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Der dritte Kreuzzug

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Der dritte Kreuzzug

Am 4. Juli 1190 vereinigten Philipp II. von Frankreich und Richard Löwenherz von England ihre Heere, um sich gemeinsam auf den dritten Kreuzzug zu begeben. Die deutschen Ritter waren zu diesem Zeitpunkt bereits in Anatolien, wo wenige Wochen vorher Kaiser Barbarossa verstorben war.

Vorgeschichte

Im Sommer 1096 war erstmals ein großes christliches Heer nach Palästina gezogen. 1099 nahmen sie Jerusalem ein und wüteten schrecklich unter den Bewohnern der Stadt (Bild rechts). Dieses grausame Massaker blieb lange im Gedächtnis der Muslime und der Juden haften.

In dieser Zeit entstanden nördlich von Jerusalem am Mittelmeer viele Kreuzfahrerstaaten, die immer wieder von den muslimischen Völkern angegriffen wurden. Dieser eroberten 1137 Antiochia und 1143 Edessa zurück. In Europa befürchteten die weltlichen und geistlichen Führer, dass die Muslime auch Jerusalem zurückerobern könnten und rüsteten zum zweiten Kreuzzug.

1147 brachen deutsche Kreuzfahrer in Regensburg auf, während die Franzosen den Seeweg über das Mittelmeer wählten. Dieser Kreuzzug endete erfolglos. Das deutsche Heer wurde in Anatolien von den Seldschuken geschlagen, und auch die Franzosen erreichten ihr Ziel nicht, weil die Muslime sie unerbittlich angriffen.

Saladin erobert Jerusalem

Saladin, der Sultan von Ägypten, ging in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erfolgreich gegen die Kreuzfahrerstaaten (Karte links) vor. Er spielte seine Feinde gegeneinander aus und vereinigte die vorher zerstrittenen Muslime. Insgesamt soll er 52 Städte und Festungen erobert haben.

Am 10. Juli 1187 nahm der die wichtige Hafenstadt Akkon (heute: Akko) ein. Im Oktober 1187 eroberte er nach kurzer Belagerung Jerusalem zurück. Die Muslime nahmen die Al-Aksa-Moschee, ihr größtes Heiligtum in Jerusalem, wieder in Besitz. Seit dieser Zeit gilt das Kreuz, an dem einst Jesus Christus gestorben war, als verschollen.

Kreuzfahrer brechen auf

Der Verlust der heiligen Stadt war eine schreckliche Nachricht für die Christenheit. Wieder waren in Europa Menschen bereit, sich dem Islam entgegen zu werfen. Am 11. Mai 1189 brach ein riesiges Heer von 100.000 Mann unter Führung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Regensburg auf. Seinem Sohn Heinrich übertrug er für die Zeit seiner Abwesenheit die Regierung des Reiches.

In Anatolien wurde das Heer immer wieder von Seldschuken angegriffen. Seuchen brachen aus, weil das Heer unter unsauberen Bedingungen in Zelten hauste und weil die Männer immer die gleichen Kleidungsstücke trugen.

Barbarossas Tod

Nach zwei erfolgreichen Schlachten gegen die Muslime, darunter die Schlacht bei Iconium, ertrank Friedrich I. im Juni 1190 im Fluss Saleph (heute: Göksu) in Anatolien. Die genauen Umstände seines Todes blieben ungeklärt: Teils wird berichtet, er habe, erhitzt vom Ritt, sich durch ein Bad abkühlen wollen; nach anderer Überlieferung wurde er bei der Flussüberquerung von seinem scheuenden Pferd abgeworfen und durch das Gewicht seiner Rüstung unter Wasser gezogen.

Man spekuliert auch, dass er angesichts der Sommerhitze und seines hohen Alters im eiskalten Gebirgswasser einen Herzschlag erlitt. Ein großer Teil des Heeres kehrte demoralisiert nach Deutschland zurück, während die verbliebenen Kreuzfahrer unter Führung von Friedrichs Sohn, dem Herzog von Schwaben, auf dem Landweg nach Palästina weiterreiste.

Das englisch-französische Heer kommt

Zu diesem Zeitpunkt waren die Engländer und Franzosen noch gar nicht aufgebrochen. Erst am 4. Juli 1190 vereinigten Philipp II. von Frankreich und Richard Löwenherz von England ihre Heere.

Unterwegs kam es immer wieder zu Streitereien, da die beiden sich im ständigen Konflikt um die englischen Lehen in Westfrankreich befanden. Deshalb ging es auch nur sehr langsam voran. Erst im April 1191 erreichten die Schiffe die Stadt Akkon, die längst vom deutschen Heer und der pisanischen Flotte belagert wurde. Im Winter war in der Stadt bereits eine Hungersnot ausgebrochen. Saladin kapitulierte und musste Akkon übergeben.

Weil es bei der Übergabe des vereinbarten Lösegeldes Schwierigkeiten gab, ließ Richard Löwenherz 2700 muslimische Gefangene töten. Wenige Wochen nach der Einnahme Akkons reisten Philipp II. und Leopold V., mit denen sich Richard zerstritten hatte, mit ihren Truppen ab. Nachdem Philipp sich wieder auf französischem Boden befand, machte er sich unverzüglich daran, die englischen Lehen zu erobern.

Der englische König zog unterdessen in Richtung Jerusalem ab. Obwohl die Kreuzritter das Königreich Jerusalem wieder herstellen konnten, blieb die Stadt Jerusalem in den Händen der Muslime. Christlichen Pilgern wurde aber Zutritt in die Stadt gewährt. Die Hauptstadt des Königreiches wurde Akkon.

Ende September verließ Richard Löwenherz Palästina, womit der dritte Kreuzzug beendet war. Sein Ziel, die Rückeroberung Jerusalems, hatte dieser Kreuzzug verfehlt.

Detaillierte Informationen über die Kreuzzüge findest du hier.

 
Mehr über die Kreuzritter erfahrt ihr im WAS IST WAS Band 60 Die Kreuzzüge
Wenn euch das Mittelalter interessiert, dann empfehlen wir euch WAS IST WAS Mittelalter Band 118. Viel Spaß beim Lesen.
RR - 4. 7. 2005; Bilder: Wikipedia Public Domain

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