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David Ben Gurion

Berühmte Personen

David Ben Gurion

Ben Gurion gilt als "Gründungsvater" des Staates Israel. Am 14.Mai 1948 erklärte er einseitig die Unabhängigkeit des jüdischen Staates und war von 1948 bis 1953 der erste Ministerpräsident des neuen Staates Israel.

Israels erster Regierungschef wird auch heute noch als Vater der Nation verehrt. Als David Grün wurde er am 16. Oktober 1886 im polnischen Plonsk geboren. Sein Vater war Hebräischlehrer, die Mutter starb, als David elf Jahre alt war. Avigdor Grün war auf seinen Sohn David immer stolz gewesen und hatte sich entschlossen, ihm die bestmögliche Ausbildung zu bieten. Besorgt über Davids Zukunft schrieb er am 1. November 1901 seinem geistigen Mentor, Theodor Herzl, dem Präsidenten der Zionistischen Organisation, und bat ihn um Rat, da er David nach Wien zur Ausbildung schicken wollte. Im Alter von siebzehn schloss David sich der zionistischen Arbeiterbewegung, an und wurde während der Revolution 1905/1906 zwei Mal verhaftet.

Von Israel nach Istanbul

1906 kam David nach Palästina, wo er zuerst in Orangenhainen und Weinkellern arbeitete. Er litt an Malaria und hungerte in Zeiten der Arbeitslosigkeit.
1910 begann er in Jerusalem für die Zeitung Ahdut", zu schreiben. Als Journalist und Autor benutzte er zum ersten Mal den Namen Ben Gurion".
Zwei Jahre später ging er in die Türkei und studierte Jura an der Universität von Istanbul. Zunächst strebte er die türkische Staatsbürgerschaft an. Anti-zionistische Verfolgungen änderten jedoch bald seine Einstellung. Im März 1915 wurde David Ben Gurion von den ottomanischen Behörden nach Ägypten ausgewiesen.

Hochzeit in New York

Ben Gurion blieb nicht im Orient, sondern ging nach New York. 1917 heiratete er Paula Munweis, die über 50 Jahre lang bis zu ihrem Tod, 1968, seine wichtigste Stütze blieb.
Großbritannien machte 1917 den Zionisten Hoffnungen auf eine jüdische nationale Heimstätte. Im Rahmen der britischen Armee organisierte Ben Gurion eine Jüdische Legion, um für die Befreiung Palästinas von der türkischen Herrschaft zu kämpfen, doch als er 1918 Palästina erreichte war der Krieg zu Ende.

Die Arbeiterbewegung

Nach dem Krieg führten ihn seine sozialistischen Überzeugungen in die Reihen der Jüdischen Arbeiterbewegung. Er war Mitbegründer der Gewerkschaft Histadruth, für die Ben-Gurion 1921-1935 in Palästina unter britischem Mandat als Generalsekretär fungierte.
1930 gründete er die sozialistische Mapai, die zionistische Arbeiterpartei, deren Vorsitzender er bis 1965 blieb. 1933 fand Ben-Gurion überdies Aufnahme im Führungsgremium der World Zionist Organisation. Ben Gurion legte den Kurs der Zionistischen Bewegung fest, der auf der Verbindung von politischer Vision und Pragmatismus beruhte.
1935-1948 saß Ben-Gurion dem Jüdischen Exekutivrat vor, dem bedeutendsten Repräsentativorgan der jüdischen Selbstverwaltung während der britischen Mandatszeit. In dieser Funktion sammelte er wichtige Erfahrungen in der lokalen Selbstverwaltung und im diplomatischen Austausch mit den britischen Behörden.

Die Staatsgründung

Nach zahlreichen arabisch-jüdischen Zusammenstößen schränkte Großbritannien 1939 die Einwanderung nach Palästina erheblich ein. Ben-Gurion rief zum Widerstand auf und forderte 1942 die jüdische Masseneinwanderung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg billigte er Sabotage- und Terrorakte gegen die britische Mandatsmacht, forcierte die "illegale" Einwanderung und die landesweite Gründung von Siedlungen. Dadurch wurden die de Facto Grenzen eines jüdischen Staates festgelegt.
Schließlich sahen sich die Briten veranlasst, die Palästinafrage den Vereinten Nationen zu übergeben, die am 29. November 1947 für eine Teilung in einen jüdischen und einen arabischen Staat stimmten.
Mit Ende des britischen Mandats proklamierte David Ben Gurion - als Oberhaupt der Provisorischen Staatsregierung - am 14. Mai 1948 die Gründung des Staates Israel.

25 Jahre Israel

Bis 1953 war David Ben Gurion der erste Ministerpräsident des neuen Staates, bis 1955 Verteidigungsminister und von 1955 bis 1963 noch einmal Ministerpräsident. 1952 schloss er ein Wiedergutmachungsabkommen mit der Bundesrepublik Deutschland. Als Verteidigungsminister hatte er entscheidenden Anteil an den Siegen Israels in den ersten beiden Israelisch-Arabischen Kriegen (1948/1949 und 1956).

1963 zog er sich zunächst aus der Politik zurück, doch nur zwei Jahre später unterstützte er die Gründung einer neuen Partei, Rafi, die in den Wahlen zur Knesset zehn Mandate erhielt. Auf dieses politische Engagement folgte dann 1970 im Alter von 84 Jahren der endgültige Rückzug ins Privatleben.

David Ben-Gurion starb am 1. Dezember 1973 in Tel Aviv.

... und hier Zitate von David Ben-Gurion.

Roland Rosenbauer, 12. 5. 2003

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