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D-Day: Tag der Entscheidung

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D-Day: Tag der Entscheidung

Am 6. Juni 1944 marschierten die Alliierten in das von Deutschen besetzte Nordfrankreich ein. Die Truppen kamen mit Schiffen von England aus über den Kanal. Die riesige Invasion ging unter dem Namen D-Day in die Geschichte ein. Die Aktion markiert den Beginn der Befreiung Westeuropas von der Nazi-Herrschaft.

Was bedeutet D-Day?

Zwei verschiedene Erklärungen gibt es für diese Abkürzung. Zum einen kann man D-Day als day day also Tag der Tage lesen oder aber als decision day, Tag der Entscheidung. Die Aussage ist in beiden Fällen die gleiche: der Tag, an dem eine geplante Militäraktion beginnt, die über den Fortgang des Krieges entscheidend sein soll.

Warum war eine Invasion nötig?

Foto: Truppen der US-Navy landen am D-Day an der französischen Atlantikküste in der Normandie.

Seit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 hatten die Deutschen große Teile Europas eingenommen. Dazu gehörte auch Frankreich. Zwar wurden die deutschen Truppen an der Ostfront in Russland seit 1943 zurückgedrängt, im Westen jedoch konnten die besetzten Länder keine Erfolge vorweisen.

Um die Deutschen nun auch von Westen her zurückzuschlagen, planten die Alliierten, zu denen Franzosen, Briten, Amerikaner und Kanadier gehörten, von England aus über den Kanal nach Frankreich vorzudringen. Overlord lautete der Deckname der Invasion.

Das war jedoch kein leichtes Unterfangen. Hitler hatte entlang der gesamten französischen Küste einen sogenannten Atlantik-Schutzwall bauen lassen, der eine Invasion verhindern sollte. Besonders an der Kanalküste, die er für gefährdet hielt, baute er zahlreiche Bunker, von denen aus Eindringlinge niedergeschossen werden sollten.

Wie verlief der D-Day?

Ein gigantisches Aufgebot an Soldaten und Militärgerät war für den 6. Juni bereitgestellt. Genau genommen sollte die Invasion bereits am 5. Juni stattfinden, doch das Wetter war zu schlecht. So machten sich in der Nacht zum 6. Juni 1.200 Kriegsschiffe und mehr als 3.100 Landungsboote auf den Weg über den Kanal. Im Morgengrauen, ab 6.30 Uhr landeten die rund 150.000 Soldaten an der Küste der Normandie (Region im Norden Frankreichs).

Bereits in der Nacht waren 23.000 Fallschirmjäger im Hinterland der Küste abgesprungen. 7.500 Flugzeuge unterstützten das Unternehmen von der Luft aus und bombardierten die deutschen Stellungen.

Der Preis für die Befreiung

Trotz ihrer zahlenmäßigen Übermacht war die Invasion für die alliierten Truppen mit großen Opfern verbunden. Man muss sich vorstellen, dass die Soldaten von den kleinen Landungsbooten aus, die bis kurz vor den Strand fuhren, zu Fuß durchs hüfthohe Wasser an Land waten mussten. Hier waren sie der deutschen Gegenwehr hilflos ausgesetzt.

Die Deutschen konnten von ihren Bunkern aus die Küste gut überblicken, waren aber selbst geschützt. Zusätzlich waren die Strände von den Deutschen zu Minenfeldern gemacht worden. Jeder Schritt war also gefährlich. So kam es, dass allein am ersten Tag der Invasion etwa 8000 Soldaten auf Seiten der Alliierten starben oder verwundet wurden.

Doch auch für die Zivilbevölkerung war die Befreiung kein reines Glück. Ganze Städte wurden dem Erdboden gleich gemacht, um den Deutschen alle Versorgungs- und Rückzugsmöglichkeiten zu nehmen. Dabei kamen auch viele französische Zivilisten ums Leben. Man schätzt, dass bis zum August 1944 etwa 14.000 Menschen durch die Luftangriffe in der Normandie starben und 200.000 Häuser zerstört wurden.

Eine Armee aus Pappkameraden das Täuschungsmanöver

Erstaunlich war, dass die Deutschen auf die Landung der Alliierten in der Normandie überhaupt nicht vorbereitet waren. Es befanden sich nur wenige Truppen an der Küste, die Befehlshaber waren nicht vor Ort. Noch mehrere Tage nach dem 6. Juni glaubte Hitler, die ganze Aktion sei nur ein Scheinmanöver der Gegner.

Er war überzeugt davon, dass ein solcher Angriff zwar kommen würde, aber an einer anderen Stelle: nämlich bei Calais, wo die Strecke über den Kanal am kürzesten ist. Calais befindet sich etwa 300 Kilometer nordöstlich des Abschnittes, wo die Alliierten tatsächlich landeten.

Seine Überzeugung basierte auf einem groß angelegten Täuschungsmanöver der Briten. Sie hatten am englischen Ufer gegenüber von Calais eine ganze Armee, samt Panzern und Schiffen aus Pappe, Gummi und Holz nachbauen lassen. Nur selten gelang es deutschen Aufklärungsflugzeugen zu diesem Zeitpunkt noch, nach England zu gelangen. Absichtlich wurden sie von den Briten nicht abgeschossen, wenn sie das Pseudo-Aufmarschgebiet überflogen. So kamen sie mit der sicheren Botschaft nach Hause, eine Invasion würde in Calais stattfinden.

Mehr über den D-Day

Animation zum Ablauf der Invasion. Zwar auf Englisch, aber sehr anschaulich: http://www.bbc.co.uk//history/games/wwtwo_map_overlord/index.shtml.

Auf diese Karte seht ihr, welche Länder Nazi-Deutschland zum Zeitpunkt der alliierten Invasion in Nordfrankreich besetzt hielt: www.stern.de.

Fotos vom D-Day: www.stern.de.

Ausführlicher Artikel über das Unternehmen Overlord: www.stern.de.

Allgemeines zum Kriegsverlauf lest ihr bei Lemo:
www.dhm.de.

Text: LM 04.06.04, Bild: Robert F. Sargent, U.S. Coast Guard:pd.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt