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Der Wiener Kongress

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Der Wiener Kongress

Der Wiener Kongress endete am 9.Juni 1815. Dort wurde der Deutsche Bund gegründet. Das war ein loser Zusammenschluss von 41 deutschen Einzelstaaten. Auch Preußen und Österreich waren mit den Gebieten, welche schon zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört hatten, dabei.

Mit den Napoleonischen Kriegen zerbrach 1806 das Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, das seit dem Jahr 962 existiert hatte. Ein Teil der deutschen Fürsten bildete auf Veranlassung Napoleons den Rheinbund, und Kaiser Franz II. legte die Krone des Heiligen Römischen Reiches nieder. Es dauerte neun Jahre bis ein Neubeginn gewagt wurde.

Der Wiener Kongress


Der Wiener Kongress (18. September 1814 bis 9. Juni 1815) war eine Konferenz aller politischen Mächte Europas, die sich anlässlich der Niederlage des napoleonischen Frankreichs versammelte. Nach den Eroberungen und der Vorherrschaft Frankreichs in Europa, mussten die Landkarten neu gezeichnet werden.

Die Versammelten hatten Europa in mehrfacher Hinsicht neu zu ordnen, zum einen was die Gebietsansprüche betraf, zum anderen in politisch, rechtlich und ideeller Hinsicht. Leiter des Kongresses war Fürst von Metternich. Die Verhandlungen wurden auch fortgeführt, als Napoleon aus dem Exil zurückkehrte und seine Macht in Frankreich im März 1815 wiederherstellte. Die Schlussakte des Kongresses wurde neun Tage vor Napoleons endgültiger Niederlage bei Waterloo unterzeichnet.

Kein neues Kaiserreich

Im November 1814, richteten 29 Souveräne kleiner und mittlerer Staaten den Wunsch an den Kongress, die Wiedereinführung der Kaiserwürde in Deutschland in Erwägung zu ziehen. Offenbar fürchteten sie die Macht jener Staaten, die durch Napoleon souverän geworden waren und deren Fürsten Königstitel erlangt hatten, wie z.B. die Könige von Württemberg, Bayern und Sachsen.

Die Befürworter des Kaisertums favorisierten eine erneute Übernahme der Kaiserwürde durch Österreich, also durch Franz I.. Dieser lehnte jedoch aus taktischen Gründen ab. Weil Österreich aber den Kaisertitel für Preußen oder einen anderen starken Fürsten nicht zulassen wollte, ging der Wiener Kongress auseinander, ohne das Kaisertum erneuert zu haben.

Lockere Verbindung

So wurde am 8. Juni 1815 der Deutsche Bund gegründet. Metternich initiierte einen lockeren Zusammenschluss der deutschen Staaten unter österreichischer Vorherrschaft, das so genannte Metternichsche System. Dieses System hatte das Ziel der Festigung und der Aufrechterhaltung der alten vorrevolutionären monarchischen Ordnung in Europa. Seine größte Ausdehnung hatte der Bund 1839: Das Einflussgebiet umfasste rund 630.100 km mit 29,2 Millionen Einwohnern. Bis 1848 führte Österreich den Vorsitz.

Das deutsche Volk stand nicht hinter dem Deutschen Bund, da ihm ein Zusammengehörigkeitsmoment fehlte. Motiviert durch die vielen Gemeinsamkeiten wie die in der Sprache, Kultur und Geschichte waren einige bereit, sich für die Einheit Deutschlands einzusetzen. In den Staaten des deutschen Bundes wuchs trotz massiver Repression und Zensurmaßnahmen eine liberale und nationale Bewegung heran, die schließlich in der Märzrevolution von 1848/49 zur Überwindung des metternichschen Systems führte.

Bild: Die Deutsche Bundesakte von 1815: Veröffentlichung in Sachsen-Weimar-Eisenach 1834, Objekt und Scan: Slg. Alexander Buschorn, Lizenz: GNU-FDL

Hier kannst du den Text der Deutschen Bundesakte nachlesen.

Weitere Informationen zum Deutschen Bund findest du hier.

(RR - 6. 6. 2005)

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