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Die Frage der Woche: Was ist Moral?

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Die Frage der Woche: Was ist Moral?

Jede Woche beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Nils: "Was ist Moral? Hier erfahrt ihr die Antwort ...

Früher hat man sich auf die Bibel bezogen, um Fragen nach Werten und richtigem Handeln zu beantworten.

Spätestens seit Immanuel Kant und der Aufklärung verlassen sich die Menschen aber weniger auf das vermeintliche Wort Gottes, sondern versuchen stattdessen, mit Hilfe ihres Verstandes solche Fragen zu lösen. 


Moral

Moral geht auf das lateinische Wort "moralis" zurück, das soviel wie "die Sitte betreffend" heißt. Eine Sitte ist eine menschliche Umgangs- beziehungsweise Verhaltensform, auch Gepflogenheit genannt.


Zum einen beschreibt Moral hauptsächlich Handlungen, die ein Mensch oder eine Gesellschaft von anderen Mitmenschen erwartet. Moral soll also dafür sorgen, dass Menschen ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen.


So gilt beispielsweise die linke Hand im indischen Kulturkreis als unrein. Begrüßt man dort eine Person mit der linken Hand, ist das ein Verstoß gegen die kulturellen Sitten dieser Gesellschaft und somit streng genommen ein unmoralisches Verhalten.


Außerdem kann Moral auch als das Gegenteil von bösen Handlungen angesehen werden. In diesem Fall spricht man dann von "moralisch gut" und beschäftigt sich vor allem damit, was der Mensch als richtiges, gutes oder gerechtes Handeln ansieht.


Wenn man zum Beispiel hilft, einen Konflikt zwischen Schulkameraden friedlich, also ohne Gewalt, zu schlichten, dann ist das eine moralisch gute Handlung.



Wo hat Moral ihren Ursprung? 

 
Moral hat ihren Ursprung oft in einem unbestimmten Gefühl wie Hass, Angst oder Ekel. Moral hängt auch von der Gesellschaft ab, in der man lebt: Sie ist die Summe der Werte und Vorstellungen, die die meisten Menschen für richtig empfinden, ohne dafür weitere Gründe angeben zu können. Das, was sich "richtig" anfühlt, ist moralisch und das unterscheidet sich von Weltregion zu Weltregion zum Teil erheblich.

Foto: Für gläubige Katholiken gilt der Papst als "moralische Instanz". Er bewertet, was gut und schlecht ist und lebt es durch sein eigenes Verhalten entsprechend vor.



Moral kann sich folglich sowohl auf die Sitten einer Gesellschaft als auch auf die Taten einer Person beziehen. Das Gebiet, das sich mit dem moralischen Handeln beschäftig, nennt man übrigens Ethik. Es ist ein Teilgebiet der Philosophie. Die Ethik ist sozusagen die Lehre von der Moral, so wie die Biologie die Lehre von den Lebewesen ist. 

Text:RR/JJ, Stand: 20. 1. 2012 / Foto: Tadeusz Górny (pd),




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