Was war die gewaltigste Explosion aller Zeiten?
Es ist der 27. August 1883, kurz vor 10.00 Uhr. Das Barometer auf dem amerikanischen Segelschiff "W. H. Besse" zeigt einen nie erlebten Ausschlag an. Die Dreimastbark ankert 80 Kilometer nordöstlich von Krakatau, einer kleinen Vulkaninsel zwischen Java und Sumatra.
9.58 Uhr. Eine ungeheuerliche Explosion lässt die Insel erzittern. Ihr Knall ist noch in Indien, Australien und den USA zu hören. Der Krakatau hat zum entscheidenden Schlag ausgeholt. Pausenlos speit er glühenden Bimsstein, Staub und heiße Asche in die Atmosphäre. Dann sackt der ganze Berg in sich zusammen. Zwei Drittel der Insel versinken im Meer.
Kurz nach 10.00 Uhr werden auf Java und Sumatra Bäume entwurzelt, Dächer abgedeckt und Hütten eingerissen. Dann verschlingt ein 30 Meter hoher Tsunami die krakataunahen Küsten. Er töten die meisten der über 36000 Menschen, die dem Ausbruch des Vulkans zum Opfer fallen.
Unmittelbar nach der Detonation rast die Nachricht von den Ereignissen im fernen Indonesien um die Erde. Der Ausbruch des Krakatau war nicht nur eine der schwersten Vulkankatastrophen der Geschichte. Er war auch die erste Naturkatastrophe, die dank der gerade eingeführten Telegrafie binnen Stunden weltweit bekannt wurde.
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 | Band 74: Naturkatastrophen
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