise ein Parlament, doch in Wirklichkeit hatten diese keine Macht. Es gab nur eine einzige, nämlich die kommunistische Partei. Die Bevölkerung wurde ständig überwacht. Wer sich gegen den Staat auflehnte, musste mit harten Strafen rechnen.


Was kam nach der Sowjetunion?


Michail Gorbatschow regierte die Sowjetunion von 1985-1991.

Der letzte Staatschef der UdSSR, Michail Gorbatschow wollte mit seiner Politik von Transparenz (Glasnost) und Umgestaltung (Perestroika) der wirtschaftlichen und politischen Krise seines Landes begegnen und einen demokratischen Wandel herbeiführen. Immer lauter wurde nämlich die Kritik der Bevölkerung an der Staatsführung.


1991 zerfiel die UdSSR, immer mehr Teilstaaten erklärten ihre Unabhängigkeit. Am 31. Dezember 1991 wurde die Sowjetunion aufgelöst. Übrig blieben die 15 unabhängigen Staaten Armenien, Aserbaidschan, Estland, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Lettland, Litauen, Moldawien, Russland, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan und Weißrussland.


Die Flagge der GUS.



Außer den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie Turkmenistan gehören heute alle Länder, die früher in die Sowjetunion integriert waren zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), dem Zusammenschluss der Nachfolgestaaten der UdSSR.

Text: lm 27.12.07; Bilder: Gemälde Zar Nikolaus II.: PD: Earnest Lipgart (1847-1932); Gorbatschow: cc-by-sa: Bernd_vdB; Karte physikalisch: cc-by-sa: perconte; Lenin, Stalin, Flaggen und Wappen: PD.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt