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Der Beginn des Ramadan

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Der Beginn des Ramadan

Für die weltweit zirka 1,57 Milliarden Muslime beginnt am 1. August der Fastenmonat Ramadan. Auch in Deutschland leben viele Muslime, die natürlich auch die Fastenzeit begehen. Was bedeutet Ramadan genau?

Die Blaue Moschee in Istanbul mit der jährlichen Beleuchtung zu Ramadan.

Ramadan in Deutschland


In Deutschland sind zirka 3,3 Millionen Einwohner Muslime, dass heißt sie sind Anhänger des Islams. Die größte Gruppe kommt aus der Türkei, aber es gibt auch Muslime, die aus Arabien oder Nordafrika stammen. Natürlich gibt es auch deutsche Moslems. Sie alle werden am 1. August den Fastenmonat Ramadan beginnen. In dieser Zeit ist ihnen geboten zu fasten, solange die Sonne scheint.


Was Ramadan für einen jungen Moslem bedeutet, erklärte uns der 19jährige Hisham Sabbagh. Er ist in Deutschland geboren, seine Eltern kommen jedoch aus Syrien.


Mohammed ist der Verkünder des Islams.



wasistwas.de: Was bedeutet das Wort Ramadan?
Hisham: Ramadan ist der Name des 9. Monats des Mondkalenders, also eigentlich ebenso ein Name wie Januar oder Februar.


wasistwas.de: Wann beginnt Ramadan und wie lange dauert er?
Hisham: Der Ramadan beginnt nach dem Mondkalendermonat Schaban und dauert ungefähr 29 bis 30 Tage. Beginn und Dauer variieren jedes Jahr, weil der sich alles nach den Mondzyklen richtet.


wasistwas.de: Warum ist der Ramadan so wichtig für das Leben eines Moslem?
Hisham: Der Ramadan hat in vielerlei Hinsicht eine besondere Bedeutung für uns Moslems. Zum Einen in symbolischer Hinsicht, weil im Monat Ramadan der Koran (die Heilige Schrift der Moslems, Anm. d. Red.) zum Propheten Muhammad entsandt wurde. Dann natürlich, weil es der Fastenmonat ist und das Fasten zu den 5 Säulen des Islam zählt, also den grundlegensten Dingen, die ein Moslem in seinem Leben tun sollte.


In den Suren des Korans stehen die wichtigen Säulen des Islams.

wasistwas.de: Wie sieht der Tagesablauf an Ramadan aus?
Hisham: Nunja, zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang darf man weder Essen noch Trinken, Rauchen oder Geschlechtsverkehr haben. Man muss also seinen Tagesablauf komplett umstellen. Es ist sinnvoll, vor Sonnenaufgang aufzustehen, um zu frühstücken und viel zu trinken, auch wenn es nicht immer leicht ist, sich um 4 oder 5 Uhr morgens dazu zu überwinden. Danach wäre es empfehlenswert lange zu schlafen und den Nachmittag nichts Anstrengendes zu unternehmen, aber das geht natürlich wegen Schule, Studium oder Arbeit nicht immer. Abends gibt es dann "Ftur", was soviel wie Frühstück bedeutet und wo meist die ganze Familie zusammenkommt.


wasistwas.de: Ist es für dich schwierig, zu verzichten, wenn du Andere beim Essen beobachtest?
Hisham: Natürlich ist es nicht leicht, Andere essen zu sehen, während man fastet. Aber ich denke beim Ramadan auch gerade darum. Zum einen lernt man zu schätzen, was es für ein Luxus es ist, essen zu können, wenn man Hunger hat. Für die Meisten ist das irgendwie selbstverständlich.. Außerdem lernt man auf Dinge verzichten zu können und seine Bedürfnisse zu kontrollieren. Von daher nehme ich das ganze eher als Herausforderung und lasse mich davon nicht stören.


wasistwas.de: Hattest du mal Probleme in der Schule? Konzentrationsschwierigkeiten etc.
Hisham: Von Freunden weiß ich, dass sie Schwierigkeiten haben und nur am Wochenende fasten oder an Prüfungstagen aussetzen, aber ich persönlich hatte eigentlich nie Probleme, auch wenn ich natürlich nicht so fit bin wie sonst. Die meisten Lehrer wissen ja Bescheid und nehmen ein wenig Rücksicht und von den Noten her hab ich auch keine negativen Auswirkungen gehabt.



Das Ende des Ramadan wird mit dem großen Fest des Fastenbrechens begangen.



wasistwas.de: Müssen auch Kranke oder alte Menschen fasten?
Hisham: Nein, kranke und alte Menschen, aber auch schwangere Frauen, Minderjährige und Reisende müssen nicht fasten. Kranke Menschen und Reisende müssen die Tage aber nachholen sobald sie wieder gesund sind.


Der letzte Tag des Ramadan ist in diesem Jahr der 30. August. Danach wird mit einem großen Fest das Ende des Fastens gefeiert. Türken nennen das Fest des Fastenbrechens auch Zuckerfest.




10.08.2010 // Text: Jan Wrede, mit besonderem Dank an Hisham Sabbagh; Bilder: Vorschau: Enzuru (GNU1.2, cc-by-sa 3.0), Moschee: Cem Topcu (GNU 1.2, cc-by-sa 2.5, 3.0), Koran: Aziz Efendi (pd), Mohammed: Apokalypse des Mohammed (pd), Fest: Syefri Zulkefli (cc-by-sa 2.0)

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