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Dalai Lama - Der lange Weg ins Exil

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Dalai Lama - Der lange Weg ins Exil

Dass der Dalai Lama ins Exil ging, ist durchaus wörtlich zu verstehen. Er bewältigte einen langen und beschwerlichen Fußmarsch durch den Himalaya. In Dharamsala ließ er sich nieder. Dort ist bis heute die tibetische Exilregierung angesiedelt. Denn seit 1950 ist Tibet von China besetzt. Es wird als eine Provinz Chinas angesehen.

Wer ist der Dalai Lama?

Der Begriff Dalai Lama bedeutet so viel wie Meer des Wissens und ist der Titel für das geistige und weltliche Oberhaupt der Tibeter. Der heute lebende 14. Dalai Lama wurde 1935 als Sohn einer bäuerlichen Familie in dem Dorf Taktser im Nordosten Tibets geboren. Im Alter von zwei Jahren wurde er entsprechend der tibetischen Tradition als Reinkarnation seines Vorgängers anerkannt. Denn die Buddhisten glauben an die Wiedergeburt (=Reinkarnation).

Stirbt ein Dalai Lama, so gibt er zuvor Hinweise darauf, wo er wiedergeboren werden wird. Hohe religiöse Führer suchen den Nachfolger dementsprechend. Dabei stellen sie Kindern, auf die die Beschreibung zutrifft, Aufgaben. So müssen sie private Dinge wieder erkennen und damit beweisen, dass sie die Wiedergeburt des Dalai Lama sind.

Seine Ausbildung begann der 14. Dalai Lama im Alter von sechs Jahren unter der Obhut von Mönchen in einem Kloster. Er lernte tibetische Kunst und Kultur, Grammatik und Sprachwissenschaft, Medizin sowie buddhistische Philosophie, das wichtigste Fach. Mit 25 Jahren schließlich erlangte er den Titel eines Lharampa-Geshe, den höchsten Ausbildungsgrad der tibetischen Klöster.

Was ist Buddhismus?

Der Buddhismus ist nach seinem Gründer Siddhartha Gautama als erstem Buddha (=der Erwachte) benannt. Er dachte über das Leid in der Welt nach, woher es kommt, und wie man es verringern könnte. Obwohl er ein Fürstensohn war, entsagte er dem Luxus, um Erkenntnis zu erlangen. Er lehnte Gewalt und Gier als Quelle von Leid ab.

Mit Sanftmut gegen Gewalt

Im Sommer 1949 begann die chinesische Volksbefreiungsarmee mit der Eroberung Tibets. Diese Eroberung hatte im Oktober 1950 ihren Höhepunkt erreicht und hatte zur Folge, dass dem damals 15-jährigen Dalai Lama im November 1950 die politische Herrschaft über Tibet übertragen wurde. 1951 marschierten chinesische Truppen in Lhasa, der Hauptstadt Tibets ein und besetzten diese.

Nach den größten Protesten gegen die chinesische Besatzung, die es in Tibet je gab, floh der Dalai Lama 1959 mit zwei Lehrern und seiner Familie aus dem Sommerpalast in Lhasa. Denn die chinesischen Besatzer gingen mit Gewalt gegen die Demonstranten vor und auch das Leben des Dalai Lama war in Gefahr. Kinder werden noch heute von ihren Eltern über den Himalaya geschickt, damit sie in Freiheit die Kultur, Sprache und Religion lernen können.

Trotzdem ruft der Dalai Lama gemäß der buddhistischen Lehre nicht zur Gewalt auf. Denn Gewalt erzeugt immer wieder neue Gewalt. Er ist viel auf Reisen und trifft sich mit anderen religiösen und politischen Führern der Welt.

Bescheidenheit ist eine Zier

Seit seiner Flucht kämpft er gewaltlos im Exil für die Befreiung Tibets von der chinesischen Fremdherrschaft. Für seine Bemühungen erhielt der 14. Dalai Lama 1989 den Friedensnobelpreis. Trotzdem sagt er von sich: Ich bin nur ein einfacher buddhistischer Mönch nicht mehr, nicht weniger.

Text: -jj- 09.03.04 Text

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