Archiv

In unserem Archiv findest du die beliebtesten Texte und Kinderfragen aus 15 Jahren wasistwas.de. Klick rein in deine Lieblingsthemen!

Das Massaker am Wounded Knee

Berühmte Personen

Das Massaker am Wounded Knee

Am 29.12.1890 kam es zu einem Massaker zwischen amerikanischen Soldaten und Indianern. Es war die letzte blutige Konfrontation zwischen Siedlern und Ureinwohnern. Am Wounded Knee, einer Gegend im Südwesten des nordamerikanischen Bundesstaates South-Dakota, ermordeten berittene Soldaten etwa 200 von 350 Indianern, die meisten davon Frauen und Kinder. Erst 1990 entschuldigte sich der US-Kongress für das Massaker.

Eine Aufnahme des Friedhofs von Wounded Knee. Heute dient der Friedhof auch als Erinnerungsstätte für das Massaker.

Dabei hatte alles mit einem Hoffnungsschimmer begonnen. Vor dem Massaker begann eine neue, spirituelle Bewegung unter den Indianern. Der Indianer Wovoka vom Stamm der Paiute hatte eine Vision. Er sah diese Welt dem Untergang geweiht. Aber er sah auch eine neue Welt, in der die Menschen ohne Sorgen würden leben können.

Das Land der Indianer sollte in dieser neuen Welt so aussehen, wie vor der Ankunft der Weißen. Dazu sollten die Indianer in Frieden und Harmonie mit ihrer Umgebung leben, dem Alkohol entsagen und stattdessen Meditieren, Singen und insbesondere den Geistertanz aufführen. Der Geistertanz sollte ein neues Selbstbewusstsein unter den Indianern fördern.

Der Geistertanz macht Angst ...

Das war den weißen Bewohnern der Städte verdächtig. Auch machte ihnen die Aussage Angst, dass das Land aussehen solle, wie vor ihrer Ankunft. Zudem gab es einige Indianer, die nicht so friedfertig waren wie Wovoka. Die Weißen fühlten sich also von den tanzenden und singenden Indianern bedroht. Soldaten machten sich auf, um die Anführer und Unterstützer der Bewegung zu entwaffnen und unschädlich zu machen.

Häuptling Sitting Bull

Die Aktion missglückte, unter anderem wurde der Häuptling Sitting Bull dabei getötet. Der Unmut unter den Indianern wuchs. Eine Gruppe von rund 350 Indianern unter Häuptling Big Foot machte sich auf, um bei Häuptling Red Cloud Hilfe und Unterstützung zu finden. Kurz vor der Ankunft wurde die Gruppe vom 7. Kavallerieregiment aufgehalten. Die Soldaten brachten vier Geschütze in Stellung und begannen mit der Entwaffnung der Indianer.

Auf der Flucht erschossen ...

Die meisten ließen sich das auch gefallen und leisteten keinen Widerstand. Nur der Medizinmann Yellow Bird beschwerte sich über die Behandlung durch die Soldaten und vollführte einige Schritte des Geistertanzes. Bei der Entwaffnung eines Indianers, der laut Aussage einiger Berichte taub gewesen sein soll, kam es schließlich zu einem Missverständnis. Ein Schuss löste sich, woraufhin die Soldaten sofort begannen, die Indianer niederzuschießen. Dabei kamen auch die Geschütze zum Einsatz.

Der ermordete Häuptling Big Foot

Viele Indianer flüchteten Hals über Kopf in die Schluchten der umliegenden Hügel, verfolgt von den Soldaten. Die schossen gnadenlos auf alles, was indianisch aussah. Nach gut zwanzig Minuten war das Schlimmste vorüber, aber noch Stunden später waren einzelne Schüsse zu hören, denn die Soldaten feuerten gnadenlos auf alles, was noch irgendwie ein Lebenszeichen von sich gab.

Blutige Bilanz

Über 200 Indianer, davon die meisten Frauen und Kinder, starben an diesem Tag.  Auch 25 Soldaten starben, allerdings meist durch die Kugeln ihrer wild drauflos ballernden Kameraden. Später gaben die Soldaten zu Protokoll, dass sie auf die Frauen geschossen hätten, weil sie kaum von den Männern zu unterscheiden gewesen seien.

Mit diesem Blutbad war der Widerstand der Indianer gebrochen. Trotz anders lautender Verträge und vieler Versprechen drangen weiße Siedler sogar in die den Indianern gehörenden Reservate ein, besetzten Land und raubten Bodenschätze. Erst 1990 drückte der Kongress der Vereinigten Staaten sein "tiefes Bedauern" für das Massaker aus.

Übrigens ...

Wounded Knee wurde 1973 noch einmal zum Schauplatz einer Auseinandersetzung zwischen der amerikanischen Regierung und den Indianern. Aus Protest gegen die Menschenrechtsverletzungen durch US-Bundesbehörden besetzten 200 Indianer des AIM (American Indian Movement =Amerikanisch-Indianische Bewegung) mehrere Häuser und eine Kirche.

71 Tage dauerte die Besetzung, dann kapitulierten die Indianer. Sie waren von den Behörden unter Beschuss genommen worden. Bei den Feuergefechten starb ein Indianer und zwei FBI-Polizisten. Der AIM-Sprecher, Leonard Peltier, wurde in einem zweifelhaften Urteil des Mordes an den beiden Polizisten schuldig gesprochen und sitzt noch heute im Gefängnis.

Hier findest du eine Satellitenaufnahme von Wounded Knee

Text: -jj- 28.12.2005; // Bilder: Friedhof Napa/GFDL;Sitting Bull PD; Big Foot PD

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt