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Adolf Erik Nordenskiöld und die Nordostpassage

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Adolf Erik Nordenskiöld und die Nordostpassage

Adolf Erik Nordenskiöld suchte eine nordöstliche Handelsroute auf dem Seeweg nach China. Im September 1878 wurde seine Expedition im Eis eingeschlossen. Erst am 18. Juli 1879 kam das Dampfschiff Vega wieder frei und setzte die Reise durch die Nordostpassage erfolgreich fort.

Am 18. November 1832 wurde der schwedische Polarforscher und Kartograph Adolf Erik Nordenskiöld geboren. Ab 1858 nahm er an den schwedischen Expeditionen in die Arktis teil. Sein Ziel war es, die Region zu vermessen und brauchbare Karten anzufertigen. Mehr über Grönland, über die Polarregion und über Nordenskiölds Reisen lest ihr hier.

Die schwedischen Arktisexpeditionen

1858 war Nordenskiöld gerade Professor und Vorsteher der mineralogischen Sammlungen in Stockholm geworden, als der schwedische Naturforscher Otto Martin Torell die erste schwedische Arktisexpedition ausrüstete. Nordenskiöld schloss sich der Expedition an und begleitete Torell auch 1861 auf dessen zweite Polarexpedition.
1864 und 1868 leitete Nordenskiöld dann selbst zwei Reisen in die Polargebiete. Dabei wurde die Inselgruppe Spitzbergens näher untersucht.
Auf der vierten Reise erreichte der Postdampfer Sofia am 19. September 1868 bei 81°42' nördliche Breite den bis dahin nördlichsten von einem Fahrzeug besuchten Punkt.
 
Grönland die größte Insel der Welt


1870 drang Nordenskiöld auf Grönland etwa 45 km in das Binneneis ein. Diese Reise beschrieb Nordenskiöld in einem Buch.
Grönland ist mit über zwei Millionen Quadratmetern rund sechs Mal so groß wie Deutschland und damit die größte Insel der Erde. Sie erstreckt sich teilweise nördlich des nördlichen Polarkreises zwischen dem Atlantik und dem Nordpolarmeer. Weniger als ein Fünftel der Insel ist eisfrei, der ganze Rest ist von einer bis zu 3400 Meter dicken Eisschicht bedeckt.

Die fünfte schwedische Expedition ging unter seiner Leitung Mitte Juli 1872 von Tromsö ab, überwinterte auf Spitzbergen, von wo aus seine Gruppe im Frühjahr 1873 auf Schlitten erst zu den nördlich von Spitzbergen gelegenen Siebeninseln und dann von da aus über das Binneneis des Nordostlands zur Winterstation zurückfuhr.
Erst mehr als zehn Jahre später - nach seiner Expedition mit der VEGA durch die Nordostpassage - kehrte Nordenskiöld nach Grönland zurück.
Im Juli und August 1883 drang er weiter auf die grönländische Eiswüste vor, als irgend jemand vor ihm. Am 17. August trat die Expedition die Rückreise an und ging erstmals durch das die Südostküste versperrende Eis, um an der Küste zu landen.

Der Seeweg nach Osten



Nordenskiöld interessierte sich aber nicht nur für die nordwestlich von Schweden gelegenen Polargebiete, sondern auch für das Polarmeer im Osten. 1875 und 1876 unternahm er zwei Expeditionen durch das Karische Meer (das ist ein nördlich von Russland liegendes Randmeer des Nordpolarmeers) bis zur Mündung des Jenissei. Das ist ein 4.092 Kilometer langer Strom in Sibirien, der etwa in der Mitte von Sibirien entlang des 90. Längengrades von Süd nach Nord in die Karasee fließt.
1878 brach Nordenskiöld mit dem Dampfschiff Vega auf, um die Nordostpassage zu durchschiffen.

Die Nordostpassage


Seit dem 16. Jahrhundert versuchten seefahrende Nationen auf dem Seeweg eine nordöstliche Handelsroute nach China auszumachen. Den ersten Versuch unternahmen 1553 die Engländer. Nach mehreren Vorstößen zogen diese sich um 1580 zurück und die Holländer traten an ihre Stelle.

Die holländischen Expeditionen gelangten damals aber nur bis zur Karasee, bevor sie vom Eis gestoppt wurden. Willem Barentsz befand sich 1594 auf einer solchen Expedition. 1595 schließlich meinten die Holländer, die Nordostpassage gefunden zu haben, und schickten eine weitere Expedition mit Barentsz aus die jedoch scheiterte.

Danach gab es lange keinen Versuch mehr, die Nordostpassage zu durchschiffen. In den Jahren 1734-43 unternahm Vitus Bering, der bereits 1727 die Beringsstraße passiert hatte, ausgedehnte Forschungen entlang der sibirischen Küste.

Von 1872-74 hatte eine österreichisch-ungarische Polarexpedition unter Julius von Payer die Nordostpassage zum Ziel. Ihr Schiff wurde im Packeis eingeschlossen und lief ein Jahr später an der Südküste von Franz-Josef-Land auf, das bei dieser Gelegenheit entdeckt und erforscht wurde.

Die Fahrt der VEGA

Die VEGA ist als 43 Meter lange und 357 Tonnen schwere Dreimast-Bark in Bremerhaven gebaut worden. Zusätzlich hatte die Werft sie mit einer 60 PS starken Dampfmaschine ausgestattet. Das Schiff war für die Eismeerfahrt konzipiert und diente als Walfänger. Nordenskiöld sah in ihr ein ideales Forschungsschiff für seine Expedition.

Am 4. Juli 1878 stach das Schiff in Göteborg in See. Unter vielen Gefahren wurde die Nordküste Sibiriens umfahren. Die Wetterbedingungen waren günstig, und so gelangte man in diesem Sommer fast ans Ziel - der größte Teil der Reise lag bereits hinter der Expedition, als der Dampfer an der Nordseite der Tschuktscherhalbinsel vom Eis eingeschlossen wurde. Erst am 18. Juli 1879 war das Meer wieder eisfrei, so dass die Reise fortgesetzt werden konnte. Wenige Wochen später war die erste Durchfahrt durch die Nordostpassage gelungen.

Anfang September traf Nordenskiöld in Japan ein und trat die Rückreise über den Pazifik und den Indischen Ozean durch den Suezkanal nach Europa an.Über seine Reise auf der VEGA hat Adolf Erik Nordenskiöld einige Bücher geschrieben, die auch ins Deutsche übersetzt wurden.

Adolf Erik Nordenskiöld starb am 12. August 1901 in Stockholm.

 Mehr über das Leben in den Polarregionen erfahrt ihr auch im WAS IST WAS Band 36 Polargebiete. Über die Reisen von Scott und Amundsen zum Südpol informiert euch der WAS IST WAS Band 5 Entdecker und ihre Reisen.

Text: RR, 14.07.09; Bilder: Ausschnitt aus dem Gemälde Adolf Erik Nordenskiöld von Georg von Rosen aus dem Jahr 1886; Grönland-Karten: pd; Foto: Axel Steiner (Vega-Monument)

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