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1943: Totale Mobilmachung

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1943: Totale Mobilmachung

Das Jahr 1943 markierte einen Wendepunkt im 2. Weltkrieg. Im vierten Kriegsjahr endete der scheinbare Friede für die deutsche Zivilbevölkerung. Für Adolf Hitler und sein Nazi-Regime begann der Totale Krieg.


Im Januar 1943 musste die Deutsche Wehrmacht im russischen Stalingrad ihre schwerste Niederlage hinnehmen. 100.000 Soldaten wanderten nach der Kapitulation am 31. Januar in sowjetische Gefangenschaft. Vorher hatte Erwin Rommel sich mit seinen Truppen im Afrikafeldzug zurückziehen müssen. Das Glück der Eroberer wendete sich. Die Deutschen mussten damit rechnen, selbst angegriffen zu werden.

Reichsverteidigung und Endsieg

So hatte Adolf Hitler schon zwei Wochen vor dem Ende in Stalingrad die totale Mobilisierung sämtlicher personeller und materieller Ressourcen angeordnet. Das galt für das Deutsche Reich ebenso wie für die besetzten Gebiete.

Alle Männer zwischen 16 und 65 sowie Frauen zwischen 17 und 45 Jahren konnten zur Reichsverteidigung herangezogen werden. Hitler sprach allerdings weniger von Verteidigung, sondern schwärmte vom "Endsieg"

Die Propagandamaschinerie unter Josef Goebbels sorgte dafür, dass das Volk diese neuen Verordnungen nicht nur unkritisch, sondern sogar begeistert aufnahm. Auf dem Bild oben siehst du das Titelbild einer Propagandabroschüre über den "Totalen Krieg" aus dem Jahr 1943.

Der Totale Krieg

Am 18. Februar 1943 setzte Reichspropagandaminister Joseph Goebbels noch eins drauf, indem er öffentlich den "Totalen Krieg" proklamierte. Unter dem unmittelbaren Eindruck der Katastrophe von Stalingrad appellierte er an den Durchhaltewillen der deutschen Bevölkerung. Die berühmte Rede im Berliner Sportpalast wurde von 3.000 extra dafür ausgesuchten Anwesenden ekstatisch bejubelt und via Radio (Volksempfänger) über das ganze Land verbreitet. Dadurch entstand der Eindruck, dass das ganze Volk diesen Totalen Krieg wünschte. Da die Bevölkerung von einem Heer aus Spitzeln und Denunzianten überwacht wurde, regte sich kein Widerstand.

Zermürbende Luftangriffe

Ab Frühsommer 1943 legten alliierte Bomberverbände deutsche Städte bei Tag und Nacht in Schutt und Asche. Die totale Mobilmachung bedeutete für die Daheimgebliebenen den absoluten Dienst an der Waffe. Ganze Schulklassen wurden an die Flugabwehrkanonen (Flak) gesetzt. Für die Herrschenden war das ein reines Rechenexempel: Für jeden dieser jungen Flakhelfer konnte ein regulärer Soldat an die Front gehen.

Die Luftangriffe schnitten tief in das Alltagsleben der Zivilbevölkerung ein. Im August 1943 wurde mit der Evakuierung Berlins begonnen, bis Ende des Jahres verließen über 700.000 Einwohner die Reichshauptstadt.

Der Krieg war noch lange nicht zu Ende. Bis 1945 kamen die amerikanischen und britischen Bomber und verwandelten die deutschen Städte in Trümmerwüsten.

Auf der Seite des Deutschen Historischen Museums (DHM) findest du Zeitzeugenberichte von damals ...

und eine Chronik der Geschehnisse im Kriegsjahr 1943.

Roland Rosenbauer - 13. 1. 2003 Bild: DHM

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