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Der Siebenschläfertag am 27. Juni

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Der Siebenschläfertag am 27. Juni

Am 27. Juni ist Siebenschläfertag, aber der eigentliche Gedenktag ist gar nicht der 27. Juni sondern ungefähr der 7. Juli, denn die Wetterregel wurde vor der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 aufgestellt, die zehn Tage ersatzlos gestrichen hat.


Die Bauernregel, die unsere Vorfahren durch langjährige Beobachtungen aufgestellt haben, hat tatsächlich einen meteorologischen Hintergrund: Ende Juni / Anfang Juli stabilisiert sich die Wetterlage über Europa. Dann entscheidet sich, ob unser Sommerwetter vorwiegend durch warme südliche oder kalte nördliche Luftströmungen beeinflußt wird.

Siebenschläfer-Bauernregeln

Das Wetter am Siebenschläfertag, sieben Wochen bleiben mag! oder Ist der Siebenschläfer nass, regnets 7 Wochen ohne Unterlass!. Weitere Wetteregeln lauten: Das Wetter am Siebenschläfertag/ sieben Wochen bleiben mag. oder "Regnet es am Siebenschläfertag, wird auch noch weitere sieben Wochen darauf Regen folgen."

200 Jahre Tiefschlaf

Die Bezeichnung "Siebenschläfertag" geht auf eine Heiligenlegende zurück:
Die Legende der Siebenschläfer berichtet von sieben Heiligen (Malchus, Maximianus, Dionysius, Constantinus, Martinianus, Johannes und Serapion), die sich vor der Verfolgung durch Kaiser Decius im Jahre 251 in eine Höhle bei Ephesus retteten. Dort versanken sie in tiefen Schlaf. Der römische Kaiser fand ihr Versteck und ließ den Eingang versiegeln. Über 200 Jahre später wurde die Höhle wieder geöffnet, die Schläfer erwachten. Dieses Wunder wurde als Zeichen für das Leben nach dem Tod gewertet. Bald nach dem Erwachen starben die Sieben und wurden von nun an als Heilige verehrt.

In einer anderen Variante heißt es: Die Siebenschläfer erwachten am 27. Juni 446 nach fast zwei Jahrhunderten Schlaf und konnten, da die Zeit der Christenverfolgung vorbei war, ihren Glauben verkünden. Deshalb habe man den 27.6. im Kirchenjahr Siebenschläfertag genannt

Kult im Alpenraum

Wie auch immer, die Legende und der Kult um die Siebenschläfer war in der Zeit der Kreuzzüge und des Barock sehr populär.

In der Nähe von Passau entwickelte sich eine Wallfahrt zu den Heiligen Siebenschläfern. In Tirol lassen sich Spuren der Verehrung etwa in der Schlosskapelle von Mentelberg in Innsbruck finden, von ein Altar den Siebenschläfern geweiht ist. Von den Gläubigen wurden die Siebenschläfer als Patrone gegen Schlaflosigkeit und Fieber angerufen.

Aus einem Arzneibuch aus der Steiermark des 17. Jahrhunderts ist folgendes Rezept überliefert: Auf ein Tüchlein musste man die Namen der Siebenschläfer schreiben , dem kranken und schlaflosen Kind um den Kopf binden und folgendes Gebet dazu sprechen:

"o Herr Gott Jesu Christ, ich bitt dich , gib du diesem Kind Rast und Ruh zu schlafen, wie du gegeben hast den Siebenschläfern, also gib auch dem Kind die Nacht seine Ruh um die 7 Verdienstus willen. Amen!"

-sw- 26.07.03 Foto:Freunde Schweizer Nagetiere.

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