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Die Entdeckung der Weihnachtsinseln

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Die Entdeckung der Weihnachtsinseln

Zwei Weihnachtsinseln gibt es: eine im Indischen Ozean und eine im Pazifik. Beide Inseln wurden von britischen Seefahrern an Weihnachten entdeckt und erhielten deshalb ihren Namen. Die eine Insel gehört heute zu Australien, die andere zu Kiribati.

Die Weihnachtsinsel im Indischen Ozean wurde zuerst entdeckt. Sie liegt 350 km südlich von Java und 2.616 km nordwestlich von Perth. Die 135 Quadratkilometer große  Insel besteht aus einem vulkanischen Kern sowie Kalkstein, der aus den Skeletten von Steinkorallen entstanden ist. Sie erhebt sich aus einer Meerestiefe von 2.000 m und ragt etwa 350 m über Meereshöhe. Die Küste ist schroff und schwer erreichbar. Ihren Namen erhielt sie von Kapitän William Mynors, der sie mit dem Schiff ROYAL MARY am 25. Dezember 1643 erreichte. Er trug sie aber nur ins Logbuch ein, ohne sie näher zu erforschen. Das geschah erst 145 Jahre später durch William Dampier

Der Pirat William Dampier

Dampier war ein britischer Freibeuter, dreimaliger Weltumsegler, Entdecker und Geograph. 1683 war er über Kap Hoorn in den Pazifik gekommen, wo er als einer der Ersten die Galapagos-Inseln untersuchte. Ziel der Piraten war das Ausplündern spanischer Städte an der Westküste Südamerikas. Vom 31. März bis zum 20. Mai 1686 unternahm er mit dem Schiff CYGNET eine über 6000 Meilen lange Reise von Mexiko nach Guam und die Philippinen, das stellte ein Meisterstück der damaligen Seefahrtkunst dar. 1687 kreiste die "Cygnet" im Südchinesischen Meer, es ging weiter Richtung Golf von Siam und entlang der nordwestlichen Küste "Neuhollands" (so die erste Benennung Australiens und Neuguineas durch den Holländer Jansz). Im Januar 1688 landeten die Bukanieren (Ein Bukanier war ein von der britischen Krone unterstützter Pirat der bekannteste von ihnen war Sir Francis Drake) auf einer der Insel des heutigen Dampier-Archipels. Sie waren die ersten Engländer, die sich nachweislich in diesen Gebieten aufhielten. In diesem Jahr erforschte Dampier auch die Weihnachtsinsel, die er unbewohnt vor fand.
William Dampiers Abenteuer inspirierten den Schriftsteller Daniel Defoe zu seinem Roman Robinson Crusoe.

Wechselhafte Geschichte

Erst 200 Jahre später, nachdem auf der Insel Phosphat-Vorkommen entdeckt wurden, wurde sie 1888 von der britischen Krone annektiert. Arbeitskräfte aus Singapur, China und Malaysia besiedelten die Insel. Im 2. Weltkrieg war sie vorübergehend von den Japanern besetzt. Seit dem 1. Oktober 1958 gehört sie zu Australien.
Heute steht sie zu zwei Dritteln unter Naturschutz. Wegen der seltenen Flora und Fauna wurde ein Nationalpark eingerichtet.
Erwähnenswert sind die rotgefärbten Weihnachtsinsel-Krabben. Jedes Jahr strömen im November Millionen von Krabben aus dem Wald zur Küste um dort ihre Eier ins Meer abzugeben.

Der Seefahrer James Cook

Die zweite Weihnachtsinsel hat der britische Seefahrer James Cook (17281779) so benannt. Er war einer der größten Entdecker der Weltgeschichte. Seine zahlreichen Reisen führten ihn vor allem in den Pazifischen Ozean. Du erfährst mehr über ihn und sein Leben wenn du auf den unten stehenden Link klickst.
1776 brach der englische Seefahrer mit dem Schiff HMS RESOLUTION zu seiner dritten und letzten Expedition auf, um die nördliche Durchfahrt zwischen dem Pazifik und dem Atlantik zu erkunden. Am 24. Dezember 1777 entdeckte Cook 189 km nördlich des Äquators eine unbewohnte Insel. Er verbrachte dort mit seiner Mannschaft die Festtage und gab ihr den Namen Christmas Island - Weihnachtsinsel. Heute heißt sie Kiritimati und gehört zum pazifischen Inselstaat Kiribati.
Später stieß Cook auf eine Inselgruppe, die er zu Ehren des Earl of Sandwich Sandwich-Inseln nannte, das heutige Hawaii. Dort wurde er im Februar 1779 von Eingeborenen getötet, weil seine Mannschaft gegen ein Stammesgesetz verstoßen hatte.

Wertvoller Vogeldreck und Atomtests

Im frühen 19. Jahrhundert erlangte Guano in der Landwirtschaft als Dünger große Bedeutung. Die Bezeichnung ist ein indianischer Ausdruck für Vogelexkremente. 1855 erfuhr die amerikanische Landwirtschaft von großen Guano-Reserven im Pazifischen Ozean, und kurz darauf wurde unter dem Namen "Guano Islands Act" ein Gesetz erlassen, das dazu diente, den amerikanischen Einflussbereich zu vergrößern. Darauf berief sich im Jahr 1857 Kapitän J. L. Pendleton und nahm die Weihnachtsinsel für die Vereinigten Staaten in Besitz. Tatsächlich wurde die Insel später an verschiedene Firmen zum Abbau von Guano verpachtet. Im Jahre 1889 holte sich das Britische Empire die Insel zurück. Kokospalmen wurden gepflanzt, um Kopra zu erzeugen. Kopra ist das getrocknete Kernfleisch von Kokosnüssen, aus dem Kokosöl gewonnen wird.

Am 15. Mai 1957 endete die Südseeidylle. An diesem Tag führte Großbritannien in der Nähe der Insel den ersten britischen Test mit einer Wasserstoffbombe durch. Insgesamt 30 Atomtests sind dort durchgeführt worden.
Seit 1979 gehört die Weihnachtsinsel Kiritimati zum Inselstaat Kiribati.
 
 
Text: RR, 17. 12. 2007, Bilder: Tessloff-Verlag und Wikipedia, GNU

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