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Andere Länder - andere Gesten

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Andere Länder - andere Gesten

Hättest du gewusst, dass der nach oben gestreckte Daumen im Iran eine Beleidigung darstellt? Oder dass Kopfschütteln in Indien Zustimmung bedeutet? Andere Länder, andere Gesten - wir erklären dir, warum sich Menschen manchmal selbst dann nicht verstehen, wenn sie sich ohne Worte unterhalten.

Missverständnisse zwischen den verschiedenen Kulturen gibt es, seitdem Menschen existieren. Nur, dass wir heutzutage mehr voneinander wissen. Durch Reisen, die Medien, das Internet. Trotzdem passiert es immer wieder, dass es zu peinlichen Situationen oder sogar handfesten Streitigkeiten kommt. Ob im Urlaub oder auf Geschäftsreise - eine falsche Geste oder Körperbewegung kann dazu führen, dass man sich in einem fremden Kulturkreis unbeliebt macht.

 Zeichensprache ist nicht überall gleich


Selbst wenn man "nur" nach England fährt, kann man in Bezug auf Gestik Unterschiede zu unseren nächsten Nachbarn feststellen. Bestellt man in einem englischen Pub z.B. drei Bier, so zeigt man Mittel-, Ring- und kleinen Finger. Bei uns nimmt man dagegen Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Das führt zwar dazu, dass man als Tourist erkannt wird, stellt aber kein Fehlverhalten dar.
 
So kann es zu Missverständnissen kommen


Ganz anders sieht es mit dem Fingerkreis - gebildet mit Daumen und Zeigefinger - aus, der bei uns "okay" oder "super" bedeutet. In Frankreich, Brasilien oder Spanien ist das allerdings eine obszöne Geste und weist darauf hin, dass jemand eine "Null" ist.
Auch das Victory-Zeichen kann fehlinterpretiert werden. Die Geste, bei der Zeigefinger und Mittelfinger zu einem V nach oben gereckt werden, bedeutet eigentlich "Sieg" oder "Peace". Wenn man aber die Handinnenfläche zum Körper hält, ist das in Australien, England und Malta so, also ob man jemandem gleich zwei Mal den Mittelfinger zeigt.

Höflichkeit oder Provokation 

 
Ein weltweit verbreitetes Handzeichen ist auch, die Fingerspitzen einer
Hand zusammenzulegen. In Italien wäre das eine offene Provokation des
Gegenübers: "Hey, was willst du eigentlich!" In Ägypten bittet man mit
dieser Geste einfach darum, sich doch bitte noch ein wenig zu gedulden.
Auch die Füße gilt es in vielen Ländern im Zaum zu halten. Mit der
Schuhsohle, dem schmutzigsten Teil des Körpers, auf jemanden zu zeigen,
gilt im Iran als verpönt.

In Indien: Kopfschütteln = Zustimmung 

Nicht immer müssen falsch gedeutete Gesten zum Eklat führen. Manchmal
sorgen sie einfach für Irriation oder sogar Erheiterung. So bedeutet im
Sudan wildes Fuchteln mit dem Armen, was wir als Wegscheuchen deuten
würden, das genaue Gegenteil. Wenn Japaner bei einer Rede die
Augen schließen, ja sogar einnicken, ist das ein Zeichen für höchste
Aufmerksamkeit. Und Inder schütteln den Kopf, wenn sie einer Sache
zustimmen.

George Bush ist kein Heavy-Metal-Fan


Auch Politiker haben zuweilen mit der der Vieldeutigkeit der
internationales Zeichensprache zu kämpfen. So sorgte George W. Bush zu
seiner Amtszeit als US-Präsident oft für Stirnrunzeln bei den
Journalisten, weil er mit erhobener Faust grüßte und dabei Daumen und
kleinen Finger abspreizte. Die so genannte "Satansgeste" ist bei
Heavy-Metal-Fans verbreitet und wird auf Rockkonzerten tausendfach
gezeigt. Texaner Bush gab allerdings nur den Lokalpatrioten. In seinem
Bundesstaat steht diese Geste für das Texas Longhorn, eine Rinderart, und
wird zum Gruß verwendet.
 
Surfer sagen weltweit "Hangloose"

Es gibt allerdings auch Zeichen, die länderübergreifend verstanden werden, zum Beispiel von Personen, die zu einer bestimmten Gruppe gehören. So wird die geschlossene Faust mit abgespreiztem Daumen und kleinem Finger nicht nur auf ganz Hawaii als Gruß eingesetzt, sondern breitete sich von den dortigen Surfern weltweit aus. Seitdem gilt das als "Hangloose" bekannte Zeichen als der Surfergruß rund um den Globus. Es bedeutet so viel wie "cool" oder "locker".   US-Prädient Barack Obama, der auf Hawaii aufwuchs, benutzt diese Geste übrigens, um die Abgeordneten aus dem 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten zu grüßen.

Nic - 12.7.2011 / Fotos: public domain; GNU-free Licence, Urheber: Jeremykemp

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