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Der Osterhase - Entstehungsgeschichte eines Mythos

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Der Osterhase - Entstehungsgeschichte eines Mythos

Sicherlich weißt auch du, woher die Ostereier kommen. "Vom Hasen" ist natürlich die Antwort. Die Entstehungsgeschichte dieses Mythos reicht bis in die Zeit der alten Germanen zurück.

Deren Frühlingsgöttin Ostara war der Hase als heiliges Tier zur Seite gestellt. Das Frühlingsfest anlässlich der Tag- und Nachtgleiche war ihr Fest. Die Christen passten sich dieser Tradition an und legten die Feier der Auferstehung Christi im Jahr 325 auf den selben Tag.

Hauptsymbol waren zunächst Eier

Der Hase stellte zunächst nur eine untergeordnete Rolle beim Osterfest dar. Eier waren das Hauptsymbol. Sie standen für Fruchtbarkeit und die Entstehung von Lebendigkeit. Ihnen wurden Wunderleistungen zugesprochen. Selbstverständlich durfte es sich in dieser Funktion nicht um herkömmliche Eier einer Henne handeln. So wurden die Ostereier bunt und in den Geschichten der Erwachsenen wurden sie zunächst von den verschiedensten Tieren wie Fuchs, Hahn, Storch oder auch Kuckuck gebracht.

Wie kam der Hase zu Ostern?

Der Hase galt in dieser Zeit ebenfalls als Fruchtbarkeitssymbol. Der Glaube daran war so stark, dass im Jahr 751 Papst Zacharias den Verzehr von Hasenfleisch verbot um die dadurch entstehenden unnatürlichen Triebe einzudämmen. Aus dem Glauben der Menschen konnte der Hase dennoch nicht vertrieben werden. Jedes Jahr zu Ostern waren auf den Feldern seltsame Geschehnisse zu beobachten. Hasen tanzten miteinander in großen Gruppen und waren sie wieder verschwunden, lagen bunte Eier auf den Wiesen. So entstand mit der Zeit der Mythos vom Hasen der bunte Ostereier bringt und die anderen Tiere der Erwachsenen-Erzählungen wurden aus den Ostergeschichten verdrängt.

Tanz der Hasen

Heute weiß man, dass die bunten Eier von bodenbrütenden Wildvögeln stammen, die durch den Balzkampf der Hasen verscheucht wurden. Während dieser Kämpfe kommen Hasen entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten in größeren Gruppen zusammen. Die Rammler stehen auf den Hinterbeinen und schlagen mit den Vorderpfoten rasend schnell aufeinander ein. Es entsteht der Eindruck eines Tanzes. Der Anlass hierfür ist allerdings nicht das Osterfest, sondern der Frühling und das Ringen um die Weibchen. Trotz dieses Wissens hat sich der Mythos Osterhase in Deutschland bis heute gehalten. Und jedes Kind ist überzeugt davon, dass die Ostereier selbstverständlich vom Osterhasen gebracht werden.

Mehr Osterhasen im Museum

Wer von den kleinen Hoppelhasen nicht genug kriegen kann, der kann im Internet Osterhasenmuseum besuchen.
16.4.03 stanek/ sw

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