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Der Welttag der Fremdenführer

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Der Welttag der Fremdenführer

Der Internationale Tag des Fremdenführers wurde von der World Federation of Tourist Guide Associations 1987 ins Leben gerufen. Weltweit schlossen sich 50 professionelle Fremdenführervereinigungen an. In zahlreichen Städten werden an diesem Tag kostenlose Führungen angeboten. Mit dieser Aktion möchten die Profis für ihren Beruf werben und auch den Unterschied zu selbst ernannten Fremdenführern, die ohne entsprechende Ahnung, Aus- oder Weiterbildung für teures Geld durch die Städte führen, verdeutlichen.

Wie wird man Fremdenführer?

Es gibt keine einheitliche Ausbildung zum Fremden- oder Touristenführer. Allerdings bieten viele Städte und Gemeinden spezielle Kurse an, um Fremdenführer für den eigenen Raum auszubilden. Auf Fachschulen der Tourismusbranche gibt es ebenfalls Seminare.

Als Voraussetzungen für einen guten Touristenführer gelten:

- Ein gepflegter, angenehmer, vorurteilsfreier Umgang mit Menschen.
- Die Fähigkeit sich auf ganz unterschiedliche Menschen und Wünsche einstellen zu können.
Sicherheit im Vortrag.
- Genügend Interesse und Wissen in der Geschichte, Kunst- oder Baugeschichte, vor allem wenn man in Städten oder durch historisch bedeutende Gebäude wie eine Burg führt.
- Die Führungen sollten Immer abgestimmt darauf sein, welche Gruppe man führt, ob Erwachsene oder Kinder, Fachleute oder Laien.
- Bei Führungen in die Natur werden auch biologische oder zoologische Kenntnisse gewünscht je nachdem um welche Themen es sich handelt.
- Fremdsprachenkenntnisse sind natürlich ganz wichtig. Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch helfen oft weiter. Wer Japanisch oder Russisch kann hat ebenfalls gute Chancen.

Und wie sieht der Alltag aus?

Berlin, Brandenburger Tor, strahlender Sonnenschein. Eine freundliche, nett gekleidete Frau, hält unter dem Arm eine Mappe mit Blättern und Notizen und ist mit einem geblümten Regenschirm bewaffnet. An ihrem Pullover trägt sie ein Namensschild.

Die Dame mit dem Schirm nimmt aus einem Reisebus die eben eingetroffene Gruppe Japaner mit einer leichten Verbeugung freundlich in Empfang. Sie stellt sich vor als Fremdenführerin, beschreibt kurz die Tour um die wichtigsten Gebäude des Regierungsbezirks alles auf Japanisch.

Dann beginnt der Rundgang und sie erklärt ihrer Gruppe in einer Stunde die wichtigsten Fakten und Anekdoten zur Berliner Geschichte, zum Reichstag und den anderen historischen Gebäuden. Möglichst einfach, möglichst fehlerfrei und möglichst witzig. Sie versucht keinen im Gedränge zu verlieren, nicht zu schnell und nicht zu langsam zu sein, die Aufmerksamkeit ihrer Tourteilnehmer zu gewinnen und möglichst auch deren Sympathie. Das ist nicht immer einfach. Auf Fragen muss sie schnell reagieren, vielleicht auch mal kurz nachschlagen, wenn ihr etwas nicht sofort einfällt. Nach einer Stunde wird die Gruppe wieder am Bus verabschiedet. Lief es gut bekommt sie freundlichen Applaus, vielleicht auch ein Trinkgeld.

Und kaum ist diese Gruppe weg, können an einem ausgebuchten Sommertag auch schon die nächsten Gäste erwartet werden. Da braucht man durchaus eine gute Kondition und Konzentration!

Zuhause oder unterwegs

Ein Fremdenführer zeigt entweder Gästen seine eigene Stadt und erklärt Hintergründe oder er zeigt interessanten Einheimischen Viertel, Häuser und Ecken, die sie bisher vielleicht noch nicht kannten. Ein Fremdenführer kann aber auch wie ein Reiseleiter mit Gruppen in andere Städte und Länder fahren und sich dort darum kümmern, dass alles reibungslos und zu aller Zufriedenheit verläuft. Nebenbei werden dann noch Touren angeboten, auf denen der Fremdenführer über die Geschichte, die Natur oder die Architektur des Urlaubsziels berichtet.

Im Prinzip ist ein Fremdenführer also ein Mensch gewordener Reiseführer, der versucht Fakten und Anekdoten über Land und Leute so spannend zu erzählen, dass sich die Zuhörer gut unterhalten fühlen und dabei noch einiges lernen. Wenn ihr solch einen Reiseführer trefft, dann ist eine Tour das reinste Vergnügen!

Ihr könnt ja mal in die Zeitung schauen oder im Internet recherchieren, vielleicht gibt es am 21. Februar 2004 auch in eurer Stadt kostenlose Veranstaltungen zum Internationalen Tag der Fremdenführer!

-ab-21.02.04 Text und Foto

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