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1932: NSDAP wird größte Fraktion im Reichstag

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1932: NSDAP wird größte Fraktion im Reichstag

Adolf Hitlers Partei, die NSDAP gewann bei der Reichstagswahl am 31. Juli 1932 37,3 % aller Stimmen und wurde damit mit Abstand die größte Fraktion im Reichstag. Ein halbes Jahr später wurde Hitler von Reichspräsident Hindenburg zum Reichskanzler ernannt.

Gründung in München


Am 24. Februar 1920 tagte die Deutsche Arbeiterpartei (DAP) im Münchener Hofbräuhaus. An diesem Tag beschlossen die 2000 versammelten Mitglieder die Umbenennung in NSDAP, das war die Abkürzung für Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Am gleichen Tag veröffentlichte die Partei ihr 25-Punkte-Programm mit den Hauptpunkten Aufhebung des Versailler Friedensvertrages, Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft für jüdische Mitbürger und Stärkung der Volksgemeinschaft. Als Parteisymbol wurde das Hakenkreuz eingeführt.


 
Am 29. Juli 1921 übertrug die Generalmitgliederversammlung den Parteivorsitz an Adolf Hitler. So war es ihm bereits zu Beginn der 20er Jahre möglich, die Partei auf seine Person auszurichten. Vor allem in Bayern fand die Partei sofort viele Anhänger. Als die NSDAP Ende Januar 1923 ihren ersten Reichsparteitag durchführte, zählte die Partei bereits 20.000 Mitglieder.

Verbot der Partei
  
Da Hitler zur Erlangung der politischen Macht die Teilnahme an Wahlen ablehnte und statt dessen unverhohlen Putschpläne gegen die verhasste "Judenrepublik" äußerte, war die NSDAP bereits ab November 1922 in Preußen verboten. Am 9. November 1923 nahm die Partei die desolate Lage im Deutschen Reich zum Anlass für den Hitler-Putsch. Nach dem Scheitern dieses Staatsstreichs wurde die Partei verboten, das gesamte Parteivermögen beschlagnahmt, die Geschäftsstelle in München geschlossen. Der Österreicher Hitler wurde zu Festungshaft verurteilt. Für die Reichstagswahl im Mai 1924 gingen die nach wie vor aktiven Mitglieder der NSDAP ein Wahlbündnis mit der Deutschvölkischen Freiheitspartei (DVFP) ein. Diese benannte sich um in Nationalsozialistische Freiheitsbewegung (NSFB). Beide Parteien richteten eine Listenverbindung (Nationalsozialistische Freiheitspartei) ein, die bei der Reichstagswahl Mai 1924 32 Mandate im Reichstag erhielt. Damit erreichte sie Fraktionsstärke.


Neugründung der NSDAP

Im Dezember 1924 wurde Hitler "wegen guter Führung" aus der Festungshaft in Landsberg am Lech entlassen. Er löste die Verbindung der beiden Parteien und begann mit der Reorganisation der NSDAP zu einer Führerpartei mit dem Ziel einer legalen Machtübernahme. Im Februar 1925 wurde die Partei neu gegründet. Zwischen 1925 und 1930 kletterte die Mitgliederzahl der Partei von 27.000 auf 130.000. 1926 wurde parteiintern der Hitlergruß eingeführt und Hitler als Führer bezeichnet. Die NSFB versank bald in der Bedeutungslosigkeit. Viele Mitglieder gingen zur NSDAP über und bildeten in Norddeutschland häufig die Keimzelle der regionalen NSDAP-Verbände. Die NSDAP nutzte die Weltwirtschaftskrise und die Verelendung der Bevölkerung, um ihr antisemitisches Programm gegen das internationale Finanzjudentum populär zu machen.


Wahlschlappe und Neuorientierung

Dass der Antisemitismus auf bürgerliche Kreise abschreckend wirkte zeigte sich 1928, als die NSDAP bei den Reichstagswahlen nur 2,6 Prozent der Stimmen erhielt. Nach der Aufbereitung neuer Themen wie der Außenpolitik, stiegen die Stimmenanteile bei den Landtagswahlen 1929 und 1930 auf über 10 % an.
Bereits bei der Reichstagswahl vom 14. September 1930 feierte die NSDAP einen erdrutschartigen Wahlerfolg: Mit 18,3 Prozent wurde sie zweitstärkste Partei und konnte die Zahl ihrer Reichstagsmandate von 12 auf 107 erhöhen.


Instabile Politik

Hitlers Partei konnte bei der Reichspräsidentenwahl 1932 und der Reichstagswahl vom 31. Juli 1932 sehr viele Nichtwähler mobilisierten. Viele Wähler waren überzeugt, in Hitler ihre "letzte Hoffnung" zu finden. Die NSDAP wurde bei den Reichstagswahlen vom 31. Juli 1932 mit 37,3 Prozent der abgegebenen Stimmen und 230 Sitzen im Reichstag die stärkste Fraktion, doch schon bei den zweiten Reichtagswahlen des Jahres, am 6. November, musste sie deutlich Federn lassen. Sie kam nur noch auf 33,1 Prozent der Stimmen und erhielt nur 196 Reichstagsmandate.
Als Adolf Hitler zwei Tage nach dem Rücktritt des Kabinetts Kurt von Schleichers, am 30. Januar 1933 von Reichspräsident Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde hatte er selbst fast nicht mehr an seinen Triumph geglaubt.


Ermächtigungsgesetz



Nur wenige Monate nach Hitlers Machtergreifung und der Selbstausschaltung des Deutschen Reichstages durch das so genannte Ermächtigungsgesetz wurden alle Parteien bis auf die NSDAP verboten. Mit dem eher harmlos klingenden Gesetz "Gegen die Neubildung von Parteien" sicherte sich die Partei mit ihren knapp zwei Millionen Mitgliedern das Monopol im Land. Die anderen politischen Parteien der ersten deutschen Republik - an der Parlamentswahl im Jahr zuvor hatten noch 29 teilgenommen - gab es nicht mehr. Für die Aufrechterhaltung oder Neubildung einer Partei drohten Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren.

Keine Reaktionen im In- und Ausland:

Die meisten Deutschen ließen sich damals von den Nazis überrumpeln. Sie hatten die Kaiserzeit noch nicht überwunden und glaubten politisch-naiv immer noch an eine übergeordnete staatstragende Autorität: Reichspräsident Paul von Hindenburg, wurde wie früher der Kaiser verehrt. Allerdings bekam im er Greisenalter die aktuelle Entwicklung kaum noch richtig mit. Somit wurde Deutschland zum perfekten Nazi-Staat, in dem es keinen nennenswerten politischen Widerstand mehr gab.

Text: RR, Bilder DHM
30. 7. 2007

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