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1945 - Die Befreiung der Konzentrationslager

Berühmte Personen

1945 - Die Befreiung der Konzentrationslager

Bis heute kann sich wohl kaum ein Mensch vorstellen, wie es den russischen und amerikanischen Soldaten ergangen sein muss, als sie die Konzentrationslager der Nazis in Polen und Deutschland entdeckten. Etwas Schlimmeres hat wohl kaum ein Mensch jemals gesehen.

Systematisch befreite die Sowjetarmee ab Januar 1945 die Gefangenen vor allem aus den großen Vernichtungslagern in Polen: Auschwitz und Culm, dazu kamen die Konzentrationslager Stutthof, Krakau-Plaszów (alle Januar 1945), Groß-Rosen (Februar), Sachsenhausen, Ravensbrück (April) und schließlich Theresienstadt (Mai). Die Amerikaner und Briten bereiteten dem Leid  in Mittelbau-Dora, Bergen-Belsen und Buchenwald (alle im April 1945) ein Ende.



Auschwitz - Symbol des Grauens

Auschwitz gilt bis heute als Symbol für den Holocaust, die systematische Vernichtung der Juden durch die Nazis. Von mehr als 5,6 Millionen Opfern des Holocaust kamen mindestens 1,3 Millionen Menschen in Auschwitz-Birkenau ums Leben. Etwa 900.000 der Deportierten wurden direkt nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet oder erschossen. Weitere 200.000 Menschen starben durch Unterernährung, Misshandlungen oder medizinische Versuche.


Berühmter Roman: "Nackt unter Wölfen"

Traurige Berühmtheit erlangte auch das Konzentrationslager Buchenwald, das direkt neben Weimar liegt. Der überlebende Häftling und Arbeiterschriftsteller Bruno Apitz überlieferte die Geschehenisse dort in seinem berühmten Roman "Nackt unter Wölfen" (1958).


Was ist ein Konzentrationslager?

Doch woher kommt eigentlich der Begriff "Konzentrationslager"? In einem Konzentrationslager wurden Bevölkerungsgruppen, die man für gefährlich hielt, "konzentriert". Das heißt, sie wurden aus ihren weit verteilten Wohnungen, Dörfern, Städten vertrieben und an wenigen, gut zu überwachenden Punkten zusammengepfercht.

Nazis verfolgten "Volksschädlinge"

Hitler und seine Helfer verfolgten ab 1935 per Gesetz alle Personengruppen, die aus ideologischen, rassischen und nationalistischen Gründen zu den "Volksschädlingen" gehörten. Nach der Ideologie der Nazis gehörten dazu insbesondere Juden, aber auch Sinti und Roma, Homosexuelle oder Behinderte. Politische Feinde wie Sozialisten und Kommunisten waren schon ab 1933 systematisch inhaftiert worden.
  
Organisierte Vernichtung

Die Nazis unterschieden Vernichtungslager, in welchen die Insassen systematisch umgebracht wurden und reine Konzentrationslager. In den Konzentrationslagern mussten die Häftlinge unter erbärmlichen Umständen hart körperlich arbeiten. Der Tod der Menschen wurde dabei billigend in Kauf genommen.  Wieviele Lager es tatsächlich gab, ist nicht ganz sicher. Deutsche Autoren sprechen von 1.634 Lagern, polnische Quellen halten über 8.000 für realistisch.

Berüchtigte Todesmärsche


Besonders erschütternd: Von mehr als 714.000 Häftlingen, die noch Mitte Januar in den deutschen Konzentrationslagern registriert waren,  erlebten mehr als 250.000 das Kriegsende und damit ihre Befreiung nicht mehr. Weil die Nazis wussten, dass die feindlichen Truppen nahten, wollten sie so viele Gefangene wie möglich verschwinden lassen. Tausende wurden auf die berüchtigten Todesmärsche geschickt, die die meisten aufgrund von Entkräftung nicht überlebten.  

Buchenwald: Häftlinge befreiten sich selbst


In Buchenwald gelang es den Häftlingen am Ende sich selbst zu befreien. Sie überrannten die verbliebenen 120 Wachleute, alle anderen waren aus Furcht, von den Russen für ihre Taten ermordet zu werden, geflohen. Das Lager wurde am 11. April 1945 der US-Armee übergeben.


Hier erfahrt ihr mehr:

Informationen über Buchenwald.

Text: RR / akt. Nic  2.2.2012 / Bilder: Deutsches Historisches Museum, Berlin

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